Roadtrip zu Nino de Angelos Konzerten: Ein Erlebnisbericht

Wie ich in unter „Ein Traum ist geplatzt“ berichtet habe, war mein Plan 2017 eine Tournee meines Lieblingskünstlers mit zu machen, geplatzt. Das heißt ich wollte alle Termine oder zumindest einen Teil am Stück mit machen.

Aufgrund der Terminverlegungen konnte ich nicht alle Termine der „Mister Jenseits von Eden“-Tournee wahrnehmen. Aber dennoch so viele wie irgend möglich. Ich spürte damals schon den Drang „alles mitzunehmen“ zu müssen.

Erst Jahre später konnte ich mir den Traum eine Komplette Tournee mit Nino de Angelo zu besuchen. Mehr dazu unter „ich plane meinen Traumurlaub“ und „Traumurlaub endet in einer Katastrophe“

Roadtripp von einem Konzert Veranstaltungsort zum nächsten

Eine gute Freundin und ich hatten uns entschieden ,die beiden Veranstaltungen in Kaiserslautern und Koblenz miteinander zu verbinden. Und meinen Geburtstag am der genau dazwischen lag irgendwo unterwegs zu feiern. Da Kaiserslautern nun nicht wirklich die Weltstadt ist, in der es viel zu sehen gibt, planten wir den 11.11. in Koblenz zu verbringen. Koblenz ist Karnevalhochburg und an dem Abend ist sicher überall irgendwas los.

Zu meiner Überraschung ergab sich dann jedoch ein Zusätzlicher Termin genau an diesem Tag und wir beschlossen hin zu fahren. Nino de Angelo sollte in einem Autohaus in Hemer (bei Iserlohn) auftreten. Also kalkulierten wir diesen Abstecher mit ein.

Am Mittwoch Abend holte ich Susanne am Flughafen Basel/Mulhouse ab. Mit einem Leihwagen den wir für diesen Trip gemietet hatten. Ein nagelneuer Opel Insignia … Ich sags Euch, ein tolles Auto mit allem möglichen Schnickschnack.

Auf der Rheinfähre mit dem Insignia unser Zuhause für 4 tolle Tage

Die erste Nacht schliefen wir noch bei mir zuhause und am Donnerstag Morgen ging es los. Wir ließen uns richtig viel Zeit. Wir machten einen Schlenker durch das Markgräflerland und später das Elsass. Mittags gönnten wir uns einen Flammkuchen in Strassburg. Von dort ging es mehr kleine Landstraßen als Autobahnen Richtung Norden nach Kaiserslautern. Zeitweise irrten wir auf einer schmalen Kreisstraße durch dichte Wälder. Wir fühlten uns, als würden wir nach der nächsten Kurve auf Hänsel und Gretel oder Räuber Hotzenplotz treffen.

Doch laut Navi war dies der kürzeste Weg nach Kaiserslautern. Interessant was man so kennenlernt, in der Gegend hat es genauso viel dunkle Wälder als im Schwarzwald…

Kaiserslautern

In Kaiserslautern erwartete uns ein Konzert mit Nino de Angelo in der historischen Fruchthalle, eine wirklich tolle Konzert-Location. Dieses Konzert war zweimal verschoben worden. Dennoch war ich eine der wenigen Personen, die noch ein Ticket mit dem ersten Datum im März hatten. Und Erste Reihe. Das Konzert war toll!

Am nächsten Morgen ging es weiter. Da wir wieder genügend Zeit hatten, besichtigten wir diesmal den Dom. Wir besichtigten auch das Lutherdenkmal in Worms. Leider bei strömenden Regen.

Bilder von Worms

Luther-Denkmal im Regen
Das Lutherdenkmal in Worms
Das Lutherdenkmal in Worms im Regen

Von Worms fuhren wir Richtung Rhein. Bei Bingen nahmen wir eine Fähre. Wir folgten der Malerischen Strecke vorbei an Lorelei und unzähligen Burgen. Leider war da gerade das Wetter nicht so toll, das wir kaum Fotos gemacht haben.

Koblenz


In Koblenz bezogen wir das Hotel Trierer Hof welches sehr zentral gelegen ist. Für mich eine völlig neue Situation jede Nacht in einem anderen Hotel zu schlafen. Aber ich fand es toll. Einzig die Ordnung im Koffer ist nach zwei Tagen schon hinüber.

Schon gleich am frühen Morgen meines Geburtstags überraschte mich Susanne mit einem kleinen Mini-Gugelhupf direkt ans Bett. Der Weg zum Frühstücksraum war ungewöhnlich kurz. Nur zwei Türen weiter… Und dann die Überraschung! Auf unserem Tisch stand ein Gugelhupf und eine Flasche Sekt und gleich mehrere Mitarbeiter des Hotels gratulierten mir zum Geburtstag. Total schöne Geste, vielen Dank dafür.

Frühstückstisch an meinem Geburtstag im „Trierer Hof“ in Koblenz

Die anderen Gäste sahen etwas eigentümlich aus, normale Kleidung aber Luftschlangen um den Hals. Ach! es war ja der 11.11. Und wir befanden uns im Rheinland, da ist das normal. Auf dem Weg zum Auto begegneten uns mehrere voll Kostümierte. An der Ampel stand ein Krokodil neben uns, und auch viele Prinzessinnen und Superhelden waren unterwegs (Erwachsene). Für uns sehr ungewohnt. Ich komme aus dem Süden. Da feiert keiner im November Karneval. Meine Freundin kommt aus Hamburg. Da gibt es so was fast gar nicht.

Anlässlich meines Geburtstags hat meine Schwester, die in Stuttgart wohnt frei genommen und geplant in Koblenz zu uns zu stoßen. So toll, mit vertrauten Menschen in anderer Umgebung zu feiern. Nachdem wir meine Schwester am Bahnhof abgeholt haben, sind wir trotz des Wetters gut gelaunt über Land gefahren. Wir fuhren grob Richtung Norden. Schließlich landeten wir im tiefsten Westerwald (schon wieder märchenhafte Wälder). Wir zuckelten gemütlich durch kleine Dörfer, bergauf, bergab… an Kreuzungen stimmten wir ab welche Richtung uns sympathischer ist. Das Navi hatten wir zeitweise aus. Erst als wir Hunger hatten, bemühten wir Googlemaps, uns zu einem Restaurant zu leiten. Fast ohne Ziel und Zeitdruck. Und wir genossen es. Drei Mädels mit viel Zeit in einem Auto… wir hatten richtig Spaß.

Mittagessen irgendwo im Westerwald

Mittags sind wir in einem kleinen Restaurant in einem Dorf im Westerwald eingekehrt. Das Lokal war hübsch und gepflegt. Wir waren die einzigen Gäste. Die Wirtin hat sich freundlich um uns gekümmert. Als sie mit bekam das ich Geburtstag habe, gab es sogar noch einen Dessert aufs Haus.

Trotz dieser ungewöhnlichen Fahrweise kamen wir sehr zeitig in dem gebuchten Hotel in Iserlohn an. Wir hatten genügend Zeit zum ausruhen und dann erst mal chic essen gehen. Da wir wussten, dass Nino erst sehr spät auftritt, beeilten wir uns nicht. Deshalb waren wir erst gegen 22 Uhr am Veranstaltungsort.

Iserlohn

Über diese Stadt weiß ich exakt nix zu berichten, ich habe nur das Hotel und das Autohaus gesehen.

Der Veranstaltungsort war ein Autohaus, dieses gut zu beschallen war wohl schwierig, denn die Akustik war nicht so toll. Deshalb blieben wir erst mal weit hinten. Die Musik war schrecklich und schlecht zu hören. Bis Susanne ganz plötzlich sagte „geh mal vor die Türe!“. Diese Anweisung fand ich eigentlich gar nicht lustig. Es war dunkel und kalt. Es war weit nach 22 Uhr. Wir hatten unsere Jacken an der Garderobe abgegeben. Doch sie drängte mich, doch mal vor dem Haupteingang zu gucken ob Nino schon da sei. Ich fand die Idee absurd, aber die Neugierde trieb mich trotz Kälte vor die Türe.

Nino der Angelo gratuliert mir persönlich zum Geburtstag

Dort stiegen Nino und sein Manager gerade aus dem Auto! Nino de Angelo kam direkt auf mich zu und gratulierte mir zum Geburtstag!!! Vermutlich wirkte ich etwas sehr verdattert!

Logischer Weise gibt es für diese Begebenheit weder Zeugen noch Fotobeweise! Später hatte ich erfahren, dass Nino’s Manager zur Garderobe gegangen war. Er fragte, wo Nino hin muss. Susanne hatte ihn von weitem gesehen und mich deshalb nach draußen geschickt. Und warum Nino wusste das ich Geburtstag habe?! Tja Facebook und co. 😉

Bis zum Auftritt hatten wir drei uns dann bis zu ersten Reihe nach vorne gekämpft. Mit einem Rollstuhl und entsprechender Taktik geht das. Ich musste nur etwa hundert Leuten sagen, dass sie auf ihre Füße aufpassen sollen. Sonst fährt Susanne mit ihrem Rollstuhl darüber. Meine Schwester war beeindruckt von meiner „Drängeltechnik“, doch diesbezüglich habe ich jahrelange Erfahrung. Viele Jahre war ich mit einer Querschnittsgelämten Freundin auf zahlreichen Veranstaltungen verschiedener Größenordnung. Da lernt man „sie ist behindert – lass uns durch“.

Nino der Angelo im Autohaus

leider das einzige Bild während der Show… im Hintergrund Nino de Angelo auf der Bühne

Der Auftritt von Nino de Angelo in dem Autohaus war „ganz nett“ für mich und Susanne. Es war logischerweise nicht das mega Highlight. Wir hatten ja nur zwei Tage zuvor ein ganzes Konzert mit „Mister Jenseits von Eden“ erlebt. Außerdem freuten wir uns auf das nächste am nächsten Tag. Mein persönliches Highlight hatte ich ja schon vor dem Gebäude.

Nach dem Auftritt wollten wir ziemlich schnell wieder verschwinden. Da wir so spät erst zu dem Autohaus gekommen waren, hatten wir einen Parkplatz weit weg. Wir gingen am Straßenrand mit dem Rollstuhl in Richtung Auto. Das Auto mit Nino fuhr an uns vorbei. Er winkte uns nochmals zu. Mir fiel nur auf, dass er in die entgegengesetzte Richtung fuhr, als ich glaubte, dass wir danach zum Hotel müssen…

Endlich wieder im Hotel

Wir waren endlich am Auto. Wir hatten den Rollstuhl auseinander genommen und im Auto verpackt. Es war bestimmt schon gegen 1 Uhr. Erst dann kamen wir zum Hotel. Ich war müde und unkonzentriert und in dem Moment etwas sauer weil jemand den Gehbehinderten-Parkplatz halb zu geparkt hatte. Diesen brauchten wir aber, weil Susanne nur kleine Strecken gehen kann. Ich schimpfte „der Idiot kann nicht parken!“ und Susanne antwortete „Da ist er!“… Wie? der Fahrer des blöd geparkten Autos? Mitten in der Nacht?…

Nein sie meinte Nino! Dieser saß zusammen mit dem Manager und dem Fahrer im Raucherraum der direkt neben dem Haupteingang war. Nino war im gleichen Hotel wie wir!!! Das war mir voll peinlich. Denn ich wollte auf keinen Fall das es aussieht als würde ich ihn verfolgen oder stalken. Also gingen wir möglichst schnell und unauffällig in unsere Zimmer.

Frühstück in Iserlohn

Am nächsten Morgen war Susanne schon recht früh im Frühstücksraum. Sie liebt es morgens erst mal gaaanz laaaange einen Tee zu trinken. Meine Schwester hatte die verrückte Idee, unbedingt noch Joggen zu gehen. Ich wollte in der Zeit erst mal duschen und meine Haare stylen. Ich rechnete eher damit, dass Nino gar nicht frühstücken würde. Deshalb ging ich, nachdem ich gemütlich fertig war, auch in den Frühstücksaal zu Susanne. Diese wartete nur, dass ich endlich komme, denn sie wollte auf Toilette und ich sollte so lange „die Stellung halten“. Ich verstand zwar nicht wieso, aber okay.

Im riesigen Frühstückssaal war fast nichts los und alles war sehr überschaubar. Die Bedienung fragte mich ob ich Cappuccino, Espresso, Schümli oder normalen Filterkaffee möchte. Die Frage wunderte mich etwas und um ehrlich zu sein, ich liebe hundsgewöhnlichen Filterkaffee. Man brachte mir eine ganze Thermoskanne voll. Juhu, lieber viel als nur eine Tasse Kaffeespezialität.

Susanne war noch nicht lange weg da kam Nino in den Saal, alleine! Und ich tat so als sehe ich ihn nicht… Man muss ja nicht zwingend jede Person die den Raum betritt anstarren…

Kaffeetrinken mit Nino de Angelo

Der Saal war so gut wie leer. Gedeckte, freie Tische überall. Doch nur auf einem Stand eine Thermoskanne mit Kaffee!!! Nachdem Nino von keiner Bedienung beachtet wurde erkannte er die Kanne und kam zu mir rüber. „Uschi, darf ich eine Tasse Kaffee von Dir haben?“ Klar durfte er! Er setzte sich zu mir an den Tisch. Er meinte, er würde hier bleiben, bis seine beiden Begleiter endlich da sind. Ich erzählte ihm das ich auch noch auf meine Leute warte.

Susanne war dann doch etwas baff als sie wieder kam. Wir drei unterhielten uns etwas. Wobei Susanne in dem Gespräch unbedingt erzählen musste welches Hotel wir in Koblenz reserviert hatten. Ich hätte ihr ja am liebsten unter dem Tisch ans Schienbein getreten. Aber ich weis ja leider, dass sie das vermutlich aufgrund ihrer Gehbehinderung gar nicht gespürt hätte hätte. Nino meinte aber, dass er nach dem Konzert in Koblenz sofort mit dem Manager fahren müsste. Er würde auch mit dem Fahrer nach Bremen zurückfahren. Das ärgert ihn eigentlich. Er würde auch lieber noch eine Nacht im Hotelbett und nicht im Auto schlafen. Die Autofahrt würde etwa 7 Stunden dauern.

Zurück nach Koblenz

Nach dem Frühstück fuhren wir relativ zeitnah Richtung Koblenz, diesmal aber kürzesten Weg und nicht durch den Westerwald. Denn meine Schwester wollte dort den Zug nach Stuttgart nehmen. Sie war extra nach Koblenz angereist, um mit mir den Geburtstag zu verbringen. Danach fuhr sie von Koblenz wieder heim. So war ich gleich zweimal hintereinander an diesem Bahnhof von dem ich in früheren Jahren oft an und abgereist bin. Fast 20 Jahre lang war ich jedes Jahr mindestens einmal in Koblenz, weil dort die Thomas Anders-Fanclubtreffen stattfanden. Auch wenn ich meist mit dem PKW nach Koblenz gefahren bin, habe ich fast jedes Mal jemanden am Bahnhof abgeholt. Oder ich habe jemanden hin gebracht. Der Bahnhof und der Platz davor löst bei mir viele Erinnerungen aus.

Mister Jenseits von Eden-Tour in Koblenz

Das Konzert in Koblenz war irgendwie besonders. Nicht nur weil ich persönlich einen solchen Bezug zu der Stadt habe. Nein es war (leider) das einzige Konzert dieser Tournee das wirklich voll war. Sämtlicher Termine der Tournee mussten verlegt werden, wie schon erwähnt Kaiserslautern wurde sogar zweimal verschoben. Der Termin in Koblenz wurde zusätzlich vom Großen Saal der Moselhalle auf den kleinen Saal verlegt. Und der war nicht nur gut gefüllt, sondern es musste sogar nach bestuhlt werden!

Für mich eigentlich unverständlich, denn es gab ja Tickets mit Platznummern. Die es aber alle nicht gab!!! Zum Glück kannten wir Nino’s Manager. Wir konnten diesen rechtzeitig darauf ansprechen, dass es gar keine Reihe 1 gab. Bei nicht fest vergebenen Plätzen hätten wir mit der gehbehinderten Person ein echtes Problem gehabt. Das löste er schnell und unbürokratisch in dem er uns wenige Minuten eher rein ließ. So saßen wir schon als das Chaos im Saal entstand. Keiner fand seinen bezahlten Platz! Und es gab zu wenig Stühle. Für mich war das unverständlich! Man wusste doch welche und wie viele Tickets verkauft waren!!!

Dafür war die Stimmung während des Konzertes besonders gut. Der volle Raum und die kleinere Bühne machten es heimeliger und das Publikum war ausgelassener als bei den anderen Terminen. Klar springt der Funken schneller über in einem kleineren Saal als in der halb leeren ehrwürdigen Fruchthalle in Kaiserslautern.

Dafür war die anschließende Autogrammstunde auch sehr „kuschelig“, heute würde man sagen beengt. Nicht so extrem viel Platz drum herum wie in Kaiserslautern, Karlsruhe oder Hoyerswerda. (ihr seht ich hab Erfahrung)

Susanne und ich warteten geduldig bis ganz zuletzt. Wir wussten, dass wir einen extrem kurzen Weg zum Hotel hatten. Das Merkur ist praktisch an die Moselhalle angebaut.

Nach der Autogrammstunde

So hatten wir auch viel Zeit um uns zu unterhalten und andere Fans kennenzulernen. So Sprach ich einfach Leute an die ich zwei Tage zuvor in Kaiserslautern gesehen hatte. Mit einigen von diesen Leuten habe ich heute noch Kontakt.

Nach der Autogrammstunde begleiteten wir einen Bekannten zu seinem Auto das im Parkhaus stand. Wir handelten nicht ganz uneigennützig. Wir wussten, dass es von dort aus einen Aufzug direkt in das Hotel gab. Wir waren ja mal wieder mit dem Rollstuhl unterwegs. Lange quasselten wir neben dem Auto denn Fans haben immer viele Gesprächsthemen.

Mit dabei war eine junge Frau. Sie hatte erzählt, dass sie die Nacht am Bahnhof verbringen wolle. Sie wollte auf den ersten Zug warten. Ich fand die Idee nicht so gut. Ich überredete sie, dass sie wenigstens noch eine Weile mit in die Hotelbar kommt. So musste sie nicht zu lange in der Kälte stehen.

Also gingen wir irgendwann sehr spät zu diesem Aufzug. Ich hatte EG gedrückt weil wir ja in die Bar wollten. Die Türe geht im Erdgeschoss auf und… Vor uns steht Nino! Mit einer Reisetasche, murmelt irgendwas von „Sachen weg bringen“ und verschwindet im Aufzug.

Hatte er nicht irgendwas von einer 7 Stunden Autofahrt erzählt? Ähm wir hielten dieses für uns. Die dritte Person brauchte ja nicht zu wissen, dass wir am Morgen zusammen Kaffee getrunken hatten.

Nachdem ich höflich nach dem Raucherbereich (vor der Türe) gefragt hatte, setzten wir uns in die Bar. Wir saßen so, dass wir die Türe sehen konnten. Es dauerte auch nicht lange und Nino kam in die Bar. Ging zum Tresen, bestellte irgendwas und ging raus vor die Türe zum Rauchen… in der gleichen Kleidung wie bei der Autogrammstunde, ohne Jacke! Im November, nachts bei ca. 4 Grad. Spinnt der?!

Susanne hatte den gleichen Gedanken. Sie warf mir ihre Jacke auf den Schoß. Ihre ist wenigstens schlichtes Schwarz. Meine ist nicht so bunt wie ihre. „Bring ihm die Jacke, der erkältet sich sonst!“ hieß sie mir! Mit der Jacke auf dem Arm ging ich zu ihm. Es war wirklich A-kalt und er fror sichtlich. Er lehnte die Jacke ab, aber machte die Zigarette aus und kam mit mir nach drinnen. Er setzte sich zu uns. Er erzählte uns, dass er keinen Bock auf die Autofahrt hatte. Deshalb hätte er im Hotel eingecheckt. Er würde lieber am nächsten Tag mit dem Zug nach hause fahren. Er blieb noch fast eine Stunde und wir unterhielten uns angeregt. Natürlich berichteten wir ihm auch von dem Chaos mit den Sitzplätzen. Davon hatte er natürlich nichts mitbekommen.

Wieder Koblenz Hautpbahnhof

Am nächsten Tag haben Susanne und ich nicht im Hotel gefrühstückt. Stattdessen sind wir in die Koblenzer Altstadt in ein kleines Kaffee gegangen. Am Mittag habe ich sie dann zum Bahnhof gebracht. Sie sollte mit dem Zug nach hause fahren und ich mit dem Leihwagen alleine zurück nach Lörrach.

Da Susanne nicht gut zu Fuß ist wollten wir sehr frühzeitig am Bahnsteig sein. Doch als wir dort ankamen zeigten alle Anzeigetafeln Zugverspätungen an. Wegen irgendeiner Störung hatten alle Züge 15 Minuten Verspätung. Und es blies ein unangenehm eisiger Wind. Wir beschlossen nicht hier zu warten sondern lieber in der Bahnhofshalle.

In der Unterführung herrschte mittlere Völkerwanderung, weil so ziemlich alle Fahrgäste diese Idee hatten. Plötzlich kommt uns ein Mann entgegen. Er spricht mich an: „Uschi, dein Zug ist verspätet. Du warst auch gerade auf dem falschen Gleis.“ Nino !!!

Er stand wohl auf dem gegenüberliegenden Gleis und hatte uns gesehen. Er vermutete, dass ich mit dem Zug Richtung Süden fahren wollte. Wir waren aber auf dem Gleis, wo der Zug Richtung Hamburg kommen sollte.

„Coffee to go“ am Koblenzer Bahnhof

Wir drei beschlossen zusammen einen Kaffee in der Bahnhofshalle zu trinken. Das war sehr nett und zum ersten Mal war ich echt dankbar um eine Zugverspätung… Susanne Zug fuhr als erstes. Als ich sie mit ihrem Koffer zum Bahnsteig begleitete, passte Nino auf meinen Koffer und Kaffeebecher auf. Auf dem Bahnsteig quatschte Susanne einen Jungen Mann an. Sie fragte, ob er ihr mit dem Koffer hilft, damit ich ganz schnell wieder zu Nino zurück konnte. Sehr nett.

Von Koblenz fuhr ich mit dem Leihwagen nach Lörrach um ihn dort wieder zurück zu geben. Wir hatten den Wagen bei Sixt gemietet und waren sehr zufrieden.

Glücklich und Dankbar

Es war ein wunderschönes Wochenende das wir nie wieder vergessen werden. Vielen Dank an Nino de Angelo für die Konzerte, das Du uns den Anlass gegeben hast miteinander durch die Gegend zu fahren. Ich hoffe sehr das wir irgendwann wieder solche Reisen unternehme können.

Noch mehr von Nino de Angelo an meinem Geburtstag

Ein Kommentar zu „Roadtrip zu Nino de Angelos Konzerten: Ein Erlebnisbericht“

  1. […] Darunter waren alleine 5 Stück für Kaiserslautern, weil ich geplant hatte meine Verwandtschaft die dort wohnt zu dem Konzert einzuladen. Leider wurde der Termin verschoben, mein Onkel verstarb in der Zwischenzeit und meine Tante und Cousine wollten dann nicht mehr mit. Ich musste also 3 von 5 Tickets zurück geben. Letztlich wurde der Termin in Kaiserlsautern zweimal verlegt, aber ich konnte das Konzert mit meiner ursprünglichen Eintrittskarte besuchen. Mehr dazu unter „Roadtripp zu meinem Geburtstag“ […]

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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