Digitalisierung begegnet uns inzwischen überall – oft sogar, ohne dass wir darüber nachdenken.

Vielleicht sagst Du von Dir: „Mit KI habe ich nichts zu tun.“ Aber stimmt das wirklich?

Viele Abläufe in unserem Alltag funktionieren heute digital oder automatisch. Manche Systeme nutzen tatsächlich künstliche Intelligenz, andere nehmen uns einfach durch Digitalisierung Arbeit ab. Und manchmal merken wir erst, wie weit diese Entwicklung bereits gegangen ist, wenn jemand damit nicht mehr Schritt halten kann.

In den vergangenen Monaten sind mir dafür gleich mehrere Beispiele in meinem eigenen Alltag begegnet.

Keine Kontoauszüge mehr

Meine Mutter (86) war diesen Sommer mal sehr besorgt, denn ihre Bank hatte sie Informiert das es nun bald keine gedruckten Kontoauszüge mehr geben würde.

Sie ist noch ganz „alte Schule“ und hat stets die Kontoauszüge gesammelt und in diesen kleinen querformatigen Heftern aufbewahrt.

Als ich Kind war hatte sie mir beigebracht das es sehr wichtig ist diese in der richtigen Reihenfolge aufzubewahren. Denn nur so könne man seine Finanzen im Überblick haben und im Falle eines Bankfehlers dieses nachweisen.

Seit ich onlinebanking mache, finde ich dies weit übersichtlicher und die Papierbelege sind für mich nicht mehr wichtig.

Aber für meine Mutter. Sie war föllig aufgeregt und bat mich vor dem Stichtag an dem die entsprechenden Automaten abgebaut werden sollten, zur Bank zu fahren und ihr helfen das zu klären wie sie denn nun an die Information über ihre Kontobewegungen kommt.

Bis dahin war mir nicht klar das meine Mutter noch nicht wusste wie man am Bankautomat die Umsätze und den Kontostand abruft und einsieht.

Dabei mache ich das seit Jahren schon so, das ich nachsehe was „im Computer steht“ und nicht was ausgedruckt wurde.

Meine Mutter hat offensichtlich diese Entwicklung nie mitgemacht. Zwar konnte sie die Bankautomaten bedienen um Geld abzuheben ab er auf die Idee den Automaten zu nutzen um „nur mal gucken“ musste sie diesen Sommer erst lernen.

Sie hat echt Probleme damit den Kontostand einzusehen, und später zuhause noch wissen was sie dort am Automat gelesen hat. Onlinebanking kann sie leider überhaupt nicht bedienen, da sie weder mit einem Computer noch mit einem Smartphone umgehen kann.

Als wir in der Bankfiliale standen und die geduldige Mitarbeiterin ihr den Abruf der Kontobewegungen das dritte mal erklärte fragte meine Mutter „wie machen die anderen Leute denn das?“ und bekam zur Antwort „Wir hatten zuletzt noch 20 Kunden in der ganzen Stadt die regelmäßig gedruckte Kontoauszüge abgeholt haben, das lohnt sich einfach nicht mehr“

Meine Mutter fiel aus allen Wolken. Die Leute müssen doch nachsehen können was auf ihrem Konto los ist. Und fast alle ausser ihr machen dies schon längst mit Computer oder Handy.

Dieses Bankunternehmen bietet sogar für die paar Senioren die die Kontoauszüge nicht digital abrufen können (oder wollen) an, am Schalter diese auf normale A4 Blätter auszudrucken. Aber dies wird natürlich berechnet. Eigentlich finde ich das eine ganz akzeptable Lösung und wenn man dies regelmäßig nutzt hat man die Sachen richtig schön übersichtlich. Aber meine Mutter will sich noch nicht damit anfreunden.

Ein Paket verschicken

Kürzlich habe ich etwas bei Ebay verkauft. Ich kenne Ebay schon seit seinen Anfängen vor 1999 und habe früher oft und viel verkauft. Früher war dies viel komplizierter und aufwändiger als heute.

Ebay bietet nach dem Verkauf automatisch „Porto hier kaufen“ an. Da man ja bei Start der Aution schon längt eingegeben hat wie groß und schwer der Artikel ist, schlägt das System das geeignete Versandunternehmen und Produkt vor.

Nutzt man diese Funktion für DHL werden schon gleich die Adresse des Käufers mit übermittelt und man kann sich nun direkt das Versandetikett ausdrucken.

Jahrelang habe ich die Funktion so genutzt und das Versandettikett auf dem Heimdrucker (den ich zum Teil nur noch dafür benutzt habe) ausgedruckt. Aber auch das spare ich mir mittlerer Weile.

Heute geht das so: Ich kaufe ein Versandetikett über Ebay. Dieses wird mit per E-mail oder in der App als QR-Code dargestellt.

Mit diesem gehe ich zu einem DHL Shop, gebe das unbeschiftete Paket ab, der Mitarbeiter scannt meinen QR-Code auf dem Handy und schwupps, wird das entsprechende Versandetikett ausgedruck.

Komplett mit Adresse des Käufers, mit meinem Absender und schon längst bezahlt. Der Mitarbeiter im Shop checkt nur noch kurz ob mein Päckchen oder Paket nicht zu groß oder schwer ist.

Will ich jedoch ein Päckchen oder Paket abschicken wenn der Laden zu ist, dann gibt es dafür die Packstationen. Hier wird es noch faszinierender:

Ich kaufe das Porto in Ebay und erhalten den QR-Code per mail und in der Ebay-App. Das Packstück klebe ich einfach nur zu, beschriften muss ich es nicht. Das mache ich nur wenn ich mehrere gleichzeitig weg bringe, damit ich sie nicht verwechsle.

Dann gehe ich zu der Pakstation und drücke am Display „Versenden“. Dann fordert mich das Gerät auf das Versandetikett zu scannen. Das habe ich jedoch nicht und deshalb wähle ich „manuelle Eingabe“, denn unter dem gernerierten QR-Code steht ein Code aus Buchstaben und Zahlen, diesen Tippe ich ein. Dann fragt das Gerät „klebt ein Versandetiket auf dem Paket“ und ich tippe Nein. Dann wird dieses ausgedruckt!

Bssst und ich habe ein fertiges Versandetikett, übrigens das gleiche das auch der DHL Mitarbeiter im Shop ausdruckt. Das klebe ich auf das Packstück und scanne es an dem Automaten. Dann muss ich nur noch angeben wie groß mein Teil ist und dementsprechend öffnet sich ein Fach. Ich lege mein Packstück ein. Schließe die Türe und gebe der Packstation an, an welche E-mail ich die Versandbestätigung geschickt haben möchte. Fertig!

Übrigens habe ich dies schon nachts um 23 Uhr oder unterwegs zu meinem Freund in dessen Wohnort gemacht. Absolut praktisch!

Digitale Technik in meinem Arbeitsalltag

Das ich meine Dienstpläne, Weisungen und Regelwerke überhaupt nicht auf Papier bekomme habe ich sicher schon mal erwähnt. Bei der deutschen Bahn findet all dies nur digital auf Handy und Tablett statt. Ich bin es nicht anders gewohnt und finde es sehr praktisch.

Bei der Fahrkartenkontrolle hilft uns die Digitalisierung ebenfalls. Auch Funktionen wie der Komfort-Check-in zeigen, wie viele Abläufe inzwischen automatisch im Hintergrund laufen.

Ich kontrolliere die digitalen Online-Tickets indem ich sie mit dem Handy abscanne. Die Fahrgäste haben entweder einen Ausdruck mit QR-Code oder diesen auch im Handy.

Binnen wenigen Sekunden scanne ich das Ticket ab und mein Handy zeigt mir gültig oder ungültig. Nur in wenigen Fällen muss ich selber lesen und entscheiden ob das Ticket akzeptiert werden kann.

Im Hintergrund prüft schon seit Jahren eine KI die gescannten Daten auf Plausibilität. Da ich meinem Handy beim einbuchen gesagt habe in welchem Zug ich tätig bin, kann dieses abgleichen wo ich unterwegs bin und ob das Ticket auch wirklich zu unserer Strecke passt.

Man kann also gar nicht das System verarschen und mit einer Fahrkarte von Hamburg nach Kiel einfach nach München fahren. Ich muss während der Fahrkartenkontrolle nicht ständig überlegen „passt dieses Ticket zu meiner Route“ das mach das System automatisch. Nur wenn der Fahrgast nicht mit seinem ursprünglich gebuchten Zug fährt fragt mich das System wo der Fahrgast umsteigen will.

Es gehört also zu meinem Alltag ständig mit KI gesteuerten Systemen zu arbeiten. Mich von dieser unterstützen zu lassen und auch hin und wieder ihr Daten füttern.

Glaubst Du noch Du tust dies nicht auch?

Dieser Beitrag wird als Samstagsplausch bei Karminrot und im Lesezimmer verlinkt.

Übrigens helfen Digitalisierung und KI auch bei der Buchführung und der Steuererklärung wie ich im April 2024 schon mal berichtet habe.

Der Schrank einer DHL Packstation

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Ein Kommentar zu „Wie digital unser Alltag längst geworden ist“

  1. Avatar von Jörg Bollhöfer

    Hallo Uschi,
    dafür, dass ich alles selbst machen muss, bin ich nun unbezahlter Bankkaufmann, Postbeamter, Kassierer, etc. PP.
    Die Umsätze steigen, die Arbeitlosenzahl ebenso. Das ist nicht schön. Aber dein Artikel ist trotzdem „schön“…
    Danke fürs Teilen
    Jörg

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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