Eigentlich war ich am ersten Mai von meiner Kirchengemeinde zu einer Maiwanderung eingeladen. Diese sollte in Todtmoos stattfinden, da wir dort auch einige Gemeindemitglieder haben, welche sich gut auskennen und zwei verschiedene Routen ausgesucht hatten. Eine kurze „Kinderwagentaugliche“ für die jungen Familien mit kleinen Kindern und Leute, die nicht so fit sind.
Für diejenigen, die öfters und gerne Wandern wurde eine anspruchsvollere und längere Strecke ausgesucht. Wenn ich freigehabt hätte, wäre ich lieber auf die längere Wanderung mit gegangen. Diese musste allerdings wegen SCHNEE abgesagt werden! Die Wege seien nach den jüngsten Schneefällen am vergangenen Wochenende teilweise schneebedeckt und das könnte für nicht so erfahrene Wanderer gefährlich werden. Das war die Info letzten Montag…
Mein Dienstplan am ersten Mai
Als Zugbegleiter im Fernverkehr sind Feiertage genauso Arbeitstage. Obwohl ein Sonntagsfahrplan gefahren wird, braucht es ja Personal die diese Züge begleitet. Mein Dienstplan sah einen Dienstbeginn schon vor sieben Uhr vor, und da die S-Bahn wie sonntags fährt, musste ich schon um 6 Uhr auf die S-Bahn.
Wir begleiteten einen Zug bis nach Köln wo wir Mittagspause hatten. Danach ging es mit einem nagelneuen ICE 3 Neo nach Frankfurt Hauptbahnhof und später die gleiche Strecke zurück.
ICE 3 Neo
Die Bezeichnung irritiert die Laien etwas, nur so viel der Neo ist neuer als der ICE 4. Wenn ich richtig recherchiert habe, ist dieser auf der Strecke Köln-Frankfurt erst seit Dezember 23 im Einsatz. Das Ambiente und die Farbgestaltung im Innenraum ist sehr modern und chic. Für mich alles Zugbegleiter war alles noch ein wenig aufregend, weil einige Dinge anders angeordnet sind, als ich es vom 4er gewohnt bin. Doch das hatte ich schnell drin.
Während meiner Umschulung habe ich die entsprechende Ausbildung zu diesem Fahrzeug zwar erhalten, aber damals waren wir nur wenige Stunden in einem abgestellten Zug um mal kurz alles anzusehen. Alles andere war Theorie zum lesen und lernen. Das erste Mal in echt damit unterwegs sein war interessant.

Die Farbgestaltung ist eine andere als bei den meisten ICEs. Die Sitze sind nicht mehr blau sondern grau. Hier zu sehen die erste Klasse.

Da wegen des Feiertages nicht sehr viele Fahrgäste da waren, hatte ich etwas Zeit und Platz um ein paar Fotos zu machen.

Ganz komfortabel sind die herausziehbaren Tische in der ersten Klasse. Sie verfügen über einen Tablet/Handy-Halter auf dem man mit dem silberfarbenen Clip, der höhenverstellbar ist, das Gerät fixieren kann. Das ist echt eine sinnvolle Erfindung, denn es gibt wirklich viele Fahrgäste, die ein Tablett oder Handy nutzten, um Filme zu sehen, zu lesen oder zu lernen.
Links im Bild erkennbar sind die Getränkehalter, die ich für das Bild leider nicht ausgeklappt habe. An ihnen gefällt mir, dass die Klammern, die das Glas oder die Flasche greifen sollen, aus Metall sind und damit nicht so bruchgefährdet.
Feierabend um 16 Uhr in Köln
Wir hatten eine Übernachtung in Köln in unmittelbarer Umgebung des Hauptbahnhofs. Da wir schon so schön früh Feierabend hatten, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich mit einer alten Freundin, die in der Nähe von Bonn wohnt zu treffen.
Sie hat mich am Bahnhof abgeholt und nachdem wir mein Gepäck im Hotel abgestellt hatten wollten wir zusammen essen gehen. Eigentlich hatte ich eine Pizzeria im Hinterkopf, die ich das letzte Mal mit einer Bahn-Kollegin entdeckt hatte. Aber es war so schön warm, dass wir uns spontan für ein anderes Lokal, wo man draußen sitzen kann, entschieden haben.
Wohl bemerkt, es geht hier um den gleichen Tag, an dem die Wanderung wegen Schnee abgesagt wurde !!!
Abendessen in Köln

Wir landeten im Außenbereich des Brauhaus „em kölsche Boor“, wo uns die Bedienung freundlich mit „Na? Kölsch?“ begrüßte. Die Speisekarte war in Kölsch verfasst mit deutschem Untertitel. Da war die Rede von „Wooscht, Kappes und Äädäppelszupp (Wenn Du nicht glaubst, dass es ein deutsches Wort mit drei „ä“ gibt, dann guck mal hier)

Es war bis 19 Uhr so schön warm, dass wir es ohne Jacken draußen sitzend angenehm fanden. Dann bin ich ins Hotel und um etwa 19:30 ins Bett. Denn am nächsten Morgen ging es um 4 Uhr wieder los.
Das Hotel, in dem wir untergebracht waren, beherbergt regelmäßig Mitarbeiter der Deutschen Bahn und hat sich auf deren Bedürfnisse eingestellt. Weckruf und Kaffee morgens um 3:30 Uhr fand ich wirklich ein hervorragender Service!
Der erste Zug Richtung Frankfurt war gut ausgelastet, aber etwa ein Viertel aller Fahrgäste waren Polizisten oder Zoll-Mitarbeiter, die zum Dienstbeginn am Flughafen pendeln. Wir hatten am Frankfurter Hauptbahnhof eine Pause und dann ging es mit einem weiteren ICE zurück nach Basel. Um 10 Uhr war ich dann wieder zuhause und hatte den Rest des Tages frei.
Solche Schichten gefallen mir sehr. Ich bin nach wie vor glücklich über meinen neuen Beruf als Zugbegleiter im Fernverkehr. Siehe dazu auch „Ich fahre eine Übernachtung“
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