Meinen Samstagsplausch am Pfingswochenende kann ich leider erst am Sonntagabend veröffentlichen, weil ich gestern in Frankreich unterwegs war. Nachdem ich diese Woche beruflich in Berlin und Frankfurt übernachtet habe, war ich diese Nacht im Elsass bei Freunden.
Über die Dienstreise nach Berlin habe ich einen separaten Post geschrieben, guck mal rein was ich in Berlin Gesundbrunnen entdeckt habe. Oder Du guckst Dir meine Mai-Kollage an, da fasse ich den ganzen Monat zusammen.
Einladung ins Elsass
Am Samstag war ich eingeladen bei Freunden. Wir haben zusammen überlegt wie lange wir uns schon kennen. Die Freundin aus Nancy habe ich vor über 30 Jahren durch den Thomas Anders-Fanclub kennengelernt. Unser Gastgeber Fred kenne ich seit über 25 Jahren. Auch ihn hatte ich in dem Kontext kennengelernt, und früher sah er unserem gemeinsamen Lieblings-Sänger extrem ähnlich. Das war so krass das ich ihn auch schon mal ganz direkt gefragt habe ob er sich hat irgendwie operieren lassen. Hat er nie, die fatale Ähnlichkeit ist völlig natürlich.
Vor einigen Jahren mal hat seine Mutter ihn zum Thomas Anders-Fanday begleitet und zu dem Modern Talking Sänger in ihrem sympatischen Elsässerdeutsch angemerkt „Du siesch aus wie mi Sun“… Auf dem gemeinsamen Foto wirken die beiden wie Brüder. Jetzt wo die beiden älter geworden sind, ist es nicht mehr so stark.
Zu Gast bei DJ Fred

Fred ist mittlerer Weile selber ein kleiner Star. Er ist schon seit vielen Jahren als DJ auf Partys und Volksfesten sehr beliebt. Seine Spezialität sind 80er Jahre Partys. Wo natürlich Modern Talking niemals fehlen darf.
Zwei Freundinnen aus Frankreich und ich waren auch zum Übernachten Gäste bei Fred zu Hause. Allerdings hat es stets einen Nachteil, wenn man beim DJ der Hausgast ist… man muss bleiben bis die Party zu Ende ist. Schlafmangel also schon vorprogrammiert.
An der 80er-Party die von einem regionalen Verein organisiert war, waren wir dann gemeinsam mit seiner Mutter und weiteren engen Freunden sowas wie die VIPS. Nachdem die Leute mitbekommen haben das ich aus Deutschland komme umso mehr. Dabei hatten die beiden Freundinnen aus Frankreich eigentlich einen weiteren Weg als ich.
Anreise über Basel
Doch meine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln klang doch so viel weiter, weil ich ja über ein drittes Land nach Frankreich anreisen musste. Doch in Kilometern gerechnet war es gar nicht so weit. Dennoch musste ich mit zwei unterschiedlichen Eisenbahnunternehmen reisen.
Bis zum Basler Schweizer Bahnhof ging es mit „meiner S-Bahn“, mit der ich fast täglich zur Arbeit fahre, nur eben eine Station weiter. Diese S-Bahn wird von der SBB betrieben.
Im Schweizer Bahnhof, der im Volksmund auch manchmal Zentralbahnhof genannt wird, musste ich vom deutsch/schweizerischen Teil zu den Gleisen für die französischen Züge wechsel. Der Fußweg führt durch eine riesige Halle, wo sich früher ein Grenzübergang mit Zollabfertigung befand. Denn man passiert theoretisch die Grenze nach Frankreich.
Doch der Grund, warum das baulich nicht geändert wurde, liegt im technischen Bereich. Die Züge in Frankreich verkehren mit einer anderen Oberleitungsspannung als in Deutschland und der Schweiz. Deshalb gibt es immer noch Züge, die technisch bedingt nicht einfach durchfahren können.
Selbstverständlich gibt es auch Grenzübergreifende Fernverkehrszüge wie der TGV oder ICE. Die modernen Schnellzüge können sozusagen umschalten. Doch die etwas älteren Nahverkehrszüge haben noch oft nicht kompatible Lokomotiven.
Unterwegs mit SNCF
Für den Streckenabschnitt von Basel nach Selestat konnte ich kein Ticket in meiner deutschen App buchen, deshalb plante ich zunächst dieses am Automaten im SBB zu erwerben. Doch ich fand dort nur das Tri-Regio-Ticket und dieses ist nur bis Mulhouse gültig.
Also stieg ich nur mit einem Ticket nur für einen Teil der Strecke ein. Während der Fahrt, als sich mein Handy in das französische Netz eingewählt hatte, lud ich die App der französischen Bahn herunter. Das ging sehr schnell und auch die Einrichtung meines Accounts ging schnell und unkompliziert. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich damals mit SSB in Stuttgart. Also ich verstehe die Bedenken der Leute, die sich weigern eine neue App zu versuchen in solchen Fällen nicht.
Die App „SNCF Connect“ spricht übrigens deutsch, weil es erkennt, dass man eine deutsche Handynummer nutzt. Aber man kann auch viele weitere Sprachen auswählen, darunter auch albanisch und arabisch! Es gibt also auch keine Sprachlich bedingte Schwelle ein solches Angebot zu nutzen.

Nachdem ich mein Zahlungsmittel hinterlegt hatte, konnte ich sofort ein Ticket erwerben. Meine Kreditkarte hat einen kleinen Sicherheitsmechanismus, wenn sie im Ausland eingesetzt wird erhalte ich eine SMS und eine Nachricht von meiner Banking-App. Also dreifache Kontrolle, ob wirklich nur der korrekte Betrag belastet wird.
Neben Fahrplanauskunft und Ticket kauf, kann man in der App auch Notrufe oder Beschwerden machen und sogar mit einem Hilfsbot chatten. Ich finde das Desing noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch meine ersten beiden Einsätze (hin und zurück) habe ich durchweg positive Erfahrung damit gemacht.
Bahnhof Selestat

Dieser Schriftzug ziert den Bahnhofsvorplatz in Selestat. Mehr über die diese Stadt im Elsass mit dem deutschen Namen Schlettstadt findest Du auf Wikipedia. Überhaupt haben hier viele Ort zwei Namen, einen deutschen und einen französischen.

So sieht ein Bahnsteig in Frankreich aus. Die Bahnhofsuhren sind Schwarz und der Sicherheitsstreifen an der Bahnsteigkante ist viel breiter als bei uns in Deutschland. Doch es wird dasselbe Blindenleitsystem (weißer geriffelter Streifen) verwendet.

Aber diese Papierkörbe wirken auf mich schon fast belustigend. In Deutschland und Schweiz werden hier geschlossene Metallbehälter eingesetzt. Ob die Müllbehälter überall in Frankreich so aussehen, wage ich zu bezweifeln.
Ein wunderschöne 80er Party
Am Samstag Abend haben wir gemeinsam einen wunderschönen Tanzabend in der Fest und Turnhalle in Uttenheim verbracht. Die Party war von dem regionalen Blutspendeteam organisiert und es fanden über 220 Gäste in der ausverkauften Halle Platz. Mit dem Ticket hat man automatisch einen Sitzplatz mit Essen bezahlt. Das Essen war üppig und lecker und wurde am Tisch serviert. Die Organisation fand ich sehr gut.
DJ Fred hat für ausgelassene Stimmung und Tanz gesorgt sowie moderiert. Für das Essen und später den Kaffee oder Tee gab es zweimal eine Pause. Das Ambiente und die Stimmung haben mir sehr gut gefallen. Mir ist aufgefallen, dass es keine Betrunkenen gab und so gut wie jeder mal getanzt hat. Ich war fast den ganzen Abend auf der geräumigen Tanzfläche.
Wenn Du in der Nähe wohnst und die Musik der 80er liebst, dann guck doch mal auf der Facebookseite von DJ-Fred, dort findest Du alle Termine. Vielleicht treffen wir uns mal bei einer 80er Party. Um über neue Termine auf dem laufenden zu bleiben kannst Du DJ-Fred liken.
Übrigens : Fred hat in seinem Esszimmer eine mechanische Anzeige, wo die Zahlen umklappen, so wie früher die Radiowecker waren. Wenn er bei Facebook ein Like bekommt, zählt der Zähler weiter. Wie das technisch funktioniert weis ich nicht, ich fand es nur sehr faszinierend.

Dieser Beitrag wird bei Karminrot und im Lesezimmer verlinkt und nimmt somit beim Samstagsplausch teil.





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