Schon im Sommer habe ich Euch meine diesjährige „Sockenkiste“ in dem gleichnamigen Beitrag gezeigt. Es handelt sich um eine einfache Pappschachtel in der ich meine in diesem Jahr gestrickten Socken sammle um sie dann für den Advenbasar in Der FCG-Lörrach zu spenden.
Die Tradition habe ich mir vor 3 Jahren angewöhnt, beim ersten Versuch war es ein einfacher Schuhkarton, der noch nicht mal richtig voll war. Weil mir das Sockenstricken immer leichter von der Hand ging und ich beruflich bedingt mehr Zeit zum Stricken habe, war die Schachtel schon letztes Jahr viel größer.
2025 konnte ich insgesamt 24 Paar selbstgestrickte Socken spenden. Davon wurde ein Großteil erfolgreich verkauft. Was mich für 2026 weiter motiviert hat.
Sockenstricken während der Arbeit?
Ja es gibt Berufe, wo es vorkommt, dass man während der Arbeitszeit Zeit hat zum Stricken. Denk doch nur mal an Nachtwächter, Bereitschaften oder Tätigkeiten, die regelmäßig mit Wartezeiten verbunden sind, wie Lkw‑Fahrer, Stewardessen usw.
So kommt es auch manchmal in meinem Beruf Zugbegleiterin im Fernverkehr zu längerem Warten oder wir fahren nur als Fahrgast im Zug bis zum nächsten Einsatzort. Die Zeit zum Stricken habe ich also immer wieder. Aber woher kommt das Material?
Sockenwolle geschenkt bekommen!
Im letzten Januar hatte mir eine liebe Freundin ein Paket mit Sockenwolle angekündigt und ich hatte lapidar geantwortet: „Nur her damit, ich bekomme das schon verarbeitet“. Daraufhin hat sie mir einen riesigen Karton voller Wolle geschickt. Zum Teil richtig hochwertige Sockenwolle. Auch noch ganz viele andere Garne, die nicht für Socken gedacht sind, sondern für andere Projekte. Und es war so viel, dass ich zuerst nicht wusste, wo ich diese Mengen lagern soll.
Der riesige Karton mit der Wollspende stand noch mitten in meinem Wohnzimmer als mich ein Bekannter aus meiner Kirchengemeinde anrief. Er hatte gerade die schwere Aufgabe die Wohnung seiner alten Mutter aufzulösen, die leider ins Heim musste. Sie war eine der fleißigen Sockenstrickerinnen von früher, die zusammen mit anderen Seniorinnen die Tradition, dass es bei unserem Basar immer handgestrickte Socken gibt, begründet.
Nun kann sie nicht mehr stricken und ihr Sohn bat mich, dass ich doch mal ihre Wollvorräte sichte und mitnehme, was ich noch verwerten kann. Schließlich war ich früher mal die Verkäuferin im Warenhaus, die ihr einen Teil der Wolle irgendwann mal verkauft hat. Er konnte ja nicht ahnen, dass ich gerade jetzt einen riesigen Vorrat an Sockenwolle geschenkt bekommen hatte.
Deshalb sagte ich dem Treffen zu und es war tatsächlich so, das ich einzelne Knäuel erkannte, die sie damals bei mir gekauft hat. Auf einem stand sogar noch meine damalige Verkäufernummer!
Gute Sockenwolle ist ohne weiteres 10 Jahre und mehr haltbar, wenn sie fachgerecht gelagert wurde. Und davon konnte ich mich in ihrer Wohnung überzeugen. Deshalb nahm ich die Wolle, obwohl ich schon viel zu viel zuhause hatte.
Ich brauchte Hilfe beim Stricken
In meiner Altersklasse gibt es nicht mehr sehr viele, die noch wirklich Socken stricken können. Aber ich erinnerte mich an eine Freundin, mit der ich mich schon ein paar Mal über dieses Hobby ausgetauscht hatte. Diese rief ich an und fragte ganz direkt, ob sie nicht Lust hätte, ein paar Sockenpaare für unseren Basar zu stricken. Ich würde ihr auch die Wolle zur Verfügung stellen. Sie dürfe machen, was sie will, egal ob bunt, ob uni, gemustert oder schlicht. Auch die Größen dürfte sie selbst bestimmen , was ihr Spaß macht.
Bei einem Besuch im Frühjahr durfte sie sich aussuchen, was sie will. Sie hatte eine große Tragetasche dabei, aber ich habe nicht gezählt, wie viele Knäuel sie mitgenommen hat. Denn ich dachte mir: „Ich bin so über die Maßen beschenkt worden mit dieser riesigen Auswahl an hochwertiger Wolle, da kann ich ohne weiteres teilen“
Wir verabredeten uns für den Herbst, dann wollte sie mir fertige Socken dafür geben. Kein fester Termin, keine feste Menge. Aber ich war sehr froh, dass ich mich darauf verlassen konnte, nicht die einzige Lieferantin für selbstgestrickte Socken zu sein.
Denn bei mir lief das Stricken nicht ganz so gut wie letztes Jahr. In meiner Sockenkiste war noch viel Platz.
Eine Freundin spendet Socken
Letzte Woche war nun dieser Termin. Wir trafen uns für die „Übergabe“. Das Treffen sollte bei ihr in der Wohnung stattfinden. Ich dachte erst, sie habe keine Lust auf Spaziergang oder weggehen.
Nach einer gemütlichen Tasse Tee bat sie mich in das Nebenzimmer, wo sie die Socken vorbereitet hatte:

Oh Wow! Ich war überwältigt. Ich hatte mit 5–6 Paaren oder, wenn es hochkommt, mit vielleicht zehn Paaren gerechnet. Von dieser Menge und den tollen Farbkombis war ich echt begeistert!
Das ist weit mehr, als in meine Sockenkiste passen würde!
Diese liebe Freundin aus Weil am Rhein hat meine Sockenkiste, also meine Erwartung wie viele Socken ich für den Basar bringen kann, gesprengt! Ein riesiges Dankeschön für diese großzügige Spende.
Der Adventsbasar kann kommen
Jetzt brauche ich mir um die Socken keine Sorgen mehr zu machen und kann mich nun auf die anderen Handarbeiten für den Basar kümmern. Unter „Backsaison begonnen“ habe ich ja schon ein paar meiner Plätzchen gezeigt. In den kommenden Tagen werde ich mit meiner Mutter zusammen backen, das hat sie sich gewünscht.
Ich finde das richtig schön, dass man Gutes tun kann, indem man einfach nur das tut was einem Spaß macht.
Mehr zu dem Adventsbasar unter „Plätzchen und Gemeinschaft“.



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