Hast Du ein Ticket, das am heimischen PC gebucht wurde und als Ausdruck vorliegt, kannst Du dieses auch später in die Handyapp DB-Navigator laden.
Dabei ist es unabhängig, ob das Online-Ticket von Dir selbst oder einer anderen Person gebucht wurde. Diese Option funktioniert, auch wenn die reisende Person jemand anderes ist.
Warum ein Ticket in den Navigator laden?
Warum macht es Sinn, ein bereits ausgedrucktes Online-Ticket in die App DB-Navigator zu laden? Dafür gibt es einige Gründe:
- Du wirst über Änderungen und Verspätungen informiert
- Wird die Zugbindung aufgehoben bekommst Du das klar angezeigt. Mehr über Zugbindung aufgehoben erkläre ich hier:
- Du kannst zusätzliche Informationen über Deine Züge finden, unter anderem die Wagenreihung
- Bei Bedarf kannst Du zusätzliche Informationen über die Bahnhöfe finden (Bahnhofsplan, zusätzliche Anschlüsse)
- Du wirst während der Fahrt über den Reisefortschritt informiert (Du siehst, wo Du gerade bist, und wie lange Zeit bis zum nächsten Halt)
- Wenn ein Anschluss verpasst wird, zeigt es Dir alternative Verbindungen an.
- Du kannst nach der Reise Fahrgastrechte schnell und einfach beantragen
Wie lädt man ein Online-Ticket in den Navigator
Eigentlich ist das ganz einfach. Unter dem QR‑Code, dort, wo auch der Name der reisenden Person steht, findest Du eine Buchungsnummer.
Im DB-Navigator wählst Du den Reiter (unten der zweite von rechts) „Meine Reisen“ dann erscheint meistens oben rechts ein + (Pluszeichen) da klickst du drauf und es öffnet sich ein Bildschirm mit „Buchungsnummer und Name“
Hier gibst Du nun die Buchungsnummer, die aus Buchstaben und Zahlen besteht ein. Die Groß- und Kleinschreibung brauchst Du dabei nicht zu beachten. Danach fragt es nach dem Namen der reisenden Person. Hier wird nur der Nachname benötigt.
Stimmt beides mit der Buchung überein, kann es übernommen werden. Beinhaltet die betreffende Reise mehrere Züge, kann es vorkommen, dass die Buchungsnummer auf 0101 oder 0102 endet. In diesen Fällen muss man diese letzten 4 Ziffern weglassen oder zusätzlich anfügen. Das kann man aber einfach ausprobieren. Man erkennt das auf dem Ausdruck an einem Schrägstrich vor dem Zusatz 0102.
Ist das Ticket eingefügt, muss man den Navigator kurz aktualisieren. Das geht schnell und einfach, aber erfordert Internetverbindung. Die mobilen Daten des Handys sollten also nicht abgeschaltet sein.
Nach der Aktualisierung?
Nach einer erfolgreichen Aktualisierung sollten dann zusätzliche Informationen zu den gebuchten Zügen abrufbar sein. Insbesondere die Wagenreihung.
Erscheint nun irgendwo ein roter Punkt, sollte man sich diesen genauer anschauen. In der Regel deutet dieser auf eine Fahrplanänderung hin. Besonders wenn das Ticket weit vor dem Reisetermin gebucht wurde.
Häufig kommt es zu geringen Änderungen wie Gleiswechseln oder die Abfahrtszeit eines Zuges verschiebt sich um wenige Minuten.
Dies ist kein Grund zur Panik, sondern der neuen, flexiblen Gestaltung der Fahrpläne geschuldet. Die Zeiten, als der Zug „xyz“ jeden Tag auf Gleis „x“ um 7:11 Uhr fährt, sind vorbei. Das war die Zeit der gedruckten Fahrpläne. Heute verkehrt der Zug vielleicht am Montag auf Geis „z“ und am Dienstag um 7:12 Uhr. Und genau dafür brauchst Du die digitale Unterstützung des DB-Navigators.
Online-Ticket im Navigator nach der Reise
Auch nach der Reise kann Dir der Navigator helfen. Besonders wenn die Reise nicht so geklappt hat wie ursprünglich geplant. Bei erheblicher Verspätung kannst Du Dir einen Teil des Reisepreises erstatten lassen. Maßgeblich ist dabei die Ankunft am gebuchten Zielort.
Wenn Du wegen Verspätungen, Zugausfällen oder weiteren bahnbedingten Änderungen mehr als 60 Minuten später an Deinem Reiseziel ankommst, kannst Du Dir 25 % des Reisepreises erstatten lassen.
Bei einer Verspätung am Zielort von über 120 Minuten sind dies sogar 50 % des gezählten Reisepreises.
Das Praktische ist, der DB-Navigator hilft Dir dabei, und zeigt Dir an ob alle Bedingungen für eine Erstattung erfüllt sind oder nicht:
Erstattung im DB-Navigator
Nach der Reise, wenn Du (oder die reisende Person) mehr als 60 Minuten später am Zielort angekommen bist, erscheint im Ticket ganz unten der Button „Entschädigung beantragen“. Nach einem Klick auf diesen Button öffnet sich ein Menu in dem Du eingeben kannst wann Du tatsächlich am Zielort angekommen bist.
An dieser Stelle würde ich raten, ganz nah bei der Wahrheit zu bleiben. Denn das Programm, das Deine Eingaben verarbeitet, kennt die wirklichen Ankunftszeiten der Züge. Wenn Du hier lügst kommt ganz schnell die Antwort „keine Erstattung möglich“.
Beide Informationen, die geplante Ankunft und die wirkliche Ankunft kannst Du im DB-Navigator finden. Allerdings muss man ein wenig hin und her suchen. Ein Zettel und Stift, um die Uhrzeiten kurz zu notieren, helfen hier sehr.
Besonders wenn ein anderer Zug als ursprünglich geplant war genutzt wurde. Die Zugnummer des Zuges, der zum Reiseziel führte, muss angegeben werden. Nicht die Zugnummer vom gedruckten Ticket!
Sind alle Angaben korrekt gemacht, bekommst Du sofort eine Rückmeldung „Erstattung möglich“ oder „keine Erstattung möglich“.
Danach kannst Du wählen ob Du lieber einen Gutschein oder eine Erstattung auf Dein Konto erhalten möchtest. Im letzteren Fall wirst Du aufgefordert Deine Bankverbindung anzugeben. Und auch dabei wird gleich eine Prüfung unternommen, ob die Angaben richtig und vollständig sind. Du kannst also eigentlich keine Fehler einbauen.
Meine persönliche Erfahrung mit der Erstattung über den DB-Navigator
Bevor ich Zugbegleiterin bei der Bahn wurde, habe ich diesen Service auch schon mehrmals genutzt.
In meinem Beitrag „Stuttgart nach Neukirchen: Unser Abenteuer mit Zug und Bus“ erzähle ich von einer massiv verspäteten Reise als ich noch ein gedrucktes Ticket verwendet habe. Damals brauchte man noch einen Stempel als Nachweis für die Verspätung.
Noch vor wenigen Wochen habe ich für eine Bekannte, die schon älter ist und mit den Digitalen Medien nicht so klar kommt eine Erstattung erledigt. Sie hatte das Ticket als Papierausdruck.
Anhand ihrer Buchungsnummer habe ich das Ticket in meinen Navigator geladen, dort die tatsächliche Ankunftszeit ergänzt und in weniger als 10 Minuten alles notwendige eingegeben. Natürlich habe ich ihre Adresse und Kontonummer eingegeben und sie erhielt nach kurzer Zeit diesen Brief:

Selbstverständlich sind alle persönlichen Daten unkenntlich gemacht.
Fazit
Ein vorhandenes, ausgedrucktes Online-Ticket später in den Navigator zu laden hilft sowohl während der Reise als auch danach.






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