Hier in Lörrach gabs in der Nacht vom Heiligabend auf den ersten Feiertag einen Großeinsatz der Feuerwehr. Nur etwa 400 Meter von meiner Wohnung entfernt hat ein historisches Reihenhaus gebrannt.

Ausgebrochen war das Feuer wohl im Erdgeschoss eines Mittelhauses und bis um kurz nach 2 Uhr die Feuerwehr eintraf, standen bereits zwei Gebäude im Vollbrand. Unterstützt wurde die Lörracher Freiwillige Feuerwehr sogar von der Berufsfeuerwehr in Basel und weiteren Wehren aus Weil am Rhein und Umgebung. Laut Zeitungsberichte waren über 150 Rettungskräfte im Einsatz.

Es handelt sich bei den Häusern in der Waschhausgasse um aneinander gebaute ehemalige Werkswohnungen, den sogenannten „Köchlin-Häusern“. Bei deren Bauweise immer zwei Wohneinheiten zusammen gebaut sind, die in eine Reihe mit weiteren stehen. Diese Gebäude wurden ursprünglich um 1900 erbaut und wurde seit dem mehrfach umgebaut. Die ersten Bewohner dieser zu damaligen Zeit hochmodernen Häuser gingen zum Wäschewaschen zum nahegelegenen Waschhaus, wo die Wäsche in einem Bachlauf gereinigt wurde.

Durch das verheerende Feuer und die Löscharbeiten dazu wurden mindestens 7 Wohneinheiten unbewohnbar! Zwar wurde bei dem Unglück nur eine Person schwer verletzt, doch nun stehen 7 Familien vor dem Nichts.

Spendenaktionen

Gleich am nächsten Tag entstanden mehrere Spendenaktionen. Ich selber bin darauf aufmerksam geworden, weil ich mich gewundert habe, wieso am Feiertag so viele Menschen in dem Kindergarten mir gegenüber ein und aus gehen… dort wurden nur 24 Stunden nach dem Unglück schon Sachspenden gesammelt !!!

Mick Gänzel, der Wirt vom „Heimathafen“ der auch schon in der Vergangenheit durch spontane Sammel und Spendenaktionen aufgefallen ist hatte ganz kurzfristig zu einer Spendenaktion eingeladen:

Der Organisator aktivierte seine Kontakte und so kam es, dass Glühwein, Bier, Wein, Getränke und Sekt gespendet wurden. Es gab einen Aufruf für Kuchenspenden für dieses Event.

Da ich Samstag und Sonntag freihatte und nichts wirklich geplant hatte, habe ich mich spontan als Helfer gemeldet. Zuerst sagte man mir nur wann ich wo sein sollte, aber was ich genau zu tun habe, erfuhr ich erst vor Ort.

Ich wurde für die Kuchentheke, die schon um halb Zehn voll bestückt war, eingeteilt. Und ich war da schon begeistert von der Menge der gespendeten Kuchen. Doch kaum war das Lokal für die Öffentlichkeit geöffnet, kamen Leute, die noch weitere Kuchen und Torten brachten. Ich dachte das geht jetzt nur die erste halbe Stunde so…

Es gab Kuchenspender, die anmerkten sie hätten einen Kuchen angekündigt, doch nun bringen sie zwei oder drei. Bei einer Dame musste der Mann tragen helfen, beide trugen Kuchenbehälter mit Apfel-, Marmor- und Schokoladenkuchen sowie Linzer, Mailänder und Muffins… ich weis nicht mehr waren es 8 oder 10 Boxen.

Wieder andere spendeten „heimlich“, schoben ohne irgendwas zu sagen, ihren Kuchen mit auf die Theke. Manche gaben uns mündliche Hinweise auf Inhaltsstoffe (Nüsse, Ei, Alkohol) andere beschrifteten ihre Spenden.

Es gab sogar mehrere Vegane Kuchen. Es gab Lactosefrei und kurzftistig hatten wir auch glutenfreie Kuchen. Fast alle hatten daran gedacht Kuchen und Torten mit Alkohol zu kennzeichnen. Wobei allerdings bei Linzertorte und Schwarzwälder Kischtorte wohl davon ausgegangen wird das jeder weis das da Schnaps mit drin ist.

Enorme Spendenbereitschaft

Wir Helfer waren alle überwältigt von der Spendenbereitschaft! Es kamen unglaublich viele Menschen, die mit einer Spende helfen wollten! Zeitweise war das Lokal brechend voll und wir an der Kuchentheke kamen beinahe nicht nach, weshalb wir schnell dazu übergingen, die Kuchen aufgeschnitten auf Papptellern zu richten. So konnte sich jeder ein Stück mitnehmen.

So sah das dann aus. Weil die Türen zum Balkon geöffnet waren (dort gab es den Glühwein) war es zu Anfang so kalt, dass ich die Winterjacke anbehalten hatte.

Alle Getränke und Speisen wurden kostenlos verteilt.

In dieser Box wurden die Spenden gesammelt. Schau mal genauer hin, da sind nicht wenige 50er und 100er enthalten. Es gab auch einige Umschläge. Ein paar mal wurde zum Applaus aufgefordert, weil Beträge über 1000 € eingelegt wurden!

Wie viel insgesamt zusammengekommen ist, weis ich leider noch nicht, da die Sammelaktion noch lief, als ich nach Hause gegangen bin. Nachdem ich Samstag von 10-18 Uhr dort war hab ich mich am heutigen Sonntag etwas früher ausgeklinkt.

Lörrach steht zusammen

Wirklich beeindruckend wie die Lörracher zusammen halten, viele Nachbarn und Freunde und Bekannte von den Betroffenen waren da. Aber auch ganz Außenstehende so wie ich waren hilfsbereit. An der Kuchentheke kam ich mit vielen Leuten ins Gespräch und fragte sie auch zum Teil wo wie herkommen. So hatte ich ein paar Franzosen, die sich lobend äußerten „so eine tolle Aktion gibt es nur in Deutschland, die Franzosen können sowas nicht!“ war die Aussage.

Richtig cool fand ich eine Gruppe Spanier, die im nahegelegenen Hotel untergebracht waren und denen jemand gesagt hat „da müsst ihr hin gehen“. Sie wussten zuerst nicht, worum es geht, doch es wurde ihnen erklärt. Sie waren richtig begeistert von dem Event und haben bereitwillig gespendet.

Danke

Ich war zwei Tage auf den Beinen, für Leute die ich gar nicht kenne. Aber ich fühle mich durch diese Veranstaltung total beschenkt. Es war so schön, diese Hilfsbereitschaft zu sehen!!!

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2 Kommentare zu „Grossbrand in Lörrach“

  1. […] Eine unsere Weihnachtsfeiern musste kurzfristig den Ort wechseln, weil der Zugangsweg noch durch die Feuerwehr belegt war. Uschi hat mehr Hintergründe: Grossbrand in Lörrach […]

  2. Avatar von Jörg Bollhöfer

    danke für Deinen Einsatz!

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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