Den heutigen Samstagsplausch möchte ich für einen Rückblick auf mein persönliches vergangenes Jahr nutzen. Trotzdem wird dieser Text bei Karminrot und im Lesezimmer verlinkt.
Viele Blogger veröffentlichen dieser Tage ähnliche Beiträge, doch wirklich inspiriert hat mich der Jahresrückblick von Martina Bollhöfer.
Was hatte ich von 2025 erwartet?
Nachdem ich in 2024 vor allem damit beschäftigt war, mit meiner neuen Rolle als Zugbegleiterin im Fernverkehr klarzukommen und darin endlich Routine zu finden. Wollte ich in 2025 „wachsen“, weiterkommen, mich weiterentwickeln. Aber nicht beruflich, sondern im Privaten und Bezug auf meinen Glauben.
Deshalb habe ich bei der Transformerschule mitgemacht. Das war eine Bibelschule bei der man über Monate hinweg sich intensiv mit Inhalten aus der Bibel auseinander setzt. Begonnen hatte ich damit im Herbst 24 und die zusammengehörenden Veranstatungen liefen bis zum Juli 2024. Mehr darüber findest Du unter meinem Samstagsplausch: Transformation.
Jetzt mit etwas Abstand muss ich zugeben das ich mich zu Anfang fast etwas überfordert gefühlt habe, so viele „Hausaufgaben“ so viele To-Do´s und ich wollte doch unbedingt ein „guter Student“ sein und alles machen was man von mir erwartet…
Absturz im Januar
Doch dann kam im Januar eine Art innerlicher „Absturz“. Nein mir selber ist körperlich nichts passiert. Doch ich wurde indirekt durch einen Personenunfall „verletzt“.
Für Aussenstehende ist klingt das sicher kaum nachvollziehbar, denn ich habe weder den Unfall gesehen noch musste ich mich um Augenzeugen kümmern. Ich habe in der Situation einfach nur meine Arbeit gemacht und mich um meine Fahrgäste gekümmert, was mir an dem Tag auch gelungen ist. Die Kollegen, mein Vorgesetzter und ich selber haben meine Leistung gut gefunden.
Doch am nächsten Tag kam ich in eine ähnliche Situation und dann ging plötzlich nichts mehr. Ich konnte vorübergehend mein Handy nicht mehr bedienen, war desorientiert und habe plötzlich „alles vergessen“. Mein Zugchef hat mich dann außer Dienst gesetzt und krankgemeldet, denn ich selber war dazu nicht mehr in der Lage!
Doch ich hatte Glück im Unglück und bin in Hamburg gestrandet, wo mich eine Freundin eingesammelt hat und sie hat sich die folgenden Tage um mich gekümmert. Ich war innerlich „komplett zusammengeklappt“ und konnte mich erst Tage später um einen Arzt, der mir eine Krankmeldung ausstellt, kümmern.
In dieser verzweifelten Situation: Desorientiert in einer fremden Stadt wurde mir so viel Hilfe zuteil, das war wirklich unglaublich!
Ein Beispiel:
Ich wusste nicht wo ich einen D-Arzt finde, der mir für so eine „Erkrankung“ eine AU ausstellt, das sollte ja ein Arzt sein, der weiß, worum es geht, obwohl er mich vorher gar nicht kannte. Um herauszufinden wo ich hin sollte, wollte ich Kollegen von der Deutschen Bahn fragen, aber wen?
Ich ging einfach an den Hamburger Hauptbahnhof und suche jemand in Unternehmensbekleidung, den fragte ich nach Kantine oder Pausenraum. In der Kantine sprach ich dann einfach paar Leute an. Ein motivierter Lokführer erkannte meine Situation und nahm mich mit zur Dienststelle. Denn ich war in dem Moment nicht in der Lage, einer Wegbeschreibung zu folgen. In der Dienststelle fragte er einige Kollegen, doch die Anwesenden kannten keinen Arzt. Doch einer erinnerte sich, dass „Soundso“ bei Arzt XY war und rief diese Person an. Diese Person arbeitet nicht mehr als Zugbegleiter, aber erinnert sich gut an den Arzt und konnte mir die Adresse geben. Ein anderer Kollege zeigte mir wo das ist ist, brachte mich fast bis zu dem Gebäude! Alles wildfremde Leute!
Letztendlich war ich über 14 Tage mit einer PTBS in psychologischer Behandlung!
Regeneration im Februar
Als ich dann wieder zu Hause war, war eigentlich Transformerschule dran… Ich war dort, also ich war anwesend. Doch ich hatte weder irgendwelche Hausaufgaben gemacht, noch konnte ich mich an etwas von dem gelesenen erinnern. Und ich erfuhr, dass ich trotzdem geliebt und angenommen bin. Sowohl von Gott als auch von den Menschen, von denen ich vorher dachte, sie erwarten eine gewisse Leistung von mir.
Ich lernte eine wichtige Lektion! Es geht nicht darum, was ich leiste, sondern um das was ich bin.
Bibelstudium?
Nachdem mein Gehirn wieder normal funktioniert, hab ich Empfinden das alles was ich im bezug auf den Glauben lese, nun ganz anders bei mir in der Seele ankommt. Ich empfinde dabei keinen Druck mehr sondern Erleichterung.
Zwar sind immernoch Dinge die ich kurz vor Januar 25 gelesen habe irgendwie weg. Aber ich habe ja die Unterlagen von der Transformerschule noch und ich weis was ich demnächst nochmel durchlesen möchte, ganz ohne Zeitdruck. Im Bezug auf das Lernen über die Liebe Gottes war mein persönlicher „Absturz“ im Januar ein klarer Gewinn. Denn ich habe viel über mich und Gott gelernt.
Die ersten Wochen und Monate nach dieser Erkrankung fuhr die Angst vor einem Ähnlichen Zwischenfall immer mit. Doch ich ich habe gelernt damit umzugehen. Denn ich weiß egal was passiert Jesus ist bei mir und schickt mir verlässlich immer wieder Mennschen die mir helfen wenn ich Hilfe brauche. Es kann mir gar nichts passieren, denn in jeder Situation weiß ich das Gott eingreift. Ich kann niemals tiefer fallen als in seine Hand
Körperliche Beschwerden
Im Sommer hatte ich dann massive Beschwerden am Knie. Es wurde eine Arthrose festgestellt, die man mit einer Hyaluron-Spritzenterapie behandeln wollte. Und ja ich kenne all die Vorurteile und Bedenken gegenüber dieser Behandlung. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden.
Wegen des behandelten rechten Knies war ich genau nur einen Tag krankgeschrieben, weil ich zum Arzt musste. Die Behandlung schlug sehr gut an und ich hatte keine Schmerzen mehr rechts, doch nach kurzer Zeit entzündete sich das linke Knie. So schlimm das ich 14 Tage komplett entlasten musste. Erst danach entschied man, das man es mal mit Einlagen für die Schuhe probieren will. Was mir erhebliche Erleichterung gebracht hat.
Ängste und Zweifel
Die Psyche war wieder okay, aber nun wiederholt Probleme mit meinem „Fahrgestell“. Die Beschwerden in den Knien und dem Fußgelenk machten mir Angst. Sollte ich schon zu alt sein für diesen Beruf, der mir so Freude macht? Kann ich bald nicht mehr ohne Schmerzmittel arbeiten? Werde ich jetzt alt, krank und arbeitsunfähig? Waren kurzfristig meine Bedenken.
Doch dann gab es eine Wende !!!
Frisch verliebt
Bei einer Karaokeveranstaltung wo ich endlich mal wieder Schmerzfrei ausgelassen feierte, lernte ich einen netten Mann kennen. Eigentlich gab ich ihm meine Handynummer weil ich erfahren hatte das er auch bei der Bahn arbeitet und sich mit vielen technischen Zusammenhängen gut auskennt. Ich dachte mir ich halte mir den Kontakt warm, vielleicht kann ich ihn mal in ne Notsituation fragen. Doch er erwies sich als sehr nett und bat mich um ein Date. Dann um ein zweites usw…
Seit Ende August sind wir über beide Ohren verliebt und ein Paar!
Von wegen alt. Wir turteln und knutschen wie Teenager und blühen dabei richtig auf. Ich habe nicht geahnt, dass man mit Mitte 50 nochmal so glücklich werden kann.
Gebetserhörung
Ich habe lange dafür gebetet, nochmal einen Partner zu finden, der mich und meinen Beruf versteht und mich so akzeptiert wie ich bin. Und genau dieses Jahr, nachdem ich gelernt habe, mich nicht ständig über meine Leistung zu definieren, tauch dieser Mensch auf. Ich bin so glücklich und dankbar wie noch nie in meinem Leben.
Engagement fällt mir leicht
Seit einigen Jahren bin ich im Orga-Team für den Adventbasar in unserer Gemeinde. Das empfand ich auch als Bürde und setzte mich deswegen unter Druck möglichst viel dafür vorzubereiten. Nicht so dieses Jahr! Noch nie hatte ich sooo viel Zeit zum Sockenstricken wie dieses Jahr. Aufgrund von Tätigkeitsunterbrechungen während meiner Schichten als Zugbegleiter hatte ich die Möglichkeit während meiner Arbeitszeit zu stricken. Ich habe meinen persönlichen Rekord geschafft und dieses Jahr 24 paar Socken fertiggestellt.

Gebacken habe ich auch, mehr darüber unter „Ausgleichsgymnastik Backen“. Noch nie fiel mir das ganze so leicht wie dieses Jahr, noch nie fand ich sooo viel unerwartete Hilfe dabei.
Spenden sammeln
Bei dem Adventbasar geht es ums Spendensammeln für unserer Missionare auf den Philipinen. Der Basar war am 3. Advent für mich abgeschlossen und erstmal gedanklich als „erledigt“ abgehakt.
An Heilig Abend hat es in meiner Nachbarschaft gebrannt. Was genau passiert ist habe ich unter „Grossbrand in Lörrach“ beschrieben. Für mich stand ausser Frage das ich da helfen will und so kam es das ich zwei Tage lang Kuchen und Gebäck verteilt habe um die Spendensammelaktion zu unterstützen. Auch dieser Einsatz fiel mir leicht und machte mir großen Spaß! Ich bin stolz, dass ich ein Teil von dieser tollen Aktion sein durfte.

Fazit
2025 war ein gutes Jahr, in dem ich sehr viel über mich, meinen Beruf, meine Grenzen und über einen grenzenlosen guten Gott lernen durfte. Ich freue mich auf das neue Jahr und auf viele schöne Erlebnisse mit meinem neuen Partner.








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