Nino de Angelo in Stade

Ob ich zu diesem Event in der Hansestadt Stade fahre habe ich mir mehr als zweimal überlegt. Stade liegt immerhin mehr als 850km von meinem Wohnort entfernt. Zwar ist weit fahren mittlerer Weile mein Beruf. Als Mitarbeiterin der deutschen Bahn sind auch die Kosten für so eine Reise überschaubar. Doch es war mehr als fraglich ob ich das zeilich hin bekomme.

Ein Argument dafür war das ich eine gute Freundin in Hamburg habe und ich davon ausgehen konnte das ich bei ihr übernachten kann. Aber ich musste es davon abhängig machen ob sie dort hin wollte oder nicht. Denn ich brauchte sie als Mitfahrgelegenheit.

Das letzte und ausschlaggebende Argument war dann das sie eine Eintrittkarte als Gehbehinderte mit Begleitperson erworben hat. Also meine Karte war dann auch noch recht günstig.

Das große Aber war meine Arbeitszeit. Ich musste an diesem Dienstag bis ca.11:45 Uhr arbeiten! Meine Schicht endete in Basel ! Selbst mit dem allerschnellsten ICE oder mit der geschicktesten Zugverbindung hätte es mir zeitlich nicht gereicht dort hin zu kommen.

Doch die Hamburger Freundin fand einen billigen Flug von Basel nach Hamburg und überredete mich. Damit sich der Aufwand lohnt fahren wir dann am nächsten Tag nach Bremen zum Konzert…

Der Easyjet Flug war wirklich preiswert, aber nur ohne Koffer. Für die zwei Konzerte und zwei Nächte bekomme ich meine Sachen in das Handgepäck.

Allerdings ging der Flug bereits um 14:25 Uhr und ich musste bis spätestens 13:50 Uhr am Gate im Euro-Airport Basel sein. Also nicht mal 2h nach Feierabend. Um Zeit zu sparen entschied ich mich meine Dienstkleidung und meinen Dienstkoffer am Basler Schweizer Bahnhof in ein Schließfach zu deponieren. Das hat zwar sehr gut funktioniert, aber werde ich dennoch nie wieder machen. Das Fach hat mich über 50 Schweizer Franken gekostet !!!

  • Feierabend um 11:45 Uhr, im Laufschritt zu den Schließfächern und dort mal schnell undauffällig die Kleidung gewecheselt und die Sachen im Schleßfach verstaut.
  • 12 Uhr stand ich vor dem Schweizer Bahnhof und löste ein Ticket für den schweizer Bus der mich zum Flughafen der in Frankreich liegt bringt.
  • 13 Uhr war ich bereits durch die Sicherheitskontrollen
  • 14 Uhr das Boarding hatte sich leicht verzögert
  • erst nach 15 Uhr gestartet (es gab offensichtlich ein kleinen Stau auf der Startbahn)
  • ca. 16:30 in Hamburg gelandet
  • 17 Uhr hat mich die Freundin aus Hamburg mit dem Auto abgeholt und wir sind direkt auf die Autobahn Richtung Stade.
  • nach 18:30 vor Ort (es gab Stau)
  • 19 Uhr Beginn der Verantstaltung

Im Vorprogramm sangen zuerst Mitch Keller und dann Jenice jeweils eine halbe Stunde, danach folgte eine Pause und Nino kam erst danach dran.

Mitch Keller kannte ich zuvor überhaupt nicht und somit hatte ich keinerlei Erwartungen. Aber der Künstler hat mich positiv überrascht. Er hat es geschafft das Publikum mitzureissen und etwas Stimmung zu machen obwohl die meisten nur wegen Nino gekommen waren. Man merkte das er kein Newcomer ist und genug Erfahrung hat mit eigentlich desinteressiertem Publikum. Durch seine professionelle und gekonnte Interaktion mit den Zuschauern schaffte es sogar das die Leute mit sangen.

Danach folgte Jenice, die ich bereits von den Open-Airs kannte. Aber sie überheugte mich nicht so wirklich. Als ich sie das erste Mal gesehen hab dachte ich ihr hin und her laufen auf der Bühne sei der Nervösität geschuldet weil es einer ihrer ersten Auftritte mit so großen Publikum war. Aber nein, auch diesmal rannte sie ständig hin und her und wiederholte immer wieder die gleichen Bewegungen. Für mich sprang da der Funken nicht über. Ihre Stimme überzeugt mich erst recht nicht. Na gut Geschmäcker sind verschieden, und aus Höflichkeit habe ich mir das nicht zu sehr anmerken lassen, das mir der Auftritt nicht gefällt.

Gegen 20:30 war es dann endlich soweit und Nino kam auf die Bühne und sofort war eine ganz andere Stimmung in dem Saal. Die Zuschauer feierten ihn schon beim ersten Titel.

Die Gitarre im Hintergrund stammte allerdings von Jenice die mit einem Gitarristen auf der Bühne stand. Das Nino bei dieser „kleinen Tour“ ohne Band auftritt war zuvor bekannt.

Eine von unserer Fangemeinschaft überreichte Nino ein T-Shirt mit einem Spruch darauf, irgendwas von „ich liebe Currywurst“. Sie bezog sich dabei auf einen nicht ganz ernst gemeinten Instagram-Post bei dem Nino ein Liebeslied für eine Currywurst singt. Er verstand den Bezug sofort und fand es lustig. Am nächsten Tag postete er etwas auf dem er das T-Shirt trug!

Bei einer langsamen Ballade saß er auf diesem Barhocker.

Naja Ninos Hand ist etwas verwackelt aber das Bild fängt die Lichtstimmung so schön ein. Das war übrigens mein Blickwinkel aus der 2. Reihe.

Etwas später legte der Sänger die schwarze Jacke ab.

Auch hier etwas verwackelt aber ich wollte es trotz der doppelten Hand gernde zeigen.

Hier habe ich dann mal etwas gezoomt, was leider die Qualität etwas mindert. Ich wollte diesen Moment gerne einfangen, wenn man spürt wie sehr Nino das was er tut liebt. Er sing aus ganzem Herzen und genießt es wenn die Menschen mitsingen.

Hier scheint er gerade nicht zu singen, sondern irgendwas laustiges zu erzählen.

Es gab aber auch nachdenkliche Momente.

Nino hat eine fasziniernde Begabung das Publikum zu fesselt und zu unterhalten. Auf der Bühne überheugt er nicht nur durch seine einzigartige Stimme sondern auch durch seine authentische Art emotionen zu transportieren.

Obwohl er an diesem Abend ganz offensichtlich zeitweise Probleme mit seiner Stimme hatte (Nebelmaschine nicht vertragen) löste er die Situationen super professionell. Gekonnt improvisierte er an ein paar Stellen in dem er den Text nur sprach oder ganz tierfer sang als im original. Was auch toll klang! Ich kann mir vorstellen das viele Zuschauer das gar nicht bemerkt haben.

Trotz allem wagte sich Nino als Zugabe an einen Titel von dem ich schon glaubte ihn nie wieder live von ihm zu hören. Denn der Titel ist schwer zu singen und er befand sich auf dem Album „Meisterwerke“ von 2014.

Es folgte „Mercie Cherie“ das im Original von Udo Jürgends war, der dieser Tage 90 Jahre alst geworden wäre. Falls ich Dich neugierig gemacht habe hier kann man den Titel anhören.

Nach dem Konzert fuhren wir zurück nach Hamburg und am nächsten Abend tatsächlich nach Osterholz-Schambeck in der Nähe von Bremen um genau das gleiche Programm noch einmal zusehen.

Dort hatten wir nach der Show die Möglichkeit kurz mit Nino zu sprechen.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegs ist das Ziel.

Ein Kommentar zu „Nino de Angelo in Stade“

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ich bin Uschi

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