Diese Woche führte mich mein Dienst gleich mehrfach nach Köln. Frühmorgens mit dem ersten Zug unterwegs, zwischen Pendlern, Karnevalfans und verschlafenen Fahrgästen. Manche Fahrten verliefen ganz ruhig, andere blieben mir noch lange im Kopf

Mit dem Frühzug bis Köln

Meine Schichten sind normalerweise sehr unterschiedlich und auch die Uhrzeiten wechseln ständig. Doch diese Woche fühlt sich der Dienstplan fast schon regelmäßig an, denn ich habe die ganze Woche Frühschicht. Gleich dreimal beginnt mein Dienst in Basel bereits um 4:21 Uhr.

n den letzten Jahren hatte ich mir das sehr frühe Aufstehen schon ein wenig antrainiert. Wenn ich morgens um 5 Uhr im Bäckerladen sein musste, bin ich auch regelmäßig schon um 4 Uhr aufgestanden. Jetzt klingelt der Wecker halt hin und wieder schon um 3 Uhr.

Der Trick dabei, morgens einigermaßen aus dem Bett zu kommen, ist früh schlafen zu gehen. Und das fällt mir jetzt im Winter, wo es so früh dunkel wird, gar nicht schwer.

Weitere Tipps wie das besser gelingt, habe ich unter „leichter früh aufstehen“ zusammengetragen.

Wie ist das Arbeiten im Zug so früh?

Die Arbeit im Zug selbst ist total angenehm. Die wenigen Fahrgäste sind ruhig und entspannt, viele dösen oder schlafen noch. Da muss man hin und wieder Menschen mit einem freundlichen „Guten Morgen“ wecken.

Man merkt auch schnell, dass um diese Zeit vor allem Pendler unterwegs sind. Diese Fahrgäste wissen Bescheid, fragen nicht viel und wissen genau, wo ihr Ticket ist und wie sie es möglichst schnell vorzeigen können.

Aufwändiger sind da eher die Touristen, die man oft schon von weitem an ihren riesigen Koffern erkennt. Viele von ihnen haben kombinierte Flug und Zugtickets und können diese nicht wirklich auseinanderhalten.

Bei manchen „Zug zum Flug“ Angeboten muss der Fahrgast das Zugticket vor der Fahrt erst mit einem Gutscheincode am Automaten ausdrucken. Wie das funktioniert, steht zwar in den Reiseunterlagen, aber die liest sich ja nicht jeder wirklich durch.

Wenn ich dann bei der Kontrolle feststelle, dass das versäumt wurde, gibt es manchmal Diskussionen. Zum Glück gibt es inzwischen auch digitale Möglichkeiten mit einer Handyapp, aber auch die kann nicht jeder problemlos bedienen.

An dieser Stelle möchte ich aber auch mal Fahrgäste aus dem Ausland lobend erwähnen. Aktuell hatte ich Reisende aus Kanada, Australien und Indien. Solche Fahrgäste haben oft einen digitalen Interrail Pass, bei dem man den jeweiligen Reisetag vor Fahrtantritt erst aktivieren muss.

Diese Reisenden wissen meist ganz genau, wie das funktioniert. Und wenn ich sie in einem sehr frühen Zug erwische und der Reisetag noch nicht aktiviert ist, wird das ohne Diskussion schnell erledigt und ich kann die Fahrt korrekt digital entwerten.

Diskutieren „das hat mir keiner gesagt“ tun erstaunlicherweise meistens eher die Deutschen.

Reiseziel Köln?

Diese Woche wollen nicht nur Pendler und Fluggäste nach Köln. Es ist Karneval! Die letzten Tage hatte ich einige Gruppen gut gelaunter Karnevalfans im Zug.

Das sah man ihnen allerdings noch nicht unbedingt an der Kleidung an, eher an den Dingen auf ihren Tischen. Frühmorgens schon Sekt oder Bier und allerhand Knabbereien.

Bei solchen Gruppentickets geht es dann meistens nur noch um die Frage: „Wie viele seid ihr und wo sitzen die anderen?“

Karneval in Köln

Der Karneval in der Kölner Innenstadt ging am Donnerstag erst so richtig los, und ich hab das ganz knapp verpasst, denn ich hatte um 3:59 Uhr Dienstbeginn!

Von dem Trubel habe ich nur wenig mitbekommen, im Bahnhof ist die Passage mit Luftballons dekoriert und auf dem Bahnhofsvorplatz ist eine riesige Bühne aufgebaut. Die ersten „Jecken“ waren morgens schon vor 4 Uhr auf den Straßen unterwegs!

Wir hatten in Köln bereits um 16:30 Feierband und so hatten wir genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang. Auf dem Weg in eine Pizzaria, die die Zugchefin vorgeschlagen hatte, sind wir am Eigelsteintor vorbeigekommen. Trotz des doofen Wetters nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Bilder.

Es handelte sich um die neapolitanische Pizzaria Totó et Peppino, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Die Pizzas sind absolut lecker und die Preise dennoch günstig.

Neapolitanische Pizza ist keine gewöhnliche Pizza, der Teig ist besonders fluffig und volumig. Und es gibt hier auch „Pizza Bianco“ ohne Tomatensauce. Die habe ich allerdings noch nicht probiert. Dennoch hatte ich mir etwas bestellt, was ich noch nicht kannte; Pizza Fritti… diese wird nicht gebacken, sondern frittiert!

Pizza von Totó et Peppino in Köln. Unten Pizza fritti

Herausfordernde Situationen

Mein Arbeitstag führte mich am Freitag erneut nach Köln. Vom närrischen Treiben usw. habe ich allerdings kaum etwas mitbekommen, denn aufgrund einer Zugverspätung hatten wir gerade mal eine halbe Stunde Aufenthalt bis wir wieder zurück zum Zug mussten.

Leider verlief die Reise nicht ganz reibungslos, denn wir hatten einen Notarzteinsatz im Zug. Ein Fahrgast ist verstorben, nachdem Kollegen noch versucht hatten ihn zu reanimieren.

Ich selbst habe davon zuerst gar nicht so viel mitbekommen, weil ich damals noch recht neu war und vermutlich absichtlich mit anderen Aufgaben beschäftigt wurde. Im Nachhinein war das vielleicht sogar ganz gut so, denn 4 von 5 Mitarbeitern auf dem Zug konnten den Dienst später wegen der belastenden Situation nicht mehr fortsetzen.

Letztlich war ich die Einzige, die den Dienst planmäßig bis zum Schluss durchführen konnte. Nur teilweise konnte Ersatzpersonal organisiert werden und dadurch musste ich plötzlich vieles alleine erledigen und Entscheidungen treffen.

Im vollen Zug nicht immer ganz einfach. Aber ich habe damals festgestellt, dass ich gerade dann, wenn es darauf ankommt, einfach funktioniere. Die Gedanken darüber kamen erst später.

Als ich irgendwann merkte, dass die Stimmung im Zug richtig schlecht wurde, kam mir spontan die Idee lächelnd Schokolade zu verteilen. Mir war vorher überhaupt nicht bewusst, wie sehr man Menschen mit so einer kleinen Geste beruhigen kann.

Zum Glück verlaufen nicht alle Dienste so dramatisch wie an diesem Tag. Hier zum Beispiel eine fröhliche Mittagspause in Köln. Und wisst ihr eigentlich, warum man den Hauptbahnhof in Köln kennen muss?

Ein Kommentar zu „Unterwegs nach Köln“

  1. […] Bilder vom Karneval in Köln habe ich nicht, oder doch so ein bisschen ist was zu sehen bei „Unterwegs nach Köln“ […]

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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