Bei meinem letzten Besuch in Hamburg habe ich eine neue Sehenswürdigkeit besucht. Erst seit kurzem gibt es den Bergpfad auf den grünen Bunker.

Ein Bunker aus der Nazi-Zeit
Während des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Bauwerk von über 2000 Zwangsarbeiter in Rekordzeit erbaut, es diente als Basis für die Luftabwehr. Von hier aus wurden herannahende Kampfflugzeuge beschossen. Während der zahlreichen Bombenangriffe auf die Hansestadt fanden in dem Gebäude bis zu 25 000 Menschen Schutz. Auf der Webseite Bunker St. Pauli findest Du weitere Informationen und sogar ein Interview mit einem Zeitzeugen.
Mehr Details über die bewegte Geschichte des Bunkers findest Du auch bei Wikipedia unter Hamburger Flaktürme.
Nach dem Krieg sollte dieser Koloss ursprünglich im Zuge der Entnazifizierung gesprengt werden, aber die unmittelbare Nähe zu Wohngebieten und die extrem massive Bauweise machten dies unmöglich. Also entschied man sich für eine friedliche Nutzung. Aufgrund der Wohnungsnot wurde der Bunker als Wohnraum genutzt.
Vom hässlichen Klotz
Viele Jahrzehnte war das Gebäude ein hässlicher Klotz der an den Krieg und die Nazizeit erinnert. Erneute Pläne für einen Rückbau verwarf man ebenfalls.
Die Hamburger haben Erfahrungen mit Großbauten, die man nicht mehr abreißen kann. So wurde aus dem hässlichen Kaispreicher A die heutige Elbphilharmonie! Und auch aus diesem kriegerischen Flackturm konnte etwas Besonderes gestaltet werden. Rund um das Gebäude wurden Treppen angebracht, die eine Art Bergpfad bilden. Von Straßenniveau bis auf etwa 58 Meter Höhe kann auch ein untrainierter Fußgänger das Gebäude erklimmen und von oben eine tolle Aussicht über die Stadt genießen.
Der Eintritt ist frei, am Eingang befindet sich lediglich ein Drehkreuz, das die Besucher zählt, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Gebäude sind. Ich denke, diese Limitierung ist notwendig, weil man von hier aus Sicht auf das nahe gelegene Fußballstadion hat.

Der Einlass zum Bergpfad auf den Bunker ist limitiert und es wird Sperrfristen geben, wann man nicht mehr hoch darf. Wenn beispielsweise Veranstaltungen im Stadion oder auf dem angrenzenden Heiliggeistfeld sind, oder gar Sturmböen angesagt sind.
Die elektronischen Drehkreuze zählen, wie viele Personen aufsteigen und wie viele den Bereich wieder verlassen. So haben die Sicherheitskräfte stets Überblick über die Besucherzahl.

So sieht der Bunker momentan aus, wenn man zu Fuß von der U-Bahn her kommt. Noch ist die Begrünung nicht ganz fertig.
Picknick über den Dächern von Hamburg
Direkt oben auf dem Bunker gibt es eine Rasenfläche auf der ausdrücklich Picknick und Pause machen erlaubt ist. Rundherum zahlreiche Sitzgelegenheiten im Schatten unter Bäumen. Die oberste Plattform ist auch für Rollatoren und Rollstühle erreichbar, allerdings muss man mehrfach den Aufzug wechseln, und die schönsten Aussichtspunkte sind nur über Stufen erreichbar.

Hotel und Restaurant im Bunker
In dem riesigen Gebäudekomplex ist auch ein Hotel untergebracht, es verfügt sogar über 134 Zimmer. Wobei mir nicht bekannt ist, ob alle Zimmer ein Fenster haben. Jedenfalls erstreckt es sich über mehrere Stockwerke. Von den Treppen aus kann man mal einen Gang oder den Frühstücksraum sehen, also keine Angst es latscht keiner vor Deinem Fenster vorbei. Mehr über das Hotel unter Hamburgbunker. Coole Fotos und Hintergrundinfos auch bei Hamburgbunker auf Instagram.
Tolle Aussicht
Vom Bunker aus, hab man nach allen Seiten eine wirklich tolle Aussicht. Hier ergeben sich wirklich viele tolle Blickwinkel, die für Fotografen interessant sind. Zu unterschiedlichen Tageszeiten sicher sehr reizvoll. Ich war am Vormittag auf dem Bunker und mit mir gleich mehrere Schulklassen. Offensichtlich nutzen die Hamburger Schulen dieses Gebäude für den „Wandertag“.
Einen Aufstieg auf den Bunker empfehle ich nur bei gutem Wetter. Wenn die Bäume erst mal größer sind, geht man zum Teil im Schatten. Doch im Moment sind alle Pflanzen noch sehr jung. An vielen Stellen wird noch gearbeitet und auch die integrierte Bewässerungsanlage kann man stellenweise noch sehen.

Wenn Du noch mehr Fotos aus Hamburg sehen möchtest guck mal unter:
Vielen Dank
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