Carsharing und ein Konzertabend: Mein Erlebnis mit Thomas Anders

Am 29. Januar 2017 war ich morgens um 8 bereits mit dem Zug losgefahren. Du siehst, auch damals schon war ich gerne mit dem Zug unterwegs .Über Basel und Mannheim bis nach Bochum. Dort stieg ich auf einen Carsharing-Leihwagen um. Schon viele Jahre bin ich Carsharing Teilnehmer bei Stadtmobil Südbaden.  

Denn von Bochum aus war dieses Velen nur mit dem Auto erreichbar. Und ganz ehrlich, ohne Navigation mit dem Handy hätte ich das niemals gefunden.

Warum ich da hin will habe ich unter  „in Velen darf ich nicht fehlen“ beschrieben.

Dort traf ich mich mit ein paar Fan-Freunden, die ich schon seit vielen Jahren kenne, wir flüchteten als Erstes vor der Kälte (denn es war so kalt das der Schlossgraben zugefroren war) in die angrenzende Orangerie und tranken dort erst mal Kaffee. Bei einem kurzweiligen Austausch hätten wir beinahe den Einlass verquasselt. Wir hatten uns lange nicht gesehen und deshalb sehr viel zu erzählen.

Am Eingang wurden nicht nur die Eintrittskarten kontrolliert, sondern man musste sich ausweisen, dass man auch wirklich die auf dem Ticket genannte Person ist. Dieses Prozedere war damals noch etwas Ungewöhnliches, mittlerer Weile ist man diese Vorgehensweise bei personalisierten Tickets gewohnt.

Im Saal wurde man an seinen Tisch geleitet. Dort fanden wir Platzkärtchen mit unserem Namen.  Fast wie bei einer Hochzeit . Und so sah der Saal auch beinahe aus. Auf den Eintrittskarten war auf ein exclusives Ambiente hingewiesen worden und deshalb waren wir auch entsprechend elegant gekleidet. Ich trug ein knöchellanges Abendkeid in Lila, das ich mir für diesen besonderen Anlass gekauft hatte. Die meisten anderen Konzertbesucher waren ebenfalls sehr elegant gekleidet. Trotz der kalten Aussentemperaturen kam niemand in Jeanshosen.

Die beiden Musiker Achim Bochhausen und Gert Stein betraten die kleine Bühne und begannen zu spielen. Keine Ansage oder Moderation oder so. Als Thomas Anders den singend den Saal betrat, wurde etwas applaudiert… aber das verstummte schnell, weil alle zuhören wollten. Auch wurden hier und da Fotos gemacht, aber es war nicht dieser hysterischer Popstar Geknipse, sondern alles ganz entspannt und angenehm.

Thomas sang mehrere amerikanische Klassiker, die ich zwar kannte, aber noch nie von ihm gehört hatte dazwischen sprach er viel und ging dabei sehr auf die Texte ein und erwähnte, dass die Textübersetzungen auf den Tischen zu finden seien… sowas gab es noch nie ! Wir erinnern uns, Thomas Anders die Stimme von Modern Talking, dem Inbegriff für bescheuerte sinnfreie Texte die einfach nur gut klingen! Und er macht uns auf die Textübersetzungen aufmerksam?

Das musikalische Programm wurde jeweils von den Menü Gängen unterbrochen, was ich aber absolut nicht als störend oder irritierend empfand. Im Gegenteil, beim Essen konnte man sich wunderbar mit seinen Tischnachbarn über das gehörte austauschen. Da die Tische nacheinander das Essen bekamen, ergab sich immer wieder genügend Zeit, um sich zu unterhalten oder auch mal an einen anderen Tisch zu gehen. Besonders die Raucher genossen diese Freiheit. Das Ende der „Pause“ wurde völlig unkompliziert durch schließen der Türe angekündigt und man konnte dann ganz gemächlich den Platz wieder einnehmen. Thomas kam wieder singend hereingeschlendert und setzte das Programm fort, die Konzentration der Zuschauer auf das, was gesungen und gesagt wird, war sofort wieder da.

Celebrate life war das Motto des Abends, ungewohnt tiefsinnig und nachdenklich sprach Thomas über das Leben und wie schnell man vergisst es wirklich zu geniessen… und wie schnell es doch vorbei sein kann. In diesem Zusammenhang erzählte er von einer älteren Freundin, mit der er telefoniert hatte und unmittelbar nach dem Gespräch ihm klar wurde, das er sie nie mehr sprechen würde. Wir langjährigen Fans kennen diese Geschichte, denn daraus entstand der Titel „Dance in heaven“ der damals auf dem Album „When will I see you again“ erschien. Das war Mitte der 90er Jahre, warum sprach er jetzt davon ??? Wenn es Dich interessiert Hier kannst Du den Song anhören und den Text nachlesen.

Thomas widmete an diesem Abend den Song seiner Mutter, die vor wenigen Monaten verstorben war. Was ich zuvor nicht wusste und was mich sehr berührt hat. Ich war nicht die einzige, die Tränen in den Augen hatte.

Ich habe Thomas Anders die letzten 25 Jahre schon unzählige male live erlebt. In den unterschiedlichsten Veranstaltungen von groß bis ganz klein… ich dachte, ich hätte alles schon gesehen und kenne sein ganzes Repertoire. Weit gefehlt, „Dance in heaven“ war bis zu dem Zeitpunkt des Abends der erste Titel, den ich schon mal von ihm gehört habe. Ebenso kannte ich  „send in the clowns“ das er damals 1997 bei der Musical Gala sang und das unvermeidliche „You´re my heart you´re my soul“. Letzteres war der einzige Titel zu dem er nicht irgendwas zu dem Text erzählte. Ansonsten waren Thomas´Moderationen tiefgründig und interessant.

In einer der Pausen sah ich mir das Booklet mit den Textübersetzungen näher an. Eigentlich konnte ich mir zu jeder Textübersetzung einen englischen Song, den ich kenne zuordnen. Doch die waren alle nicht von Thomas Anders. Doch nach nur wenigen Liedern hatte ich verstanden, Thomas interpretiert heute Klassiker mit guten Texten.  Nur ein Text, da dachte ich „hä was ist das?“ im Hinterkopf übersetzte ich das in englische, aber ich konnte mich an kein Lied erinnern, das diesen Inhalt haben könnte.

Gab es auch nicht! Im letzten Konzertblog ließ Thomas die Bombe platzen… ach was, falsch beschrieben, im Gegenteil, kein lauter Bums… sondern eine locker nachdenkliche Moderation über das Leben mit seinen unvermeidlichen Höhen und Tiefen… und dass Thomas´ neues Album in deutscher Sprache sein wird.

Thomas sang „das Lied, das Leben heißt“! Ein wunderschöner tiefsinniger Text perfekt interpretiert… er singt „Du liebst mich… und Du zerstörst mich“ sodass man genau das dabei empfindet. Ich war sehr berührt. Wie viele andere Zuhörer auch. Ohne es vorher zu wissen hatten wir sozusagen der „Kickoff Veranstaltung“ für das kommende Album „Pures Leben“ von Thomas Anders beigewohnt.

Wenn ich Dich jetzt neugierig gemacht habe auf „Das Lied das Leben heißt“ ich habe hier einen Link zu Youtube hinterlegt.

Vor diesem Abend dachte ich Thomas kann mich nicht mehr überraschen und begeistern, aber das war ein Irrtum. Er kann !!!

Heimreise

Nach dem Konzert gab es noch ein kleines Meet & Greet mit Thomas wo auch Fotos entstanden sind. Also es wurde richtig spät. Wie erwähnt ich trug ein dünnes Abendkleid und draußen herrschten Minusgrade. Leider hatte ich weder in dem angrenzenden Schlosshotel noch in dem Ort ein Hotel gefunden und meine Übernachtung war in Bochum geplant. Mit dem dünnen Kleid wollte ich jedoch nicht so weit Autofahren und deshalb gab mir eine Fan-Freundin die Möglichkeit mich in ihrem Hotelzimmer im Schloss umzuziehen. Erst gegen 1 Uhr kam ich dann zu dem geliehenen Carsharing-Auto, das ich bis zum nächsten Vormittag reserviert hatte.

Um Kosten zu sparen, hatte ich mir in Bochum eine Air B&B Unterkunft angemietet. Die war extrem billig, aber furchtbar. Bis auf diese Übernachtung war diese Konzertreise, die teuerste, die ich bis dahin gemacht hatte. Die Eintrittskarten waren sehr teuer und ich hatte mir extra dieses Kleid gekauft, deshalb wollte ich bei der Übernachtung sparen. Aber so billig buche ich nie wieder! Im Grunde hatte ich nur einen Schlafplatz in einer Wohnung mit einer Gruppe von Chinesen, mit denen ich kein einziges Wort wechseln konnte, weil sie weder Deutsch noch Englisch konnten. Selbst das Badezimmer/WC konnte ich nicht abschließen. Ich war froh, als ich wieder weg war.

Diese Reise war für mich also voller Kontraste, erst festlich dinieren in einem Schloss und dann in so einer unmöglichen Unterkunft übernachten, Wenigstens mit der Fahrt hat alles sehr gut geklappt. Jetzt nach vielen Jahren Abstand ist dieses Erlebnis für mich eine wunderschöne Erinnerung.

Update 2025: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2017, damals hatte ich gerade erst mit dem Bloggen angefangen und keine Ahnung wie das richtig funktioniert. Somit ist er nicht mein bester Text. Ich habe ihn heute noch mal überarbeitet, denn ich möchte ihn hier in meinem Blog beibehalten. Vielen Dank, dass Du auch mal in meine Erzählungen aus der Vergangenheit eintauchst.

4 Kommentare zu „Carsharing und ein Konzertabend: Mein Erlebnis mit Thomas Anders“

  1. […] Anders als erwartet (Thomas Anders in Vehlen) […]

  2. […] Carsharing und ein Konzertabend: Mein Erlebnis mit Thomas Anders […]

  3. […] zu einem Lila Abendkleid so etwas gekauft habe. Wenn es Dich interessiert das war damals zu dem Gala Event mit Thomas Anders in Velen. Oh man wie die Zeit vergeht das ist ja auch schon wieder 5 Jahre her. Der Lila Lidschatten […]

  4. Avatar von Sladjana Kalinovic
    Sladjana Kalinovic

    Liebe Uschi,

    Hammer Bericht, ich schließe mich deinen Worten an.
    Es ein sehr toller Abend. Mann konnte über die Worte die Thomas über das Leben sprach nachdenken und es waren auch Worte die mir auch persönlich nahe gingen.
    Besonders die Worte über die Liebe…
    Ich habe diesen Abend sehr genossen, ein Fest für den Gaumen und musikalischen Highlights die noch nie ( fast nie ) dagewesen sind. Thomas hat mich emotional sehr berührt und ich habe sehr viel zum nachdenken mit nach Hause genommen . Einfach das Leben genießen mit seinen Höhen und Tiefen auch wenn der Alltag manchmal die Überhand gewinnt soll Mann trotzdem nicht vergessen, einfach LEBEN.

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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