Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich auf das Thema „Lerche oder Eule“ eingehen. Ob man lieber Frühaufsteher oder Langschläfer ist.

Dies ist auch das Thema der monatlichen Blogparade #relevant von Blogissimo. Jeden Monat gibt Erik ein Thema vor und andere Blogger schreiben einen passenden Blogartikel dazu, welche er dann zum Schluss zusammenfasst. Letzten Monat habe ich mit „die Bedeutung von Vornamen: Uschi und Ursula“ teilgenommen.

Selbstverständlich nehme ich wie jeden Samstag auch am Samstagsplausch von Karminrot teil. Denn das ist ja schon Tradition das ich hier und im Lesezimmer verlinke.

Lerche oder Eule

Diese Frage stellte sich auch als ich nach einem Quereinstieg zum Beruf Zugbegleiterin gestartet bin. Unter „an unterschiedliche Schichten gewöhnen“ habe ich thematisiert, dass es für mich schon eine große Umstellung war, plötzlich keine festen Arbeitszeiten mehr zu haben.

Als Zugbegleiter ist für uns fast jeder Arbeitstag anders. Dennoch haben wir die Möglichkeit vor Erstellung der Dienstpläne gewisse Vorlieben mitzuteilen.

Nach ein paar Monaten ohne eigene Priorisierung habe ich für mich festgestellt welche Uhrzeiten mir eher liegen. Ich habe mich klar für „früh“ entschieden.

Früh aufstehen?

Früher war alles vor 7 Uhr für mich gefühlt zuu früh… doch dann ergab ich ein Schicksals-reicher Zufall:

Ich war gerade in meiner neuen Wohnung in Lörrach eingezogen, als ich auf einer Baustelle bei mir in der Straßen einen entfernten Bekannten sah. Ich hatte ihn zwar gar nicht als Bauarbeiter in Erinnerung, aber dennoch dachte ich mir nix dabei. Doch am nächsten Tag war er in dem leerstehenden Laden wieder am irgendwas renovieren. Das machte mich neugierig und ich fragte ihn „Was machst Du hier?“ und er berichtete mir das er sich hier mit einem Kiosk selbstständig macht.

Er suchte noch jemand der zweimal die Woche morgens von 5 bis 7 Brötchen bäckt und den Kiosk öffnet. Ob ich Interesse hätte. Zuerst fand ich die vorstellen so früh zu arbeiten unvorstellbar. Doch eigentlich war ich auf der Suche nach einem Nebenjob, den ich außerhalb meiner Arbeitszeiten machen konnte. Sein Angebot es einfach nur zu versuchen war verlockend. Und der Laden war nur wenige Meter von meiner Haustüre entfernt. Deshalb gab ich der Sache eine Chance.

Klar war es am Anfang hart, wenn der Wecker um 4 Uhr klingelt. Ich musste lernen am Abend zuvor egal, ob Sonnenschein oder Abendveranstaltung früh zu Bett zu gehen. Letztendlich fand ich einen Rhythmus das ich diese Arbeitszeiten über zwei Jahre sehr gut mit meinem Privatleben und meinem Hauptberuf vereinbaren konnte.

Ich erinner’ mich sogar das ich mal meine Mutter zu Besuch hatte, ich hatte ihr vorher gesagt das ich um kurz vor 5 Uhr das Haus verlasse und nach 7 wieder komme. Beides hatte sie erfolgreich verschlafen und sie fand mich nach 9 Uhr Kaffee trinkend auf dem Balkon die Sonne genießen. Sie war völlig entsetzt „Du hast Deinen Nebenjob verschlafen!“ und ich „nein ich bin schon lang wieder zurück“.

Später arbeitete ich nebenbei in einem Bäckerladen, wo ich 2 Jahre lang 5 Tage die Woche von 5-7 eingeteilt war. Neben meinem Vollzeitjob !!!

Doch irgendwann wurde mir das dann zuviel und ich reduziert das auf 1-2 mal die Woche.

Im Frühaufstehen habe ich also Erfahrung

Wenn Du Tipps zum leichter früh aufstehen haben willst, schau mal unter „leichter früh aufstehen“

Abends arbeiten?

Als Zugbegleiter im Fernverkehr haben wir auch manchmal Schichten bei denen unser Arbeitstag erst um 17 oder 18 Uhr beginnt. Das ist eine Zeit, die mir gar nicht liegt. Um 18 Uhr ist für mich der Tag schon gelaufen, dann erst durchstarten finde ich sehr mühsam.

Beim Arbeiten im Zug finde ich das „in die Nacht hinein fahren“ unangenehmer. Lieber fahre ich im Dunkeln los und es wird während der Fahrt hell als umgekehrt. Zumal mir die Stunden im Dunkeln immer viel, viel länger vorkommen. Es klingt für dein Außenstehenden sicher unlogisch, aber ich finde die Arbeit im Zug anstrengender, wenn es draußen dunkel ist als, wenn es hell ist. Denn auch im voll beleuchteten ICE wirkt sich Sonnenlicht und Wetter auf meine Stimmung aus.

Ganz ätzend fand ich die Nachtschichten als Zugbegleiter. Die waren absolut nix für mich, im Dunkeln im Stillen rumsitzen und Hauptbeschäftigung wach halten. Absolut nicht meine Welt. Zu meinem Glück sind jetzt für unsere Dienststelle die Nachtschichten weggefallen.

Abends sind die Fahrgäste anders:

Während morgens die Leute alle noch müde und ruhig sind, und vor allem Pendler unterwegs sind, sind Abends mehr Familien, unerfahrene und unruhige Personen unterwegs. Die Fahrgäste laufen in den Nachmittag und Abendstunden viel mehr im Zug hin und her. Diejenigen die schon lange unterwegs sind, mögen nicht mehr sitzen und werden langsam ungeduldig an das Ziel zu kommen.

Das Bordrestaurant und Bistro werden viel öfter aufgesucht. Die Toiletten werden öfter aufgesucht. Allgemein sind die Leute mehr in Bewegung als sie das früh am morgen sind.

Generell stören mich rum laufende Fahrgäste bei meiner Arbeit nicht. Denn die Gänge sind ja so breit das zwei Menschen im Normalfall gut aneinander vorbeikommen. Nicht so mit dicken Koffern und Rucksäcken. Und dann gibts ja auch viele Leute die sich einfach nicht trauen sehr nah an mir vorbeizugehen. Manche haben Angst vor mir oder halten mir unaufgefordert ihr Ticket ins Gesicht. Was manchmal problematisch sein kann, wenn ich gerade etwas Kompliziertes erkläre oder gar eine Fahrpreisnacherhebung mache.

In solchen Fällen trotzdem zu beiden, dem Fahrgast, mit dem ich vorher gesprochen habe und dem Störer freundlich bleiben, ist an sich gut machbar. Aber wenn das zum zehnte Mal hintereinander passiert. Oder ich mehrmals im gleichen Gespräch wegen „ich trau mich nicht vorbei, deshalb nerve ich jetzt lieber“ gestört werde. Dann möchte man am liebsten denjenigen anmotzen. Selbstverständlich mache ich das dann nicht, sondern bleibe dennoch freundlich. Doch das erfordert dann etwas mehr Energie.

Lerche oder Eule

Ich habe für mich erkannt, ich bin lieber die Lerche, die vor allen anderen aufsteht. Im Dunkeln, wenn noch kaum jemand unterwegs ist zur Arbeit fährt. Gerne so früh, dass es auf den Straßen noch ruhig ist. Dann sind keine Deppen unterwegs die, die Verkehrsregeln missachten. Keine Chaoten und keiner der Rumbrüllt (wie Schülergruppen gerne).

Die Eulen, die mittags erst wach werden, sind auch meistens die undisziplinierteren die mehr Dreck und Lärm machen und wenig Rücksicht auf andere nehmen.

Nachmittags und in den Abendstunden ist der Straßenverkehr viel anstrengender und gefährlicher. Man spürt das manche Verkehrsteilnehmer schon müde und unaufmerksam sind. Und ich habe den Eindruck das viele richtig doofe Mitmenschen erst sehr spät aus dem Haus gehen.

Jedenfalls steigt die Anzahl der doofen Fragen mit vorgerückter Stunde.

Je später der Abend desto…

Je später am Abend desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Zugverspätungen. Denn die meisten Verzögerungen entstehen im Laufe des Tages. Je länger ein Zug schon unterwegs ist desto mehr hatte er Möglichkeit um Verspätungsminuten zu sammeln. Das ist doch auch logisch, je mehr Bahnhöfe der Zug anfährt und je öfter ein und ausgestiegen wurde desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für irgendwelche Störungen.

Bezogen auf die Fahrgäste gibt es gegen Abend mehr Betrunkene, Generfte und Ungeduldige Mitmenschen als morgends.

Ich liebe Sonnenaufgänge!

Noch ein Argument warum ich die frühen Schichten so gerne habe sind die Sonnenaufgänge:

Hier ist die Sonne noch hinter dem Horizont, wird aber schon von der Wolkendecke reflektiert.

Wenige Minuten später ist es schon etwas heller und man erkennt die aufsteigenden Nebelschwaden Im Vordergrund zeichnen sich die Silhouetten von PV Anlagen ab, wie sie mittlerer Weile im Rheintal weit verbreitet sind. Diese Aufnahmen müssen irgendwo zwischen Offenburg und Karlsruhe entstanden sein.

Und hier kurz nach Sonnenaufgang am Kölner Hauptbahnhof. Noch ist alles friedlich und leer wenige Stunden später drängeln sich hier die Menschen.

Ja genau, wenn Du die Ortsangaben beachtest, es liegt ein besonderer Reiz darin um diese Zeit (wenn es hell wird) an verschiedenen Orte unterwegs zu sein.


Ich hoffe ich konnte Dich ein wenig mitnehmen in mein „Lerche-Sein“

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

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6 Kommentare zu „Lerche oder Eule #relevant“

  1. […] ❹ Sehr früher Dienstbeginn passt perfekt zu mir. Denn morgens bin ich eher fit und leistungsfähig als in den späten Nachmittags oder Abendstunden. Das ist schon bei normalem Wetter immer so, bei diesen extrem Temperaturen umso mehr. Mehr dazu unter „Wie man morgens besser aufsteht“ oder „Lerche oder Eule“ […]

  2. […] schreibt in ihrem Artikel Lerche oder Eule, dass sie früher eher spät aufgestanden ist. Durch einen Nebenjob, für den sie um 4 Uhr […]

  3. […] in den Abendstunden mag ich sonst gar nicht so gerne, dies ist ein Thema, über das ich unter „Lerche oder Eule“ tiefer eingegangen […]

  4. […] Uschi: Lerche oder Eule […]

  5. Avatar von Annuschka

    Wie war das? „Nach müde kommt doof.“

  6. Avatar von Hanne
    Hanne

    „Die Eulen, die mittags erst wach werden, sind auch meistens die undisziplinierteren die mehr Dreck und Lärm machen und wenig Rücksicht auf andere nehmen.“
    Diesen Satz hätte ich so aus deinem Mund nicht erwartet…
    eine Eule

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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