Mit diesem Beitrag möchte ich diesmal rechtzeitig bei der Blogparade #relevant auf Blogissimo mitmachen. Das Thema „Dein Vorname“ finde ich ganz interessant. Denn auch hier kann ich das Thema im Zusammenhang mit meiner beruflichen Veränderung behandeln.
Ich bin die Uschi
Seit ich ein kleines Kind war, wurde ich von meiner Familie stets Uschi genannt. Ich denke, ich habe erst erfahren, dass ich im Ausweis Ursula heiße, als ich diesen schon selber lesen konnte.
In der Grundschule wurde ich auch von den Lehrern und Mitschülern Uschi genannt.
Als ich auf die Realschule wechselte, war ich ein wenig in der Phase das ich mich von der „kleinen Uschi“ lösen wollte. Meine Idee war es mich auf der neuen Schule anders vorzustellen. Doch da machte mir unsere Klassenkonstellation einen Strich durch die Rechnung.
Wir waren damals auf der Müllheimer Allemannenrealschule die erste Klasse, die Französisch als erste Fremdsprache lernte. Mittlerer Weile gibt es in Müllheim sogar Grundschulen, die mit Französisch beginnen. Zu unserer Zeit war das allerdings neu.
Folglich wurden alle Kinder die sich für Französisch als erste Fremdsprache interessieren in eine Klasse geworfen. Es wurde bei der Klassenbildung nicht auf Geschlecht oder Namensgleichheit geachtet. So kam es das in unserer Schulklasse:
- 4 Tanjas
- 2 Sandras
- 2 Petras
- und 2 Ursulas
landeten. Für die Lehrer ebenso wie für die betroffenen Schüler ein Desaster. Die ersten Schulstunden ging es erst mal darum wie man die Schülerinnen auseinander hält.
Schließlich einigten wir uns auf bereits vorhandene Kosenamen. Eine Tanja wurde Tina genannt, eine Sandra Sandy… und die andere Ursula war schon immer Ursel gewohnt. Aber so wollte ich auf keinen Fall genannt werden und ab da war ich weiterhin die Uschi.
Arbeitsleben
Meine Berufsausbildung machte ich damals bei Hertie, diese Filiale wurde später Karstadt und zum Schluss Galeria. Doch letztendlich war ich 35 Jahre im gleichen Gebäude mit zum Teil den gleichen Arbeitskollegen tätig. Von den Kollegen, die mich näher kannten, wurde ich stets Uschi genannt. Ich denke das es einige gab, die gar nicht wussten das ich Ursula heiße.
Im Sommer 2023 habe ich eine Umschulung zur Zugbegleiterin im Fernverkehr bei der Deutschen Bahn gemacht. Bei der Deutschen Bahn gibt es eine festgelegte Du- Kultur. Also alle Mitarbeiter, auch die Führungskräfte werden mit Vornamen und Du angesprochen. Für mich war das zu Anfang eine ziemliche Umstellung. Mehr dazu in meinem Beitrag „Die Duzkultur verstehen“.
In meinem letzten Beitrag zu #relevant schreibe ich auch über „Du oder Sie“.
Weil ich es schon immer gewohnt war Uschi genannt zu werden, stellte ich mich in persönlichen Gesprächen als „Uschi“ vor. Was jedoch bald zu Verwirrung sorgte, weil man dachte die „Ursula“ auf der Liste fehle noch. Ups. nicht jeder geht automatisch davon aus das Uschi und Ursula die selbe Person sind.
Schließlich wurde mir nahe gelegt, das, wenn ich während der Zugfahrt auf dem Diensthandy angerufen werde, ich mich doch bitte mit „Ursula“ melde. Denn der Anrufer wählt meinen Kontakt, weil er mich im Dienstplan oder in der digitalen Einbuchung im Zug gesehen hat. Und dort erscheint grundsätzlich nur „Ursula“.
So kam es das ich mich neben all den neuen Eindrücken im Zusammenhang mit meinem neuen Beruf mich auch noch an meinen neuen alten Namen gewöhnen musste. Mittlerer Weile habe ich mich daran gewöhnt. Bei der Bahn bin ich die Ursula und privat die Uschi.
Zugbegleiterin Ursula
Doch mittlerer Weile gibt es einig Kollegen, die mich schon näher kennen und dann beginnen manche Telefonate eben so:
„Zugbegleiterin Ursula im ICE eins-zwo-drei“,
„Du Uschi, … “
Die Bedeutung von meinem Vornamen
Ursula bedeutet so viel wie „kleine Bärin“. Nachdem ich meinem Freund diese Bedeutung erzählt habe, wurde ihm sofort klar welches Kosewort er für mich hat, Er nennt mich jetzt liebevoll Bärchen. Was ich total süss finde. Gerade bei der Kommunikation via Whatsapp nutzt er dann dafür gerne das Teddybär Emoji.
Der Namenstag der Ursula ist der 21. Oktober und es gibt dazu eine Bauernweisheit:
„Lacht Ursula mit Sonnenschein, wird wenig Schnee vor Christfest sein“
Wie zufrieden bin ich mit meinem Namen?
Früher als Jugendliche oder junge Erwachsene fand ich den Namen Ursula fürchterlich altbacken und hässlich. Genährt wurde diese Abneigung durch verschiedene Disney Karaktäre, so zum Beispiel bei „Arielle -Die kleine Meerjungfrau“ da war Ursula die böse Gegenspielerin, die Tintenfisch Meerhexe, die auch noch groß und dick dargestellt wurde.
Mittlerer Weile habe ich mich mit meiner „Kleinen Bärin“ angefreundet. Da ich so manches Mal in meinem Leben kämpfen musste wie eine Bärin. Aus allen Krisen in meinem Leben bin ich gestärkt heraus gekommen. Und somit finde ich den Namen irgendwie passend.
Ich habe keine Kinder und deshalb kam ich nie in die Situation. Aber ich würde meinem Kind keinen diesen Namen nicht geben. Ein Vorname mit U finde ich nicht vorteilhaft. In Kombination mit meinem Nachnamen sieht das dann aus wie: U.A. Unter Anderem…
Dieser Beitrag wird bei Blogissimo verlinkt und nimmt damit bei der Blogparade #relevant teil.





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