meinen siebten Samstagsplausch kann ich heute leider erst am Sonntagmorgen veröffentlichen. Samstag hatte ich leider keine Zeit.

Dieser Text wird aber trotzdem bei Andrea von Karminrot-blog sowie dem Karminroten Lesezimmer verlinkt. Die entsprechende Linkparty ist jede Woche bis Sonntag Abend geöffnet.

Wochenende

Noch viel mehr als früher im Einzelhandel bedeutet das Wort Wochenende für mich nun was ganz anderes als für den Großteil der Bevölkerung. Wochenende ist dann, wenn viele Fahrgäste unterwegs sind. Besonders Freitags und Sonntagnachmittag/Abend sind erwartungsgemäß mehr Reisende in den Zügen.

Für mich persönlich sind Samstage und Sonntage ganz normale Arbeitstage. Mein ganz persönliches „Wochenende“ hatte ich diese Woche Mittwoch und Donnerstag. Bei mir im Dienstplan nennt sich das dann „zusammenhängende Ruhe“. Diese Ruhezeiten sind tariflich festgelegt und sind schon für ein ganzes Jahr bekannt. So wie die „normalos“ im Kalender sehen können, welche Tage Sonntage sind, so habe ich meine vorbestimmten „Ruhetage“. Des Weiteren habe ich noch weitere bewegliche freie Tage, die ich bei Bedarf verschieben kann. Das klingt kompliziert, aber wenn man weis, wie es geht, kann ich mir damit meine Freizeit so legen wie ich sie brauchen kann. Das funktioniert natürlich nicht immer. Aber dieses gerade in kleinen Firmen gefürchtete „Du musst arbeiten, es ist keiner da“ gibt es bei der Bahn nicht. Wenn ich eine Schicht nicht machen kann oder will, erfahre ich überhaupt nicht, wen ich „alleine lasse“ oder wer die Schicht schließlich doch macht. Denn die Schichten können ja auch mit Mitarbeitern aus anderen Dienststellen besetzt werden. Folglich gibt es kein „der Erwin kann nicht kommen, Du musst arbeiten!“ (Name erfunden, dient nur als Beispiel). Das finde ich sehr angenehm.

Dieses Foto habe ich beim Spaziergang bei Fischingen mit einer Freundin gemacht. Wiedermal ein Beweis, dass man nicht nur bei Sonnenschein schöne Bilder machen kann.

Besonders anstrengende Schicht

Letztens, ich darf wegen Datenschutz den Zeitraum nicht genau beziffern… hatte ich zum ersten Mal eine richtig herausfordernde Schicht. Denn es ist in unserem Zug ein Notfall eingetreten. Weil ich mit anderen Aufgaben beschäftigt war, habe ich den Notarzteinsatz gar nicht selber mitbekommen. Doch ich habe die Reaktionen der betroffenen Kollegen gespürt. 4 von 5 Mitarbeiter im Zug sind nach und nach wegen „Schockzustand“ ausgefallen. Sie hatten versucht, einen Fahrgast zu retten, der später mit Herzinfarkt verstorben ist. Da ich die einzige war, die diesen Mann gar nicht gesehen hatte, war ich dann später die einzige, die weiter arbeiten konnte!

Das war gruselig, plötzlich war ich komplett auf mich alleine gestellt, denn der Zugchef und die Kollegen waren zwar körperlich anwesend, konnten aber nichts mehr tun. In dieser Situation habe ich festgestellt, dass ich wohl recht gut Schauspielern kann. Freundlich lächelnd habe ich im Zug Schokolade verteilt und allen Fahrgästen erzählt, das nun alles gut sei und der Notarzt den Patienten ins Krankenhaus gebracht hat wo ihm geholfen wird. In der Küche gäbe es einen technischen defekt… die Wahrheit war die beiden Gastro Kollegen saßen nur noch wie Zombies da und starrten vor sich hin!

Auf der Rückfahrt, in einem anderen Zug, mit anderem Team musste ich mich dann ganz massiv beherrschen, um einem Fahrgast der wegen 10 Minuten Verspätung rumjammerte nicht eine freche Antwort zu geben. In dem ersten Zug hatten wir zeitweise 80 Minuten Verspätung und ein Mann kam gar nicht mehr irgendwo an.

Dieses Bild stammt auch von dem Spaziergang am Mittwoch in den Weinbergen in unserer unmittelbaren Umgebung. Das Laufen an frischer Luft hat mir extrem gutgetan und ich konnte in Gesprächen das Erlebte verarbeiten.

Weitere Bilder von dem Ausflug findest Du unter Spaziergang bei Fischingen.

An meinen freiten Tagen hatte ich auch endlich mal Zeit meine kleinen „Yukka-Babies“ umzutopfen. Diese Pflanze habe ich selbst aus einem abgeschnittenen Trieb gezogen und wenn sie so weiter wächst wird sie bald zu groß für das Fensterbrett. Mehr über meine Zimmerpflanzen findest Du in einem alten Beitrag.

Die Schönen Seiten meines Berufes

Diese Woche hatte ich aber auch sehr schöne Schichten. Und ich konnte mich an den Vorzügen meines Arbeitsplatzes erfreuen…

Ich liebe es in den Frühschichten vom Zug aus das Morgenrot und den Sonnenaufgang zu sehen. Das hier ist ein etwas missglückter Versuch, dieses wunderschöne Naturschauspiel zu fotografieren. Das geht einfach nicht… das muss man mit eigenen Augen sehen.

Und je nachdem wie die Schicht geplant ist, hat man auch mal Zeit zum gemütlich im Zug zu frühstücken. Ich habe mir angewöhnt ein Schraubglas mit Müsli dabei zu haben und stets eine eigene Tasse. Die kann ich dann auch mal im Pausenraum oder auf dem Bahnsteig nutzen.

Auf zum Sonntagsdienst

So ich muss nun diesen Text beenden, weil ich mich gleich fertig machen muss zum Dienst. Heute arbeite ich von 12-24 Uhr. Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

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3 Kommentare zu „Samstagsplausch 7/24“

  1. […] Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog dieser Artikel wird in der Blogparade Samstagsplausch auf Karminrotes Lesezimmer […]

  2. […] Mein Respekt vor Zugbegleitern ist stark gestiegen. […]

  3. Avatar von Flotterblogger

    Ich hatte während einer Zugfahrt ein ähnliches dramatische Erlebnis.

    Eine Frau schlug beim Umsteigen durch einen Tunnel von einen Zug in den anderen mit dem Gesicht teppenabwärts auf. Es war eine Steintreppe. Ich war in unmittelbarer Nähe und hatte das Gefühl, dass die Frau nicht gestolpert war, sondern ein plötzliches Ereignis sie Knall auf Fall wie aus Blei zu Boden brachte. Den Aufschrei der Angehörigen höre ich heute noch.

    Kurz darauf informierte ich die Zugbegleiterin des Zuges, in den die Frau wohl auch einsteigen wollte, von dem Vorfall. Vielleicht könnte sie ja den Notarzt rufen. Sie ging hin und kam wenig später mit einem erschütternden Gesicht wieder zurück „Das sieht gar nicht gut aus“

    Was letztendlich aus der Frau geworden ist, weiß ich nicht. Ich fragte mich später immer mal wieder, ob sie den Sturz überlebt hatte oder ob das ihr Ende war.

    Der Vorfall steckte mir noch lange in den Knochen. Es war auf dem Umsteigebahnhof Bad Kleinen, der ja kurz nach der Wende wegen einer tödlichen Jagt auf einem Terroristen – es ging damals durch die Medien – bekannt wurde.
    Ich wünsche dir weiterhin gute Reisen mit weniger Dramatik 🚂🙋🏻‍♀️

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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