Den nachfolgenden Beitrag habe ich schon 2022 geschrieben, also ich noch nicht ahnen konnte, dass ich das Zugfahren mal zu meinem Beruf mache.
Frühmorgens unterwegs Richtung München
Ich befinde mich im IC 267, dieser Zug verkehrt täglich von Basel SBB nach München Hauptbahnhof und legt dabei 354 km zurück. Dieser Zug startet um 5:50 am SBB und fährt über Karlsruhe, Stuttgart und Ulm bis München Hauptbahnhof.
Warum ich diesen Zug nehme
Ich bin heute um 6:06 in Weil am Rhein eingestiegen. Für diese Verbindung habe ich mich entschieden, weil es eine der wenigen Reisemöglichkeiten ohne Umsteigen direkt mit dem IC nach München.
Ich fahre gerne sehr früh schon los, dann kann man den ersten Reisetag am Zielort noch nutzen. Zum Beispiel komme ich heute schon um 11:15 Uhr in München an, da kann man mit dem Tag wirklich noch was unternehmen.
Warum ich Direktverbindungen so liebe
Weniger Umsteigen finde ich angenehmer, weil ich es mir dann im Zug richtig bequem machen kann und ich in Ruhe etwas tun kann. So wie zum Beispiel diesen Text schreiben. Wenn man alle halbe Stunde umsteigen muss, ist man ständig an ein und auspacken. Und je öfter man den Zug wechselt, umso eher hat man ein Problem, wenn einer der Züge verspätet ist.
Zu den meisten Destinationen muss man Umsteigen, aber wenn ich schon in eine Stadt will, zu der es Direktverbindungen gibt, dann nutze ich diese gerne.
Unterwegs im Intercity statt im ICE
Allerdings ist dieser Zug ein IC und kein ICE. Das bedeutet er hält viel öfter und die Wagons sind nicht ganz so neu und komfortabel. Dafür ist aber dann oft das Ticket um einiges Preiswerter.
Wobei sich der Preis bei den Tickets der Deutschen Bahn nicht nach gefahrenen Kilometer oder wie toll der Zug ausgestattet ist, richtet, sondern hauptsächlich danach wie ausgelastet die Verbindung an dem Tag ist. Man kann davon ausgehen, dass Geschäftsleute, die es eilig haben lieber einen schnelleren Zug nutzen. Aber alle die in einer kleineren Stadt einsteigen wollen sind auf die ICs angewiesen.
Für mich war es ein Vorteil in Weil am Rhein einzusteigen, und nicht ins Ausland nach Basel zu müssen. Die erste S-Bahn nach Basel fährt erst nach 6 Uhr und somit hätte ich diesen Zug nicht erreicht, oder hätte mir jemanden suchen müssen der mich nach Basel bringt.
Was ist der Unterschied zwischen IC und ICE
Das Streckennetz der Intercity (IC) gibt es schon seit 1971. Ein IC ist mit maximal 200 km/h unterwegs. Intercity-Express gibt es seit 1991 und diese Züge können 230-330 Km/h schnell sein, soweit die Strecke es zulässt. Außerdem halten ICEs seltener nur großen Bahnhöfen. An diesen Knotenpunkten sind dann auch die Verbindungen auf die Fahrpläne der ICEs abgestimmt.
Der IC dient meist als Ergänzung zu den schnellen ICEs und bedient auch kleinere Bahnhöfe wie mein Zug heute zum Beispiel Weil am Rhein, Müllheim und Bad Krozingen. Ein ICE hält auf dieser Stecke nur in Basel und Freiburg.
Mit einer ICE-Verbindung wäre ich schneller in München, müsste aber entweder in Karlsruhe oder Stuttgart umsteigen. Da besonders Stuttgart momentan wegen der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 fast täglich von Verspätungen betroffen ist, wollte ich das gerne umgehen.
Zudem bin ich im Urlaub und habe genug Zeit um gemütlich nach München zu reisen. Ich habe dort keinen festen Termin denn ich dringend erreichen muss. Selbstverständlich ist dies auch eine Kostenfrage. Langsamere Verbindungen sind überwiegend preiswerter und nicht so voll.

Heute fahre ich erste Klasse!
Wie ich schon erwähnt habe nutze ich eine Bahncard 25 mit dem Bahnbonus-Programm. Das heißt, dass ich bei jedem Einsatz meiner Bahncard Punkte sammle und diese später in Sachprämien oder andere Vorteile tauschen kann.
Für die heutige Reise habe ich wieder 500 Bahnbonus-Punkte in ein Upgrade zu ersten Klasse eingelöst. Das heißt, ich fahre zum gleichen Preis wie ein Sparpreis in der zweiten Klasse kosten würde in der ersten Klasse.
Auf diese Weise habe ich mir die Fahrt nach München so entspannt wie nur möglich gestaltet. Ohne Umsteigen, ohne Platzmangel und ohne zu viel Menschen.
In der ersten Klasse hat man automatisch eine Sitzplatzreservierung, und diese werden so vergeben, dass die Fahrgäste gleichmäßig verteilt sitzen. Augenblicklich reise ich in diesem Abteil mit nur einer weiteren Person. Die erste Stunde war ich sogar ganz alleine. Gerade fahren wir in Karlsruhe los, statt umsteigen, Gleiswechsel und Platzsuche bleibe ich gechillt sitzen und schreibe weiter.
Der Komfort im Zug in der ersten Klasse ist meiner Meinung nach vergleichbar mit dem ICE. Die Klimaanlage/Heizung funktioniert gut (es ist schön warm in diesem Abteil) und die Toilette ist sauber. Das Bordbistro ist gleich im nächsten Wagen. Dort habe ich mir eben schon meinen ersten Kaffee geholt. Doch was das allerwichtigste ist. Dieser Wagen fährt angenehm ruhig und macht keine gruseligen Geräusche wie manch ältere Züge.
Ich bin diesbezüglich nicht sehr empfindlich, aber wenn es permanent knarrt und rumpelt denke ich dann schnell das irgendwas kaputt ist. Auch vibrierende Teile der Inneneinrichtung können auf die Dauer unangenehm werden. Hier vibriert und klappert nichts. Die Ledersitze sind bequem und ich kann die Beine ausstecken, ohne andere Fahrgäste zu stören.
Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog
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Spannend ist für mich heute, diesen alten Beitrag erneut zu lesen. Damals war ich einfach nur gerne mit dem Zug unterwegs. Heute arbeite ich selbst im Fernverkehr und sehe viele dieser Reisen noch einmal mit ganz anderen Augen.
Als ich diesen Beitrag 2022 geschrieben habe, war ich einfach nur gerne mit dem Zug unterwegs. Heute arbeite ich selbst im Fernverkehr – und ausgerechnet in diesem ehemaligen IC 267 sind meine Lieblingsschichten.







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