Heute möchte ich Euch berichten wie mein Ficus oder auch Birkenfeige genannt, sehr gut bei mir überlebt. Mein Trick ist, ich dünge meinen Ficus mit kaltem Kaffe.
Update 2026:
Inzwischen begleitet mich die Pflanze seit fast 30 Jahren. Seit 2023 bin ich im unregelmäßigen Schichtdienst tätig und auch das macht die Pflanze gut mit. Mittlerweile sind ein paar mehr dazu gekommen, siehe dazu „meine Zimmerpflanzen“. An der Pflege habe ich nichts entscheidendes geändert.
Die Geschichte meines Ficus Baumes
Meinen Ficus habe ich irgendwann zwischen 1997 und 1999 gekauft. Eigentlich war es ein Mitleidskauf.
Die damals fast einen Meter hohe Birkenfeige stand direkt neben dem Eingang eines Lebensmittelmarktes und hatte diesen Standort offenbar überhaupt nicht vertragen. An den Ästen hingen nur noch etwa zwanzig Blätter und die Pflanze sah eher nach einem Fall für den Kompost als nach einer Zimmerpflanze aus.
Deshalb bekam ich sie für einen fast symbolischen Preis. Heute, fast drei Jahrzehnte später, lebt dieser Ficus immer noch bei mir.
Nachdem der Ficus bei mir eingezogen war, habe ich zunächst gar nichts gemacht. Die Pflanze stand einige Wochen einfach nur in meinem Wohnzimmer und durfte sich von den Strapazen im Supermarkt erholen. Zu meiner Überraschung bildeten sich schon bald neue Blätter.
Erst nach zwei oder drei Monaten habe ich die Birkenfeige umgetopft. Das geschah allerdings nicht, weil ich dachte, sie brauche dringend mehr Platz für ihre Wurzeln. Der eigentliche Grund war viel einfacher: Die Pflanze war etwas einseitig gewachsen und kippte in ihrem leichten Kunststofftopf immer wieder um. Ein schwerer Tontopf sorgte für mehr Standfestigkeit.
Platziert hatte ich ihn neben dem Fenster, also auch neben dem Heizkörper. Schon immer hatte ich ihn hin und wieder mal etwas gedreht.
Viele Jahre war er einfach krumm, denn ich hatte Angst das er mir das Beschneiden übel nehmen würde. Dann begann mein damaliger Lebenspartner sich mit Bonsai zu befassen. Er schnippelte an seinen kleinen Bäuchen so rabiat herum das ich dachte sie überleben es nicht.
Doch er erzielte damit das gewünschte Wachstum. Also habe ich auch mal in die Bücher geguckt und mich nach und nach daran getraut meinen angeblich so empfindlichen Ficus zu beschneiden.
Ficus hin und wieder beschneiden
Sicherlich habe ich dabei auch ein paar Fehler gemacht und deshalb gehen heute noch einzelne Äste um die Ecke. Doch insgesamt hat es ihm sehr gutgetan und bis heute halte ich es so das ich ihm 1-2 mal im Jahr mit einer Schere zu Leibe rücke und ihn dadurch etwas forme.
Über die Jahre hinweg habe ich ihn so zu einem geraden Baum geformt. Von seinem anfänglichen schiefen Wuchs ist nichts mehr zu sehen.
Mit dem Ficus Benjamini umgezogen
Nach meinem Umzug nach Lörrach im Sommer 2011 sah der Ficus eine Zeit lang richtig schlecht aus. Vermutlich haben ihm der Umzug und der neue Standort nicht besonders gefallen. Nach einiger Zeit erholte er sich jedoch wieder von selbst.
Kleinere Veränderungen nimmt er mir dagegen kaum übel. Wenn ich mal wieder im Wohnzimmer die Möbel umstelle oder im Sommer bei großer Hitze die Rollläden tagelang geschlossen bleiben, steckt er das normalerweise problemlos weg.
Langfristig beobachtet, wächst er im Winter und Frühling besser als im Sommer, wenn die Fenster gegen die Sonneneinstrahlung öfters verdunkelt sind.
Meine Pflege für den Ficus
Zweimal im Jahr bekommt mein Ficus eine kleine Wellnesskur. Er darf unter die Dusche und wird dabei von Staub und anderen Rückständen auf den Blättern befreit. Anschließend stelle ich ihn für 1-2 Tage auf den Balkon damit das übeschüssige Wasser abtropfen kann. Dies versuche ich stets nicht bei knalligem Sonnenschein zu machen.
Diese Aktion kostet zwar regelmäßig ein paar Blätter. Wobei ich denke der Hauptauslöser ist die Mechanische Bewegung. Mittlerer Weile ist er so gross und sperrig das ich ihn nicht ohne Blessuren bis ins Bad und zurück bewegen kann.
Doch danach geht es ihm wenige Tage später wieder richtig gut. Deshalb gehört sie inzwischen fest zu meiner Pflegeroutine. Meistens mache ich das einmal zu Beginn und einmal zum Ende der Balkonsaison. Denn der Balkon und das Badezimmer (sowie der Weg dazwischen) brauchen dann eine gründliche Reinigung.
Mittlerweile habe ich zwei große Exemplare dieser Pflanze und ich behandele beide gleich. So ein „Badetag für die Fici“ ist dann fast eine Tagesaufgabe.

Unregelmäßiges Gießen und Düngen
Ich bin jemand, der ständig das Blumengießen vergisst. Irgendwie war es mir nie so wichtig, dass ich mir eine regelmäßige Routine angewöhnt habe. Seit drei Jahren habe ich nun einen neuen Beruf als Zugbegleiterin im Fernverkehr mit sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten und gelegentlichen Auswärtsübernachtungen. Diese Veränderung hat aber offensichtlich dazu geführt das ich mich besser um meine Pflanzen kümmere als früher.
Denn früher war immer dieses „ach das kann ich morgen auch machen“ im Hinterkopf und nun ist da „ich hab die nächsten 3 Tage keine Zeit, ich muss das jetzt machen“. Und meinen Pflanzen geht es seit dem viel besser als früher.
Den Ficus Benjamini gieße ich mit normalem frischen Leitungswasser… ich weiß meine Mutter hat mir damals eingebläut das Pflanzen abgestandenes Wasser brauchen. Aber ich bin meistens zu faul oder vergesslich irgendwo Wasser für die Blumen vorzubereiten. Und wenn irgendwo mal ein Krug mit Wasser länger stehen geblieben ist… manchmal denke ich daran und kippe ihn in einen der Töpfe aber meistens denke ich nicht dran.
Teuren Dünger kaufen?
Früher habe ich paarmal flüssigen Blumendünger gekauft, doch die Flasche stand ewig herum . Also habe ich mich mal ans Internet gesetzt und nach preiswerten Alternativen gesucht. Dabei kam ich auf den Hinweis Ficus bzw. Birkenfeige mit Kaffee zu düngen.
Ficus Benjamin mit Kaffee düngen?
Meine Oma hat die Rosen in ihrem Garten immer mit Kaffeesatz gedüngt. Seit ich denken kann, wurde bei uns das gebrauchte Kaffeepulver gesammelt und für ihren Garten aufgehoben.
Noch heute muss ich manchmal an sie denken, wenn ich die Kaffeemaschine leere. Eigentlich finde ich es schade, dass der Kaffeesatz inzwischen meist im Müll landet. Gerne würde ich ihn so wie früher weiterverwenden.
Als ich mich näher mit dem Thema beschäftigt habe, stieß ich jedoch auf unterschiedliche Meinungen. Während Kaffeesatz im Garten oft als natürlicher Dünger empfohlen wird, sollte man bei Zimmerpflanzen im Blumentopf eher sparsam damit umgehen. Die Erde im Topf ist begrenzt und größere Mengen Kaffeesatz können auf Dauer Probleme verursachen.
Da ich meine Zimmerpflanzen nur sehr selten umtopfe, verzichte ich deshalb lieber darauf. Für Pflanzen im Garten kann Kaffeesatz dagegen durchaus eine sinnvolle Verwendung sein.
Nicht Kaffeesatz, sondern Kaffee als Dünger
Irgendwann habe ich herausgefunden, dass man auch alten, schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker mit Wasser verdünnen und zum Gießen verwenden kann. Da ich meinen Kaffee grundsätzlich schwarz trinke, bleibt gelegentlich eine halbe Tasse übrig. Statt sie wegzuschütten, bekommt dann manchmal mein Ficus einen kleinen Schluck davon.
Seit ich das gelegentlich mache, habe ich den Eindruck, dass ihm das guttut. Die Blätter wirken kräftiger, das Grün erscheint dunkler und satter als noch vor einigen Jahren. Eine Zeit lang sah die Pflanze etwas blass aus, inzwischen macht sie wieder einen deutlich gesünderen Eindruck.
Ob das tatsächlich am Kaffee liegt oder ob andere Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Geschadet hat es meinem Ficus jedenfalls nicht. Nach fast dreißig Jahren macht er immer noch einen erstaunlich vitalen Eindruck.

Meine Dosierung
Den übriggebliebenen Kaffee gieße ich nicht direkt in den Blumentopf. Das wäre viel zu viel. Ich schütte den Kaffeerest in eine etwa 1,5 Liter große Kanne und fülle mit frischem Leitungswasser auf. Kurz umrühren und damit werden alle meine Pflanzen gegossen.
Zurerst die Ficus Benjamini und dann auch die Yukkapalme und die Grünilien. Mehr dazu unter „Meine Zimmerpflanzen“
Ficus Benjamini mit Kaffee düngen
Nach nun fast 28 Jahren geht es dieser einen Pflanze, die ich mit nur noch zwanzig Blättern vor dem Kompost gerettet habe, fantastisch. Ich denke, dies ist ein Beweis dafür das meine Art der Pflege nicht ganz so falsch sein kann.





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