Wenn Du im ersten Moment mit dem Wort „Rückfallebene“ nichts anfangen kannst liegt das nicht an Dir. Mir war dieses Wort auch nicht geläufig, bis ich letztes Jahr die Umschulung zur Zugbegleiterin gemacht habe.
Was bedeutet Rückfallebene?
Eine Rückfallebene repräsentiert ein Sekundärsystem, das bei Ausfall eines primären Systems einen Schutz gegenüber einer Gefährdung bietet oder den Totalausfall des Gesamtsystems verhindert, häufig unter Aufrechterhaltung einer reduzierten Betriebsqualität.
So definieren Google und Wikipedia diesen Begriff. Einen Eintrag im Duden scheint es nicht zu geben.
Ich würde mal salopp übersetzten mit „der Plan B, wenn irgendwas nicht so funktioniert wie es soll“. Während der Umschulung fand ich das ziemlich nervig, weil wir bei fast jeder Kleinigkeit, die wir lernen, mussten auch gleich noch die Rückfallebene mit lernen sollten. Nach dem Motto „so macht man es richtig, aber wenn das nicht geht dann eben soundso“. Und von Anfang an wurde uns eingebläut dass wir das im Ernstfall selber entscheiden müssen wann denn nun eher der Plan B dran ist.

Warum thematisiere ich diesen Begriff ausgerechnet diese Woche?
Diese Woche hatte ich gleich mehrfach damit Berührungspunkte. Am Montag war ich sozusagen selber eine Rückfallebene, denn ich hatte Bereitschaft. Wäre kurzfristig jemand ausgefallen hätte man mich einsetzen können. Aber das war nicht der Fall und ich hatte einen äußerst ruhigen und entspannten Arbeitstag in der Dienststelle.
Dafür habe ich mich dann am Dienstag wieder richtig auf die Arbeit im Zug und das unterwegs sein gefreut. Am Frankfurter Hauptbahnhof ist dann dieses zufriedene Selfie oben entstanden.
Am Mittwoch und Donnerstag hatte ich frei. Aber diesmal zu Hause einiges im Haushalt zu tun. Unter anderem habe ich viel geputzt, Heitzkörper und Fenster, Dinge die man nicht gerade jede Woche macht.
Am Freitag ging es dann zu einer dienstlichen Übernachtung nach Düsseldorf. Da war ich bisher noch nie. Von der Stadt habe ich eigentlich nichts gesehen außer dem Bahnhof, dem Hotel und den kurzen Fußweg zu einem Restaurant.
Ein Bekannter meinte „wenn Du in Düsseldorf bist, musst Du unbedingt Japanisch essen gehen“ aber ich hatte mir etwas zu essen mitgenommen, weil ich zuvor ja nicht wusste, mit wem ich unterwegs bin und ob die Gegend um den Bahnhof so ist das ich als Frau alleine da rumlaufen möchte.
Doch ich war mit einem sehr netten Zugchef unterwegs, mit dem ich schon gute Gespräche hatte und dieser schlug vor „komm wir gehen chinesisch essen“. Da wir vor 18 Uhr schon im Hotel waren, hielt ich es nun doch für eine gute Idee gemeinsam zu essen. Der Zugchef kannte sich doch nicht so gut aus und fragte im Hotel, wo denn der gute Chinese sei. Man erklärte uns den Fußweg zum „China Viertel“, da seien ganz viele Asiatische Restaurants… ich konnte mir da noch nicht so richtig was drunter vorstellen.
Schließlich landeten wir in der Immermannstrasse. Tatsächlich gibt es hier ein Restaurant neben dem anderen. Chinesisch, Tailändisch, Japanisch, Vietnamesich… keine Ahnung was noch alles. Fast alle Lokale hatten vor dem Eingang einen Tisch mit einer Speisekarte oder wenigstens ein Schild mit Bildern ihrer Speisen. Ich fand das sehr spannend und wir schmökerten uns erst mal durch ein paar Speisekarten um ein wenig einzugrenzen was wir eigentlich wollen. Bei einzelnen Restaurants bildeten sich sogar Schlangen, weil alle Plätze belegt waren. Das ist zwar ein gutes Zeichen, aber weil wir nicht zu spät essen wollten, entschieden wir uns für ein Lokal vor dem noch keine Schlange stand. Es hieß „Tokio“ also doch japanisch, was meinen Begleiter aber nicht weiter störte.

Für mich gab es gedünsteten Lachs, der so zart war, das ich nicht mit den Stäbchen essen konnte weil er mir zerbröselte. Es war wirklich vorzüglich! Auch die Suppe die es dazu gab hat mir sehr gut geschmeckt. Auch das Preisniveau war wirklich in Ordnung. Also „in Düsseldorf japanisch Essen gehen“ kann man echt mal machen.
Um 20 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel und da wir am nächsten Morgen um 5:30 Treffpunkt hatten bin ich sehr zeitig zu Bett.

Ein erste Käffchen morgens um 5 Uhr in der Hotelbar.

Die Unterführung am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist einfach riesig, weil gerade noch nicht so viele Menschen unterwegs waren hab ich ein paar Fotos gemacht. Die Punkte dienen zum unkenntlich machen der Personen.

Für morgens vor 6 Uhr sah ich doch ganz okay aus, oder?
Trotz Kaffee und Fotos waren wir schon 10 Minuten früher an unserem Zug. Doch schon bald stellten wir fest, irgendwas stimmt nicht. Es fehlte das Personal für den anderen Teilzug. Offensichtlich konnten diese wegen eines Autounfalls nicht rechtzeitig da sein und der Ersatz kam erst im nächsten Bahnhof. Schwuppdiwupp waren wir die „Rückfallebene“ und haben uns auf beide Teile verteilt. In diesem Falle war es ja die Rettung das wir nur einen „Arbeitsweg“ von paar Metern durch den Bahnhof hatten.
Meine Schicht endete in Basel so das ich bereits um 12 Uhr zuhause war, und somit konnte ich am Nachmittag konnte ich zu meiner Mutter fahren und mit ihr ein paar Einkäufe mit einem Leihwagen erledigen.
Diesen Beitrag werde ich wieder wie gewohnt bei Karminrot und dem Karminroten Lesezimmer im Samstagsplausch verlinken. Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog








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