Wie schon paarmal erwähnt, möchte ich nun meine Artikelserie „Bahnhofsgeschichten“ starten. In dieser Kategorie möchte ich Euch immer wieder von gewöhnlichen oder ungewöhnlichen Bahnhöfen berichten.
Schon lange bevor ich ahnen konnte, dass ich mal als Zugbegleiter für die Deutsche Bahn unterwegs sein würde, hatte ich die Idee zu dieser Kategorie und auch schon hin und wieder über Bahnhöfe geschrieben. Allen voran: „Stuttgart 21“ diese Großbaustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof, die ursprünglich mal so geplant war, dass der neue unterirdische Bahnhof 2021 eröffnet werden sollte. Massive Widerstände der Bevölkerung und zahlreiche geologische Probleme haben dazu geführt, dass die Baustelle noch immer nicht fertig ist und wann der neue Bahnhof wirklich in Betrieb genommen wird, steht noch in den Sternen.
Warum Wiesbaden
Wiesbaden ist neben Darmstadt und Frankfurt-Süd der zweitgrößte Bahnhof in Hessen nach dem Frankfurter Hauptbahnhof. Dessen Verkehrsdaten habe ich mal in meinem Text „Auf dem Bahnsteig in Frankfurt“ erwähnt.
Im Gegensatz zu Frankfurt fahren wir Wiesbaden für gewöhnlich nicht sehr oft von Basel kommend an, das liegt vor allem daran das dieser ein Kopfbahnhof ist. Ein Kopfbahnhof bedeutet, dass die Gleise alle „Sackgassen“ sind, also alle Züge nur von der gleichen Seite aus ein und ausfahren können.
Anfang des 20. Jahrhundert (erbaut 1906) war dies die modernste Bauweise um große Bahnhöfe zu bauen. Weil man so den Reisenden an wichtigen Knotenpunkten die Möglichkeit gab, die Gleise zu wechseln und umzusteigen. Die meisten Durchfahrtsbahnhöfe mit Unterführungen oder Treppen entstanden erst später.
Momentan wird eine der wichtigsten Bahnstrecken zwischen Mannheim und Frankfurt Hauptbahnhof saniert und deshalb sind Zugläufe und damit unsere Schichten vorübergehend etwas anders und so kam es das ich diese Woche innerhalb einer Schicht gleich zweimal kurzen Aufenthalt in Wiesbaden hatte.
Besonderheit Kopfbahnhof
Ich persönlich finde Kopfbahnhöfe meistens schöner als die gewöhnliche Bauweise. Das angenehmste für die Reisenden ist natürlich das man weder Treppe runter noch rauf muss und man ebenerdig zu jedem Gleis kommt. Doch damit verbunden sind dann meistens etwas längere Gehwege. In der Regel haben die alten Bahnhöfe noch diesen alten Charme mit einer hohen Bahnsteigshalle.

In Wiesbaden finde ich diese besonders ansprechend und angenehm hell und sauber. Kein Wunder, auf Wikipedia „Hauptbahnhof Wiesbaden“ konnte ich erfahren das diese 2003/2004 aufwändig renoviert wurde.

In einem Kopfbahnhof muss unser Zug logischer Weise die Fahrtrichtung wechseln. Denn der Bahnhof ist eine Sackgasse. Der Triebfahrzeugführer muss also entweder von einem Kollegen am anderen Ende des Zuges abgelöst werden, oder wenn er selbst den Zug weiter fährt, muss er zum anderen Ende des Zuges kommen. Deshalb dauert ein Halt in einem Kopfbahnhof immer einige Minuten länger als sonst.
Das ist auch der Grund, warum ich so viel Zeit hatte Fotos zu machen. Aber nicht wundern, die Bilder stammen von mehreren Kurzbesuchen auf den Bahnsteigen. Zeit um mir den Bahnhof als Fußgänger aus Fahrgastsicht anzugucken hatte ich noch nicht. Aber das ergibt sie vielleicht auch mal.

Die Bahnsteige auf meinen Bildern wirken absichtlich so menschenleer, ich versuche stets so wenig Personen wie möglich hier zu zeigen. Und wenn viele Reisende da sind, dann habe ich auch gar keine Zeit um Fotos zu machen. Bei diesem Selfie wollte ich das Schild mit drauf haben und hab gar nicht darauf geachtet, welcher Zug hinten dran steht, das war jedenfalls nicht meiner.
Schöne große Bahnsteighallen
Die Nutzung der großen Bahnsteighallen hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Sie wurden so hoch gebaut, damit der Rauch der Dampflokomotiven abziehen kann und boten Schutz für Reisende und Heitzmaterial, das in solch großen Bahnhöfen aufgefüllt wurde. Heute braucht man schon lang keinen Platz mehr für Kohle oder Güterwagen, die diese bringen. In Wiesbaden wird dieser Platz unter anderen für einen Bewachten Fahrradparkplatz /Parkhaus genutzt und einen Fahrradverleih mit Werkstatt.

„Der Radler“
In diesem alten Wagon am Gleis 11 ist die Fahrradvermietung und Fahrradwerkstatt „der Radler“ untergebracht. Von hier aus starten geführte Fahrradtouren die Du unter „Der Radler“ buchen kannst. Die Werkstatt ist von März bis November geöffnet und die angegliederten Fahrradboxen kann man ganzjährig anmieten.
Ich finde das ist ein cooles Beispiel für modern genutzte Historie.
Wenn Du einen Bahnhof kennst, den ich unbedingt mal besuchen sollte um darüber zu schreiben, dann sende mir eine e-mail oder einen Kommentar.








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