Diese Woche hat die GDL zum wiederholten Mal gestreikt. Der Gewerkschaft der Lokführer können zwar auch andere Berufsgruppen beitreten, doch ich bin selbst dort nicht Mitglied. Deshalb streike ich auch nicht mit. Dennoch bin ich betroffen wie ich bereits bei Streikauswirkungen beschrieben habe.
Zwar ist der Streik offiziell seit 13 Uhr beendet, doch der Bahnverkehr funktioniert noch längst nicht normal. Du musst Dir vorstellen das ein Zug nur planmäßig fahren kann, wenn das Fahrzeug und die Mitarbeiter auch dort ist wo es geplant war. Das ist nach einem Streik allerdings nicht der Fall. Viele Fahrten fallen noch aus weil einfach die „Geräte“ fehlen.
Ich als Zugbegleiter im Fernverkehr habe meinen Dienstplan mit den Schichten schon vor Monaten erhalten und hätte demnach heute von 13:30-22:15 Dienst… die Züge die ich begleiten sollte können jedoch nicht verkehren. Steiken kann ich nicht, weil ich nicht in dieser Gewerkschaft bin und frei machen kann ich nicht, weil ich dann Minusstunden machen würde. Die Lösung lautet „Bereitschaftschicht“.
Das heißt im Klartext ich komme wie geplant zum Dienst. Melde mich in der Dienststelle zum Dienst an. Wie wenn ich normal zur Arbeit komme, in korrekter Dienstkleidung, mit kompletter Ausrüstung (Dienstkoffer, aktualisierte Geräte) und dann „halte ich mich bereit“… Sprich ich sitze meine Arbeitszeit in der Dienststelle ab.
Unter normalen Umständen ist eine Bereitschaft dazu da nötigenfalls einzuspringen wenn irgendwo Personal ausfällt oder aus irgendeinem Grund nicht rechtzeitig zum Dienst kommen kann. Heute kann dies aber kaum passieren, da kaum Züge verkehren und in allen Dienststellen zahlreiche Mitarbeiter so wie ich gerade „geparkt“ sind.
So kommt es das ich diesen Text, den ich wieder bei Freutag verlinken werde, während der Arbeitszeit schreibe, was ich ausdrücklich darf! Denn meine Arbeitsanweisung lautet “ anwesend sein“. Andere Kollegen lesen, dösen, gucken Filme oder dösen… Es gibt aber auch Mitarbeiter die die Zeit nutzen um zu lernen oder ähnliches.
Dabei fällt mir eine Situation aus der Kurzwaren (Näh und Handarbeitssachen) Abteilung im Warenhaus, wo ich bis letzten Sommer tätig war, ein: Weil wegen Corona so wenig los war hatte ich vor Langeweile das Strickzeug raus geholt… Wohl bemerkt ich stand damit direkt vor dem Regal mit Wolle und Stricknadeln, meine Kunden fanden das toll, weil ich ihnen zeigen konnte wie es geht. Doch von den Chefs bekam ich einen Rüffel…

So sieht meine Arbeit heute aus, ich schlage die Zeit tot und unterhalten mich mit den Kollegen, und natürlich darf „Kaffeetrinken“ nicht fehlen.

Dieses Bild hab ich heute Mittag an der S-Bahn Station gemacht. Heute ist schönes Wetter aber kalt und ich komme heute ja erst nach 22 Uhr zurück, deshalb noch die Winterjacke.
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