Nach meinem Urlaub zu Hause war ich diese Woche wieder beruflich unterwegs. Am Montag stand gleich eine Übernachtungsschicht auf dem Dienstplan. Diesmal ging es bis zum Bahnhof Berlin Gesundbrunnen.
In Berlin habe ich bisher noch nie dienstlich übernachtet. Denn die Distanz von meiner Heimatdienststelle in Basel bis zu unserer Hauptstadt beträgt beinahe 900 km. Diese Strecke ist zu weit, um sie am Stück zu begleiten. Wenn wir im Zug arbeiten, müssen wir nach gesetzlichen Regelungen Pausen außerhalb vom Zug machen. Deshalb kommen wir meistens innerhalb einer Schicht nicht ganz so weit.
Doch diese Woche klappte es, dass mich mein Dienst bis zum Endbahnhof Berlin Gesundbrunnen führte. Diesen Bahnhof kannte ich bisher nur von den Zugzielanzeigen.
Auf diese Fahrt habe ich mich richtig gefreut, denn auf dem Streckenverlauf über Erfurt und Leipzig war ich bisher sehr wenig unterwegs. Ich mag es, wenn ich während der Arbeit neue Ecken unseres Landes kennenlerne.
Unser Weg nach Berlin
Unseren Zug sollten wir im Schweizer Bahnhof in Basel übernehmen. Das bedeutete für uns erst mal S-Bahn fahren und dort eine halbe Stunde warten. Diese „Vorlaufzeit“ gilt für uns bereits als Arbeitszeit.

Für mich persönlich bedeutete das erst mal Frühstück im Pausenraum der SBB. Dafür hatte ich mir zu Hause diese Haferflocken vorbereitet, die nun perfekt durchgezogen waren. Im Sommer achte ich darauf, solche Milchprodukte zeitnah zu essen. Wenn sowas versehentlich in der Tasche schlecht wird, kann das sehr unangenehm werden. Folglich plane ich mir diese Mahlzeit meistens nur für einen Aufenthalt in Basel ein.
Wir übernahmen den ICE von den Schweizer Kollegen und begleiteten diesen bis Kassel-Wilhelmshöhe. Wo unsere Mittagspause geplant war. Doch wegen unserer Verspätung fiel diese sehr kurz aus. Was uns nicht zu sehr störte, da wir danach erst mal ein Stück „Gastfahrt“ hatten. Das bedeutet, wir fahren dann wie normale Fahrgäste einfach nur mit, ohne aktiven Dienst. Von Kassel bis Fulda konnten wir die Fahrt verbringen wie wir wollen. Ich habe mein Strickzeug herausgeholt und die Beine hoch gelegt.

So kann „Arbeit“ auch aussehen. In der ersten Klasse chillen und Kaffeetrinken. Mein Kollege hat die Zeit für ein Powernap genutzt.
Von Fulda durch den Osten
Ab Fulda waren wir dann wieder voll im Dienst. Für mich etwas herausfordernd, weil ich die Strecke über Eisenach, Erfurt und Leipzig bisher noch nicht kannte. Doch da wir recht pünktlich unterwegs waren, musste ich nicht zu viele Fragen von Fahrgästen beantworten. Denn diese bringen mich manchmal sehr in Verlegenheit, wenn ich so gar nicht weis, wo die erwähnten Städte liegen. Ich lerne noch immer täglich neue Städte und Verbindungen kennen.
Während der Fahrt hatte ich gut zu tun, fand aber trotzdem paarmal etwas Luft, um etwas auf die Landschaft zu sehen. Genau das liebe ich an meinem Beruf.

Hier ein schnelles Selfie mit Bahnhofsschild. Das war nur möglich, weil Leipzig genauso wie Wiesbaden und Frankfurt am Main ein Kopfbahnhof ist. In einem Kopfbahnhof ändert der Zug die Fahrtrichtung, dies benötigt einige Minuten, die aber im Fahrplan eingeplant sind.
Übernachtung in Berlin

Untergebracht waren wir in diesem Hotel, das fußläufig vom Bahnhof Berlin Gesundbrunnen gelegen ist. Trotz der Bahnhofsnähe war es in den Zimmern ausgesprochen ruhig. Ich habe weder Züge,Autos noch andere Hotelgäste gehört.
Im Hotel Ocak befindet sich auch ein Restaurant mit Bar. Dort hatte ich mich mit einer Freundin, die in Berlin wohnt, verabredet. Ich habe mich sehr gefreut, das sie so spontan Zeit dafür hatte.
Nach dem Essen war ich sehr froh, das ich nur noch mit dem Lift nach oben fahren musste, denn ich war doch sehr k.o. von dem langen Tag.
Guten Morgen vom Bahnhof Berlin Gesundbrunnen
Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker bereits um 4:30 Uhr. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte verschlafen, denn draußen war es schon hell!


Berlin Gesundbrunnen
Gesundbrunnen ist einer von mehreren Fernbahnhöfen in der Hauptstadt. Er liegt im ehemaligen Ostteil der Stadt, am nördlichen Rand der Berliner Ringbahn. Daher auch der Untertitel „Nordkreuz“. Er ist ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Nah- und Fernverkehr und viele ICEs starten oder enden hier, damit der Hauptbahnhof hauptsächlich als Durchgangsbahnhof genutzt wird.
Die meisten Berlin-Touristen steigen am Hbf aus, dabei gibt es hier am Bahnhof Gesundbrunnen auch einiges zu entdecken. Zum Beispiel das Berliner Unterwelten-Museum.
Zurück ging es mit dem ICE 1001/ 833 bis nach Frankfurt am Main. Diese beiden Zugnummern mit unterschiedlichem Fahrziel sorgten bei einigen Fahrgästen für Verwirrung. Es handelte sich um zwei Züge, die in Erfurt getrennt wurden. Der eine Teil fuhr weiter nach München und unser Teil nach Frankfurt… das war für ein paar sehr aufgebrachte Senioren viel zu kompliziert. Wir mussten mehrere Personen auffordern, doch endlich den Zug zu wechseln. Und genau erklären, wo sie den anderen Zug finden.
Bei manchen Fragestellungen denke ich manchmal „wo ist die versteckte Kamera“…
Nach der Mittagspause in Frankfurt am Main ging es dann wieder nach Basel, wo ich gegen 14:30 Uhr Feierabend hatte.








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