Gestern war ich mit einer ehemaligen Arbeitskollegin zum Spazieren verabredet. Sie wollte mir ihren Heimatort Hausen und die Umgebung zeigen.

Als sie mir erzählte, dass sie in Hausen wohnt und wir dort spazieren gehen könnten, musste ich erst einmal fragen: „Wie komme ich da hin?“ Obwohl ich die Zugstrecke Richtung Zell im Wiesental schon öfter gefahren bin, konnte ich mich an den kleinen Bahnhof Hausen-Raitbach gar nicht erinnern. Dort halten sowohl die S5 als auch die S6.

Hausen ist ein hübsches Dorf mit etwa 2400 Einwohnern im Wiesental. Es liegt gerade noch in dem Teil des Wiesentals, wo das Tal noch etwas weiter und offener ist, bevor es später schmaler und steiler wird.

Mit der S-Bahn nach Hausen

Meine Kollegin hat mich in Lörrach am Hauptbahnhof abgeholt, weil sie vorher noch etwas in Lörrach erledigen musste. Ein Einzelfahrschein von Lörrach nach Hausen-Raitbach würde 3,60 Euro kosten. Ich entschied mich jedoch für eine RVL SoloCard 24, weil wir uns die Möglichkeit offen lassen wollten, auf dem Rückweg vielleicht noch irgendwo auszusteigen oder die Fahrt zu unterbrechen.

Wie fast immer habe ich mir das Ticket im DB Navigator gebucht. Meine Kollegin erzählte mir allerdings, dass es über die RVL-App sogar noch eine günstigere Möglichkeit gibt. Für mich lohnt sich diese App jedoch eher nicht, da ich oft auch über das Tarifgebiet des RVL hinaus unterwegs bin und der DB Navigator dann einfach praktischer ist.

Nach knapp 20 Minuten erreichten wir den kleinen Haltepunkt Hausen-Raitbach. Dieser liegt etwas zwischen den beiden Dörfern Hausen und Raitbach. Zuerst verließen wir das Bahnhofsgelände in Richtung Raitbach. Und weil ich schon länger nicht mehr unterwegs gewesen war, musste natürlich erst einmal ein Selfie mit dem Ortsschild sein.

Hausen-Raitbach ist mit der S5 und S6 gut von Lörrach aus erreichbar. Vom Hauptbahnhof Lörrach dauert die Fahrt nur knapp 20 Minuten. Dadurch eignet sich der Ort gut für einen entspannten kleinen Ausflug mit dem Deutschlandticket oder dem RVL-Tarif.

Herantasten an die Belastbarkeit

Weil ich ja vor kurzem diese doofe Krankheit hatte, die in aller Munde war, waren wir bei der Wahl der Route erst einmal etwas vorsichtig. Meine Bekannte hatte extra Wege im Tal ohne große Steigung ausgesucht. Wir wollten einfach testen, ob ich bei längeren Strecken schon wieder normal belastbar bin.

Vom Bahnhof Hausen-Raitbach aus gibt es ein recht umfangreiches Wegenetz, das auch für „Nichtwanderer“ gut geeignet ist. Wir liefen auf einem gepflegten geteerten Weg mit nur wenig Fahrradverkehr. Unterwegs kommt man an Pferdekoppeln und Kuhweiden vorbei. Gerade auch mit kleineren Kindern ist die Strecke deshalb ziemlich attraktiv.

Auf diesem Weg gingen wir bis nach Fahrnau. Dort befindet sich übrigens ein muslimischer Friedhof. Einen solchen hatte ich zuvor noch nie gesehen. Da sich gerade Menschen an einem Grab aufhielten, habe ich dort keine Fotos gemacht. Ehrlich gesagt sieht der Friedhof von außen ohnehin eher unspektakulär aus.

Golfanlage Schopfheim

Wir überquerten die Wiese und erreichten danach das Gelände der Golfanlage Schopfheim. Im ersten Moment dachte ich, meine Begleitung veräppelt mich, als sie sagte, dass wir jetzt zum Golfplatz kommen. Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas hier im Wiesental gibt.

Golfanlage Schopfheim eingebettet in wunderschöne Landschaft

Die Golfanlage wurde 2001 auf dem Gelände des Hofguts Ehner-Fahrnau angelegt. Wer mehr über den Golfplatz erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Website der Golfanlage Schopfheim.

Mitten auf dem Gelände befindet sich außerdem das Schlösschen Ehner-Fahrnau.

Das Schlösschen Ehner-Fahnau direkt neben dem Golfplatz

Der Golfplatz darf logischerweise nur von Mitgliedern besucht werden, doch es gibt hindurch einen öffentlichen Weg. Ebenso gibt es dort mit dem Bistro Eagle eine Gastronomie mit schönem Außenbereich, die auch von Nichtgolfern besucht werden kann.

Das Putting Green der Golfanlage Schopfeim

Hebel-Wanderweg

Nachdem wir am Hundesportverein und einigen Pferdekoppeln vorbeigekommen waren, erreichten wir ein Stück des Hebel-Wanderwegs. Dieser Wanderweg folgt auf über 60 Kilometern dem Lauf der Wiese bis nach Basel.

Demnächst möchte ich dort selbst einmal eine längere Strecke laufen und natürlich auch hier im Blog darüber berichten. Weitere Informationen zum Hebel-Wanderweg findest Du auch auf der Webseite der Gemeinde Hausen im Wiesental.

Für uns ging es an dieser Stelle allerdings wieder weg vom Wanderweg und weiter Richtung Ortskern von Hausen.

Hausen ist ein nettes kleines Dorf mit einem kleinen Lebensmittelladen und mehreren Gasthäusern. Außerdem gibt es dort noch viele hübsche ältere Häuser. Das eigentliche Highlight ist aber natürlich das Hebelhaus.

Das Hebelhaus

Hier hat der Dichter, Pädagoge und Theologe Johann Peter Hebel einen Teil seiner Kindheit verbracht. Er lebte von 1760 bis 1826 und verfasste viele Gedichte und Lieder in alemannischer Mundart, die für diese Region bis heute prägend sind.

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich in der Schule sogar einmal ein Lied von ihm auswendig lernen musste.

Da ich in Müllheim aufgewachsen bin, war es bei uns „z’ Mülle an der Poscht“. Den Text dazu findet man auch bei der Muttersproch Gsellschaft.

Das Hebelhaus in Hausen im Wiesental

Heute befindet sich im Hebelhaus ein kleines Museum. Außerdem kann man dort in den original eingerichteten Räumen sogar heiraten.

Sehenswerter Rundgang

Insgesamt war es ein wirklich schöner und sehenswerter Rundgang. Unterbrochen wurde unsere Runde nur durch ein ausgiebiges Kaffeetrinken bei meiner „Fremdenführerin“ zuhause.

Es war ein sehr schöner Nachmittag. Vielen Dank dafür.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof trafen wir noch ein paar Osterhasen

Natürlich durfte zum Schluss auch noch ein Selfie nicht fehlen

Gefällt mir:

Ein Kommentar zu „Spaziergang in Hausen im Wiesental“

  1. […] eine Idee, die ich mir schon mal in den Kopf gesetzt habe. Inspiriert hat mich mein Ausflug nach Hausen im Wiesental . Dort bin ich auf den Hebel Wanderweg aufmerksam geworden und ich überlege ernsthaft ob ich diesen […]

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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