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Baustelle Landesgartenschau… und ich dachte ich kenne mich gut aus!

Heute war ich das erste seit langem ( auch durch Corona) mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs. Ich bin den Weg zu meinem Geburtsort gefahren, nur knapp 30m von hier, um meine Mutter zum Muttertag zu besuchen. Die Autobahnstrecke dort hin kenne ich schon seit ich Autofahren darf, oder noch länger.

Selbstverständlich hat sich an der Strecke in den letzten Jahrzehnten viel verändert. In den 90er Jahren bin ich die Stecke fast täglich gefahren. Habe sie schon bei jeder Verkehr oder Wetterlage erlebt. Und eigentlich dachte ich, ich kenn mich aus.

Nun durch Corona sind zwar einige Wochen vergangen seit ich die Autobahnanschlussstelle Neuenburg Müllheim das letzte Mal gefahren bin. Und wie gewohnt habe ich weder Verkehrsnachrichten noch Googlemaps konsultiert. Denn ich kenne die Stecke ja…

Die Stecke bis zur Autobahnabfahrt Neuenburg/Müllheim war wie gewohnt… doch dann fielen mir schon Baustellenmarkierungen und neben der Strasse fehlende Bäume auf… Was sage ich ein fehlender Wald!

Da wurde ganz massiv abgeholst. Schon an der ersten Ampel nach der Abfahrt war ich total irritiert denn man kann jetzt Gebäude im Städtchen sehen, die man die letzten 30 Jahre noch nicht mal im laubfreien Winter sieht.

Aber ich wusste ja, es wird die Landesgartenschau 2022 vorbereitet, und wenn dafür ein kleiner Wald weg muss… okay.

Aber wieso war an dieser Kreuzung so wenig los? Ich kenne die Ecke die letzten Jahre immer nur mit Stau…

Ach ja Corona… es sind weniger Leute unterwegs… und der nahe Grenzübergang nach Frankreich ist geschlossen…

Danach habe ich meine Mutter besucht und wir hatten einen schönen aber Kontaktlosen Nachmittag im Garten hinter dem Haus. Sie hat einen Tisch und Stühle raus getragen und ich habe Kuchen und Geschirr gebracht. Und dieses wieder dreckig mitgenommen, damit ich ihr auch ja nicht diesen bösen schlimmen Virus zutragen kann. Das ist total übertrieben aber es war sogar meine eigene Idee. Außerdem habe ich eine Spühlmaschine und sie nicht, und ich wollte ihr den Aufwand mit dem Geschirr runter und hoch tragen abnehmen.

Für den Heimweg hatte ich gute 30 Minuten eingeplant, bis ich den Stadtmobil Carsharing-Wagen abgeben muss. Normal ist das mehr als genug. Gerade Sonntags wenn nicht viel Verkehr ist…. normal!

Kaum saß ich im Auto meldete der Verkehrsdienst das die B3 auf meiner Strecke wegen eines Unfalls gesperrt sein… war mir aber egal, denn ich wollte ja Autobahn fahren. Dieser weg ist zwar ein paar KM länger aber man kommt schneller an, weil man nicht durch die Dörfer an der B3 fahren muss.

Doch dann bei Neuenburg,dort wo die ganzen Bäume fehlen, die Verkehrschilder fehlen auch teilweise… und die die da sind sind durchgestrichen… ich ignorierte auch das, ich will ja nicht nach Frankreich ich will nur auf die Autobahnauffahrt, die sich kurz davor befindet…

Was ist das??? Die Auffahrt wie ich sie mal kannte ist nicht nur gesperrt, sondern sie ist schlicht… weg ! Kann man sehr gut sehen denn alle Bäume die sonst die Kurve säumen sind genauso weg!

Okay ich fahre weiter gerade aus und unmittelbar vor dem Gesperrten Grenzübergang geht eine kleine Straße ab die mit U1 gekennzeichnet ist. In der Hoffnung das mich dieser Weg an eine provisorische Autobahnauffahr oder wenigsten bis Hartheim wo es einen Autobahnhof gibt führt bin ich dort lang gefahren.

Bauzaun rechts und links und eine Abenteuerliche Verkehrsführung durch mehrere S Kurven um Baustellen herum lande ich zwischen Schrebergärten und einem Ausfluggasthof… doch die Beschilderung U1 geht weiter.

Ich bin irritiert, ich weiß das ich mich auf dem schmalen Streifen zwischen Autobahn und Altrhein befinde, aber ich kann mir echt keinen Reim machen wie ich hier irgendwo sinnvolles ankomme… Inmitten von Landschafstbaustellen komme ich zu einem rund herum eingezäunten U-Turn…. super Umleitung! Diese Umleitung hat mich nur an eine Stelle geführt die geeignet ist auch für LKWs umzudrehen.

Also wieder zurück zur ehemaligen Autobahnanschlussstelle. Dabei fällt mir auf das Teile der Fläche die wohl Landesgartenschau 2022 werden sollen aussehen wie eine Mondlandschaft. Dann komme ich am geschlossenen von Polizei bewachten Grenzübergang vorbei und mir bleibt nichts anderes übrig als in Richtung Karlsruhe auf die Autobahn zu fahren. Um bis zur nächsten Anschlussstelle in die Falsche Richtung zu fahren.

Dieser Exkurs hat mich etwa 15-20km mehr und 30 Minuten länger Zeit gekostet. Zum Glück konnte ich rechtzeitig auf einem Autobanparkplatz halten um die Hotline von Stadtmobil anzurufen, damit meine Reservierung für das Auto verlängert wird.

So ein Anruf kostet mich 1€ aber hätte ich den Wagen zu spät nach Ablauf der Reservierung zurück gebracht hätte mich das eine Strafe von 25€ gekostet.

Landesgartenschau 2022 in Neuenburg, ganz toll, ich bin jetzt schon begeistert * Ironie*

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Do-it-Yourself

Maske nähen: Textilgarn als Ersatz für Gummiband

Textilgarn ist eigentlich ein endlos langer Streifen aus Jersey der sich durch den Schnitt und etwas Zug zusammenrollt. Also im Grunde genau das was ich in meinem Artikel Jerseyband selber machen erkläre nur eben endlos lang maschinell gefertigt. Um herauszufinden ob es wirklich genau das gleiche ist, habe ich mir eine Rolle bei Buttinette bestellt. Hier nun mein detailierter Erfahrungsbericht und der Vergleich mit dem selbst gemachten.

(Werbung, dieser Artikel enthält Affilate links)

Was ist Textilgarn

In sehr großen Handarbeits-Fachgeschäften oder im entsprechenden Onlinehandel gibt es sogenanntes Textilgarn. Dieses ist eigentlich gedacht um daraus Teppiche, Taschen und Körbe zu häkeln. Um dies zu verarbeiten braucht man ziemlich dicke Häkelnadeln und es ist recht anstrengend damit zu häkeln. Aus diesem Grunde gibt es das nicht überall. Auch ist es eher hochpreisig und man kann damit relativ wenig unterschiedliche Dinge gestalten.

Ich persönlich häkle sehr viel, aber aus solch dicken Textilgarn habe ich noch nie etwas gemacht.

Ein Knäul Textilgarn von Buttinette mit 450 Gramm, leider ist keine Lauflänge angegeben

Auf dem Bild zu sehen ist ein riesiges Knäul Textilgarn von Buttinette. Dieses wird laut Banderole aus Abfällen der Textilindustrie hergestell und besteht zu 95% aus Baumwolle und 5% „Sonstige Materialien“. Ich nehme an dabei handelt es sich um Elastan oder Lycra, je nachdem welche Reste gerade anfallen.

Das dieser kleine Prozentsatz nicht genauer angegeben ist finde ich nicht weiter schlimm, denn was es genau ist was der Bauwolle beigemischt ist macht für die Qualität und den Nutzen des Endproduktes keinen Unterschied.

Dieses Garn ist im Vergleich zu anderen Fabrikaten sehr preiswert und ich denke dieser günstige Preis ist nur deshalb durchsetzbar weil eben unterschiedliche Restbestände der Textilindustrie verwendet werden.

Der Vergleich

Der direkte Vergleich Textilgarn und selbst geschnittene Jerseystreifen

Hier seht ihr den direkten Vergleich. Links das Textilgarn von Buttinette und rechts in rosa das aus einem alten T-Shirt geschnittene Jerseyband. Bei dem T-Shirt war damals auch angegeben 95% Baumwolle und 5% Elastan. Das Kleidungsstück hatte ich lange im Gebrauch und somit war es schon sehr sehr oft gewaschen worden.

der maschinell geschnittene Jerseystreifen ist etwa 2,3 cm breit wenn man ihn ausrollt
mein von Hand selbst geschnittenes Jerseyband ist auch etwa 2cm breit, aber dafür nie wirklich exakt gerade, es sind breite und schmalere Stellen zu finden

Der Test

Als Test habe ich mit beiden Bändern Mund-Nase-Masken aus dem gleichen Stoff genäht

Um einen genauen Vergleich zu haben habe ich mit beiden Bändern jeweils eine Maske mit dem genau gleichen Schnitt und Stoff genäht.

Behelfsmaske mit rosa Textilstreifen aus altem T-Shirt
Behelfsmaske nähen mit weissem Textilgarn

Auf den beiden oberen Bildern seht ihr den gleichen Verarbeitsungsschritt einmal mit meinem selbst geschnittenen Band und einmal mit dem Textilgarn von Buttinette. Ich habe beide unmittelbar nacheinander genäht um beurteilen zu können ob sich das nähen sehr verschieden anfühlt oder nicht.

Genäht habe ich übrigens nach dieser Anleitung

Ich stelle bei der Verarbeitung dieser beiden Bänder keinerlei unterschied fest. Es lässt sich genauso gut nähen. Obwohl ich beim allerersten Versuch solch Jerseyband ausprobiert hatte ob es eventuell besser ist, es an der Stelle wo es in die Naht gelegt wird aufzurollen. Das bringt eigentlich nichts aussser einen Arbeitsschritt mehr, mehr Fummelei und es sieht später nicht besser aus. Deshalb habe ich bei diesem Versuch beide Bänder so eingelegt wie sie waren, ohne auseinander ziehen oder zusammen knicken. Das funktioniert einwandfrei.

so sieht das Endergebnis aus

Das Endergebnis sieht ordentlich aus, obwohl der Stoffstreifen gar nicht vernäht ist. Hinter dem Ohr ist ein Jerseystreifen viel weicher als ein eventuell zu breites Gummiband. Es gibt keine störende Kante die einschneiden kann und auch mit dem Bügel der Brille gibt es weniger Druckstellen.

Fazit:

Ich werde zukünftig alle weiteren Masken mit Jerseybändern nähen, denn ich finde dieses Material viel angenehmer und vorallem ist es preiswerter als Gummiband. Für Stoffe mit rosa nehme ich die rosafarbenen Recyclingbänder und für alles andere das Textilgarn von Buttinette.

Und hier der direkte Link zum Produkt:

Buttinette DE

Wenn Du wie ich vor hast große Stückzahlen an Mund-Nase-Masken zu nähen lohnt sich das Textilgarn das es auch in Schwarz und in weiteren Farben gibt (allerdings nur sehr große Mengen)

Achtung Update am 29.7.2020: Leider ist das gezeigte Textilgarn momentan in weiss und schwarz nicht lieferbar. Hier der Link zu dem farbigen Textilgarn, welches sogar reduziert ist:

Alternative bei Amazon

Wer ist Buttinette?

Buttinette ist seit vielen Jahren ein renomierter Versandhandel für Wolle und Handarbeitsbedarf. Früher hieß der Katalog mal Woll-Butt. Die Firma war damals eine der ersten deutschen Unternehmen die ihre Ware über eine Webseite angeboten haben, damals war es noch üblich einer solchen Seite einen anderen Namen zu geben und so entstand „Buttinette“.

Die Firma ist also sehr seriös und erfahren und man muss nicht Angst haben das es sie nächsten Monat nicht mehr gibt.

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Upcycling: Jerseyband aus altem T-Shirt selber machen – Gummiband Ersatz

In meinem Blogartikel „Mundschutz nähen, was tun wenn kein Gummiband mehr da ist?“ habe ich erwähnt das Jerseyband eine super Alternative zum Gummiband ist. Doch nicht jeder hat entsprechenden Jersey-Stoff zu hause. In diese Artikel zeige ich anhand vieler Fotos wie man dehnbare Bänder aus alten T-Shirts selber macht.

ein einfaches altes verwaschenes T-Shirt

Zuerst suche ich mir ein altes T-Shirt das ich nicht mehr anziehen mag. Dieses rosa T-Shirt mit dem Stuttgart Schriftzug (war ein Geschenk, ich komme nicht aus Stuttgart) habe ich jahrelang viel getragen. Nun ist es zu verwaschen und auch etwas zu eng, so das ich es aussortiert habe. Es besteht aus Bauwolljersey mit einem kleinen Elastan Anteil.

Die Inforation über die Zusammensetzung findest Du entweder am Etikett oben am Hals oder noch häufiger links unten in der Seitennaht. Wenn kein Etikett mehr vorhanden ist erkennt Du geeigneten Stoff daran, das er sich so anfühlt das Du ihn bei heißem Wetter oder beim Sport gerne auf der Haut hast. Ob Elastan oder ähnliches enthalten ist merkst Du bei älteren Textilien daran das sie nicht die Form verlieren. Wird ein T-Shirt immer größer und weiter, dann hat es meistens kein Elastan drin und wird sich in Streifen geschnitten wohl nicht wieder zusammen ziehen.

Nicht jedes T-Shirt eignet sich selbst wenn es aus Baumwoll-Jersey ist

Nicht jedes T-Shirt eignet sich für diesen Zweck, denn Baumwoll-Jersey ist nicht gleich Baumwolljersey. Du merkst das wenn Du unterschiedliche T-Shirts bewusst anfässt. Um die Unterschiede zu ertasten kann es sogar hilfreich sein kurz die Augen zu schließen. Die Stoffe sind unterschiedlich dick und fest.

Für unseren Zweck eignen sich hier jetzt eher dünnere, weichere Stoffe.

Als erstes Schneidest Du den untersten Saum ab, dabei merkst Du schon ob der Stoff dazu neigt sich zu rollen oder nicht. Wenn nicht ziehst Du nach dem Schnitt das T-Shirt kräftig in die Breite. Passiert nix eignet sich dieser Stoff leider nicht zur Verarbeitung in „Gummiband-Ersatz“

nach dem Schneiden tut sich leider nix, dieser Stoff ist nicht geeignet

Der weiße Stoff auf dem oberen Bild rollt sich nicht ein. dieses T-Shirt ist leider nicht für diesen Zweck nutzbar. Wenn Du ganz genau hin siehst in der Stoff in Rippen gestrickt, als wenn man ganz nah guckt sieht man Linien die längs gehen. Diese Verarbeitungsart verhindert das der Stoff einrollt.

noch ein negativ Beispiel, dieser Stoff eignet sich ebenfalls nicht

Auf dem oberen Bild sehen wir noch ein negativ Beispiel. Der hellgraue Stoff wäre zwar farblich ganz passend für meine Mund-Nase-Masken, aber eignet sich leider überhaupt nicht. Der Stoff besteht aus Polyester, lässt sich leichter und vom Gefühl her weicher schneiden. Also man braucht weniger Kraft mit der Schere… aber die Schnittkante sieht sehr unschön aus und es rollt sich nix, stattdessen bilden sich hässliche „Räufelfäden“. Auch hier erkennt man wenn man ganz nah ran geht, das der Stoff in einem Muster gestrickt ist. Dieses Muster verhindert ebenso ein einrollen.

den Stoff in schmale Sreifen schneiden

Das T-Shirt schneiden wir am besten vom Saum beginnend in schmale Streifen. So in etwa 1cm, Fingerbreit. Probier es besser nicht noch schmaler, denn das macht es nur schwieriger und das endgültige Band könnte instabil werden.

Wichtig beim Stoff schneiden ist eine gute Schere!

Was heißt hier „gute Schere“? . Am besten eine ganz neue Schere die noch nie Papier geschnitten hat. Oder Du hast schon eine richtige Stoffschere.

Die Schere die ich für solche Sachen nutze scheint es schon nicht mehr zu geben. Aber ich denke das die hier verlinkte sehr gut geeignet ist.

Alternativ kannst Du auch einen Rollschneider für Stoff verwenden. Doch dies erfordert viel Übung und ein Rollschneider ist teurer als eine Schere und nicht so oft einsetzbar. Deshalb rate ich Dir nicht nur für diesen Zweck einen anzuschaffen.

Werden Deine Streifen nicht exakt gerade oder etwas zackelig, das ist gar nicht schlimm. Denn wenn sich der Stoff einrollt sieht man davon gar nix mehr.

Wenn Du ein altes T-Shirt zerschneidest brauchst Du auch keine Angst zu haben Material zu versauen. Du darfst also ruhig daran üben.

Was Du nicht versuchen brauchst ist einen bereits abgeschnittenen Streifen nochmal in der mitte durchzuschneiden. Das ist eheblich schwerer als einen Streifen von einem größeren Stück abzuschneiden.

Seitennäte abschneiden

Die Seitennäte einfach abschneiden. Auf diese Art und weise entstehen nur kurze Stücke, die etwa die Breite des T-Shirts haben. Willst Du das Jerseyband für andere Zwecke wie zum Beispiel Häkeln oder Weben verwenden ist dies unpraktisch. Aber für unseren Bedarf, als Gummiband Ersatz für eine Gesichtsmaske sind diese Stücke ideal.

Hier geht es zur Schritt für Schritt Anleitung Behelfsmaske nähen

Nun den Streifen kräftig in die Länge ziehen. Dabei kann es sein das er bis zu doppelt so lang wird. Um den Effekt zu unterstützen fässt Du dazu immer wieder Teilstücke und ziehst diese in die Länge. Wenn sich alles gleichmäßig zusammengerollt hat kannst Du das Band verwenden.

Hier siehst Du zwei Jerseystreifen aus dem gleichen T-Shirt. vor und nach dem „ziehen“

Auf dem oberen Bild siehst Du zwei Streifen aus dem gleichen Stoff… aus meinem T-Shirt vom ersten Bild. Der Streifen wird durch das ziehen viel schmaler und viel länger. Je nach Stoff 1,5 oder 2-Fach so lang wie vor dem ziehen.

Jerseystreifen normal vernähen

Jerseyband kann man ganz normal einnähen

Das so hergestellte Jersey-Band kannst Du ganz normal zuschneiden und wie Gummiband annnähen. Dazu musst du es nicht ganz aufrollen sondern einfach so lassen wie es gerade rollt.

Keine Lust zum selber schneiden?

Wenn Du jedoch keine Lust oder Zeit zum selber schneiden kannst Du auch fertiges Jerseyband bestellen. Vorsicht bei Amazon und Ebay tummeln sich einige Anbieter die entweder total überteuert sind oder auch genau wie beim Gummiband sehr lange Lieferzeiten haben.

Bei Buttinette, die seriös sind und binnen einer Woche liefern gibt es ein Textilgarn das aus dehnbarem Jersey besteht und sich sehr gut eignet. Ich habe es selbst getestet.

So eine Rolle mit 450 Gramm reicht sehr weit und ist somit sehr preiswert!

Textilgarn von Buttinette

Einen ausführlichen Text ob sich das Textilgarn wirklich genauso eignet habe ich auf einem weiteren Blogpost beschrieben.

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Auf dem Weg zur Normalität?

Nun liegt schon eine Woche arbeiten nach dem Corona Shut Down hinter uns. Nachdem wir 5 Wochen lang gar nicht geöffnet hatten durften wir Mitarbeiter nach und nach zur Arbeit antreten. Wobei zeitweise nicht ganz klar war was nun unsere Arbeit ist, so ganz ohne Kunden…

Seit Donnertag vor einer Woche haben wir endlich wieder für unsere Kunden geöffnet. Jedoch ganz anders als erhofft! Wir dürfen nur auf einer Fläche von 800qm für Kunden öffnen, das ist noch nicht mal das ganze Erdgeschoss! Und unser Warenhaus verfügt über insgesamt 7 Stockwerke Verkaufsfläche.

Auf dieser Minifläche dürfen Maximal 40 Personen sein, das heißt selbst die Mitarbeiter dürfen sich nicht alle gleichzeitig im selben Stockwerk aufhalten. Aus diesem Grunde wurden die Besprechungen bei denen wer wir über die weitere Vorgehensweise informiert wurden in mehren Gruppen durchgeführt.

Im Erdgeschoss dürfen nur 6-7 Verkäufer und 2-3 Kassierer arbeiten und alle anderen Mitarbeiter müssen in den restlichen Stockwerken Nebentätigkeiten machen. Aufräumen, Dekorieren, Vorbereitungen treffen auf eine hoffentlich baldige Öffnung des Hauses.

Das Verkaufen in dem abgetrennten Erdgeschoss hat nur wenig mit unserem normalen Arbeitsalltag zu tun. Denn der Kunde kann ja nur die Sortimente im EG selber wählen und anschauen. Alles andere muss der Kunde uns gezielt beschreiben und wir holen die gewünschte Ware dann. Das geht bei einem Ringbuch oder Schulheft sehr gut… bei Schuhe und Kleidung ist das allerdings schon viel schwieriger.

Aufgrund der seit Montag geltenden Maskenpflicht ist der aktuell meist gefragte Artikel Mundschütze oder waschbare Masken aus Stoff. Beides haben wir nicht… noch nicht!

Gummiband ist das neue Klopapier

Da die Bundesregierung und das RKI herausgegeben haben das von Laien genähte Mundschütze aus Stoff auch zulässig sind, sind plötzlich Stoff und Gummiband die wichtigsten Artikel im Warenhaussortiment!

Um dieser Nachfrage begegnen zu können haben wir diese beiden Sortimente in das Erdgeschoss verlegt. Am Prominentesten Platz im ganzen Warenhaus, dort wo man normalerweise auf die Rolltreppen zugeht. Dort stehe ich mit einem Schneidetisch und 2-3 provisorischen Warenträgern voller Baumwollstoff und verkaufe wie verrückt.

Während sich die Kollegen aus anderen Warenbereichen langweilen und nach Arbeit suchen, bildet sich bei mir am Stoffschneidetisch eine Schlange. Als wir noch Gummiband hatten mussten wir mehrfach die Kunden an das Abstandgebot von 1,5m erinnern. Denn in ihrem Gier nach dem begehrten Gummiband war das manchen egal. Doch der Spuk dauerte nicht mal einen ganzen Tag, denn dann war alles ausverkauft!

Alle Gummibänder die halbwegs für Gesichtsmasken gebrauchbar sind ausverkauft. Normal führen wir ein umfangreiches Sortiment, mit verschiedenen Marken, Qualitäten und Farben… aber jetzt ist alles weg.

Neue Ware ist noch nichts gekommen, weil unsere Läger ja auch Kurzarbeit Null hatten und erst seit wenigen Tagen wieder arbeiten. Die normale Warenversorgung muss jetzt erst wieder anlaufen.

Alles andere als Normal!

Die Art und weise wie wir augenblicklich arbeiten ist alles andere als normal. An die Mundschütze hat sich kaum jemand richtig angewöhnt. Viele haben Probleme Luft zu kriegen oder mit beschlagener oder runter fallender Brille. Das Handling der eigenen Maske ist das eine, aber die Kommunikation mit anderen die auch Maske tragen auch gewöhnungsbedürftig.

Mit einer Mund-Nase-Abdeckung im Gesicht muss man viel lauter und deutlicher sprechen als gewohnt. Ein großer Teil der Mimik steht nicht mehr zur Verfügung. Das fällt besonders auf wenn man etwas ironisch oder lustig meint, der andere kann das oft nicht so richtig erklären. Man muss also Dinge die man sonst nicht ausspricht auch noch sagen „haha lustig gemeint“ oder „Bloß nicht!“.

Du musst sprechen wie wenn Du in einem Chat keine Emojis einsetzen kannst. Denn Dein Gesicht funktioniert nur noch teilweise.

Ich denke wenn man das länger gewohnt ist, mit Menschen zu reden deren halbes Gesicht verdeckt ist, dann kann man irgendwann die Mimik auch etwas lesen und verstehen, aber noch ist dies für die meisten Menschen Neuland und die Mundschütze erschweren massiv die Kommunikation.

Besonders schwierig ist dies für Menschen die nicht gut hören. Und schüchterne Menschen haben noch größere Probleme sich auszudrücken.

Nächste Woche soll es endlich normaler werden

Nach dem neuesten Informationsstand gehen wir davon aus das wir am Montag dann endlich das ganze Haus für Kunden öffnen dürfen. Ob das jetzt wirklich so kommt, oder ob wieder irgendein Verbot dazwischen kommt, weiß ich nicht.

Ich glaube es erst wenn es wirklich soweit ist!

Ich hoffe sehr das dann endlich etwas mehr Normalität eintritt, wenn ich nicht mehr mit meinem provisorischen Tisch im Erdgeschoss verkaufen muss. Aber ich fürchte das es nie mehr ganz so wie vor Corona werden wird!

Es bleibt spannend wie sich die Dinge entwickeln! Ich werde hier weiterhin berichten denn so richtig „normal“ läuft ja noch nichts.

In diese Sinne „bleib gesund“ und bis bald.

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Mundschutz nähen, was tun wenn man keinen Gummi mehr hat?

Was tun wenn man kein Gummiband zum Maske nähen hat? Du willst eine Maske selber nähen und weißt nicht wie ohne ohne Gummi. Ich zeige Dir ein paar Tricks und Alternativen wie man auch ohne Gummilitze eine Behelfsmaske die hinter den Ohren hängt fertigen kann.

Vor ein paar Wochen war ein Run auf Klopapier, überall war es ausverkauft. Offensichtlich hamsterten ganz viele Menschen große Mengen bei sich zuhause. Ich persönlich verstehe zwar nicht wieso man wenn man nicht einkaufen gehen soll besondere Angst hat nicht genug Klopapier im Haus zu haben. Ich denke da eher an Grundnahrungsmittel. Aber es war ausgerechnet das Klopapier das sich zum Symbol für die Corona-Kriese entwickelt hat.

Doch jetzt, da es die ersten Lockerungen gibt, und immer mehr Geschäfte öffnen dürfen… jetzt ist es ein anderer Artikel den alle unbedingt in größeren Mengen haben müssen…

Gummiband

im speziellen schmales Gummiband oder Gummikordel das sich eignet um damit Behelfsmasken zu nähen. Doch dieses ist mittlerer Weile überall ausverkauft und viele Onlinehändler haben extrem lange Lieferzeiten. Ich zeige Euch hier einige Alternativen:

Haushaltsgummi

Einfaches Gummiband aus dem Schreibwaren oder Lebensmittelhandel eignet sich auch zum Masken Nähen
Behelfsmasken selber machen
Selbst dieses billige Gummiband eignet sich zum Masken nähen

Ja völlig normales rotes Haushaltsgummi das man von früher kennt und das es in der Regel beim Schreibwarenbedarf für wenig Geld bekommt. Hier ein Beispiel Böttcher Bürobedarf. Am besten versuchst Du es aber im Stationären Handel bei Dir in der Nähe, vielleicht gibt es ja einen Bürofachmarkt der wieder geöffnet hat.

Die auf meinem Bild gezeigten Gummis habe ich allerdings bei Penny entdeckt! Bei den 1€ Sachen.

Vorsicht bei Angeboten auf Amazon. Dort gibt es viele aus dem Ausland total überteuert vor allem die Versandkosten und dann sehr lange Lieferzeiten.

So ein gewöhnlicher Haushaltsgummi fühlt sich auf der Haut nicht sehr angenehm an, und es kann sein das beim an und aus ziehen es etwas an den Haaren „ziept“ aber letztlich ist Kautschuk ein Naturprodukt das kaum Hautreizungen hervor ruft und hinter dem Ohr keinen Schaden anrichtet.

Unangenehm ist nur das an und ausziehen. Weil durch die Bewegung dann dieses bekannte „Fetzen“ kommt. Während dem Tragen fühlt es sich nicht anders an als andere Gummis. Ich habe es selbst getestet.

Maske nähen mit normalem Haushaltsgummi
Behelfsmaske aus Stoff mit einfachem Haushaltsgummi nicht ganz so konfortabel aber geht auch und stört nicht hinter dem Ohr.

Haargummi

Haargummis sind leider zu kurz. Wir benötigen pro Seite 20 cm, wenn Du sehr klein und schmal bist könnten 17 cm reichen.

altes Gummiband von gebrauchter Kleidung

Wenn die Kleidung gewaschen ist halte ich das für eine gute Idee. Allerdings sind bei modernen Kleidungsstücken die Gummibänder oft direkt in die Naht mit ein genäht und dieses auf zu trennen ist zwar möglich aber recht aufwändig. Bei Jogginghosen und Leggins usw sind sowieso oft viel zu breite Bänder eingearbeitet, die uns für diesen Zweck nichts nutzen. Ideal sind alte Unterhosen mit einem Tunnelzug oben. Also diese extrem unattraktiven Oma-slips… ich bezweifle das ihr so etwas noch im Haus habt. Fragt doch mal die Mutti oder die Oma, ob sie noch irgendwo alte Teile aufgehoben hat, die sie nicht mehr braucht.

Manche Herren-Slips haben auch Gummiband im Tunnel, aber das ist meistens zu dick.

Was funktionieren kann sind BH oder Bikini-Träger.

altes Gummi von Wegwerf-Masken

Dieses würde ich wirklich nur im äußersten Notfall empfehlen, und dann am besten nur von einer Maske die man selbst getragen hat. Denn ein Gummiband einer benutzten Maske zu recyclen ist nicht hygienisch. Es sei denn Du schneidest das Gummi ab und wäscht es dann… Vorsicht ich könnte mir vorstellen das so ein kleines Gummistück von einer Waschmaschine verschluckt wird.

Die Lösung: Streifen aus Jersey-Stoff

Eine detailierte Anleitung mit vielen Bildern wie es geht findest Du unter „Jerseyband selber machen“

Behelfsmaske mit Jersey-Streifen anstatt Gummiband

Dazu benötigst Du Jerseystoff aus Bauwolle am besten mit Elastananteil. Jersey nennt sich ein feiner weicher Stoff der nicht gewebt wurde sondern gestrickt. In der Schweiz und Süddeutschland auch oft Trickot genannt, was von dem Französischen Wort Trickoter für stricken abgeleitet ist. Für den Laien einfach T-Shirtstoff.

Ein klassisches T-Shirt ist aus Baumwolljersey gemacht. Du merkst der Stoff gibt nach, meistens in die breite mehr als in die Länge. Diesen Stoff kann man mit den Händen auseinander reißen, wie man das mit gewebter Baumwolle oft kann.

Schneidet man Jersey oder T-Shirt Stoff in schmale streifen (in der Breite) und zieht daran rollt sich dieser zusammen, dieser Effekt ist stärker wenn der Stoff sehr dünn ist und einen Elastan Anteil (3-7-%) hat. Das kann beim Nähen von anderen Sachen unerwünscht sein, aber in diesem Fall ist es genau das was wir wollen.

Jersey Band die Alternative zu Gummiband zum Masken Nähen. Behelfsmaske selber Machen.
Selbstgemachte Maske
Jersey-Band aus Jersey Stoff selber schneiden

Schneide ein Stück Jerseystoff in 2cm schmale Streifen… da muss man ein wenig Geduld aufbringen, denn man muss die Schere mehrfach ansetzten. Geschnitten wir quer, also in der Breite. Das erkennst Du daran das sich der Stoff mehr in die Richtung ziehen lässt als in die andere.

Den geschnittenen Streifen ziehen wir kräftig in die Länge… und was passiert… das Ding rollt sich zusammen.

Fertig ist der Gummiersatz!

Wichtig ist das Du auch hier einen Stoff aus Baumwolle nimmst damit die Maske gut waschbar ist.

Wenn Du keinen neuen Stoff zur Hand hast kannst Du auch ein alten T-Shirt oder Unterhemd zerschneiden. Das geht wunderbar und ist sinnvolles Upcycling.

Textilgarn

hierbei ist zu beachten das nicht jedes Textilgarn auch wirklich elastisch ist. Ich habe eines gefunden das dehnbar ist und zudem nicht sehr teuer. Einen ausführlichen Bericht darüber findest Du unter Textilgarn als Gummibandersatz

Textilgarn bei Buttinette kaufen:

Alternative zum Gummiband, Maske nähen auch ohne Gummiband

Die Nähanleitung zu der gezeigten Maske findest Du hier

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Erster Arbeitstag nach dem Shut Down

Gestern war mein erster Arbeitstag nach der großen „Corona Pause“. Ich hab mich sehr darauf gefreut weil ich mir vom wieder arbeiten dürfen wieder mehr Normalität erhofft hatte. ist

Nun wirklich normal war das nicht!

Es war sehr schön die Kollegen wieder zu sehen. Und auch teilweise lustig zu sehen wie sich diese in den letzten Wochen verändert haben. So mancher Kollege hat plötzlich einige Kilos mehr. Gerade die Männer haben entweder zu lange oder Maschinchen-kurze Haare. Viele sind braun gebrannt wie wenn sie im Urlaub waren. Die meiseten Kolleginnen haben keine perfekten Gelnägel mehr. Aber im allgemeinen scheinen die Damen das Friseur Problem besser im Griff zu haben als die Herren.

Unsere Arbeit ist noch lange nicht normal

Aufgund der Auflagen das nur Geschäfte bis 800qm öffnen dürfen haben wir nur teile des Erdgeschoss für den Kundenverkehr geöffnet. Nur eine kleine Zahl von Mitarbeitern darf im Erdgeschoss mit direktem Kundenkontakt arbeiten. Alle anderen müssen im Rest des Gebäudes bei nicht vollständiger Beleuchtung und Klimaanlage Aufräumen, vorbereiten, usw. Wobei viele von uns sich fragen was wir dann tun wenn alles erledigt ist.

Aufgrund der Situation haben wir eine Mitarbeiter eine „Arbeitspflicht“, auch wenn nicht wirklich viel zu tun ist… ganz eigenartige Stimmung.

Im Erdgeschoss, dort wo die Kunden hin dürfen sieht das ganz anders aus!

Damit auf keinen Fall zu viele Menschen gleichzeitig im Verkaufsraum sind muss ein Kollege den ganzen Tag an der Türe stehen und jede Person die rein kommt oder raus geht zählen. Dazu verwendet dieser eine Handyapp, über diese alle anderen Mitarbeiter sehen können wieviel im EG gerade los ist. Wären dort zu viele Menschen dürfte keiner von oben nach unten kommen und der Kollege am Eingang darf niemanden mehr rein lassen.

Die Gefahr das zu viele Kunden auf einmal kommen war gestern noch nicht. Noch wissen nicht alle Lörracher das wir geöffnet haben und das sie bei uns das Gesamte Sortiment wieder kaufen dürfen. Ich denke das muss sich erst wieder herumsprechen.

Wenn ein Kunde einen Artikel aus einer anderen Etage möchte wird er von einem EG Mitarbeiter möglichst genau gefragt was er sucht. Dann wird jemand von den anderen im Rest des Hauses herumwuselnden Kollegen gebeten die entsprechende Ware runter zu bringen und ggf den Kunden zu beraten.

So haben wir gestern Nähmaschinen, Haarschneidemaschinen, Herrenanzüge, Schulhefte und sogar einen Basketball verkauft.

Also der Verkaufvorgang ist komplett anders als sonst! Der Kunde muss klar sagen können was er sucht, muss Zeit und Gedult aufbringen, weil der entsprechende Mitarbeiter und die Ware ja erst geholt werden muss usw.

Für die Kollegen auf der Fläche im EG ist es dann auch noch wichtig die „wartenden“ Kunden räumlich zu verteilen… Sie sollen nach Möglichkeit nicht alle in einer Ecke stehen. Dieses „Kunden herumschicken“ ist etwas total neues… das sind wir bisher nicht gewohnt. Einen expriziten „Wartebereich“ darf es aus Sicherheitsgründen nicht geben, weil sich dann dort zu viele Menschen zu nah kommen könnten.

Der gefragteste Artikel

Der am meisten nachgefragte und gekaufte Artikel am 23. April 2020 war:

Stoff und Gummiband

Aufgrund der ab Montag geltenden Auflagen muss jeder in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften einen Mundschutz tragen! Doch diese sind kaum zu kriegen. Deshalb versucht nun jeder der nähen kann sich entsprechende Behelfsmasken zu nähen.

Alle Geschäfte die Gummiband verkaufen und seit Montag schon wieder geöffnet sind, sind ausverkauft! Da wir bis vogestern zu hatten, waren wir die einzigen die noch welches verkaufen konnten.

Normal führen wir eine riesige Auswahl von 3 verschiedenen Firmen im 5.OG. Dort darf aber kein Kunde hin. Also habe ich kurzerhand das gesamte Gummisortiment in Körbe gepackt und einen kleinen Tisch Baumwollstoffe die für Masken geeignet sind und bin damit ins EG umgezogen.

Um im Erdgeschoss mit Kundenkontakt arbeiten zu dürfen musste ich sogar nochmal eine separate Sicherheitseinweisung bekommen. Und dann ging es los. Ohne eigentliche Warenträger, mit nur einem Tisch, einem Meterstab und einer Schere stand ich direkt vor der Rolltreppe (die ja nicht in den Betrieb genommen werden durfte) und verkaufte wie verrückt Stoff und Gummi!

Aufgrund der Auflagen dürfen wir dem Kunden, also so eine kleine Packung Gummiband nicht direkt in die Hand geben. Also verteilte ich diese provisorisch auf der Glassvitrine der Schmuckabteilung (Schmuck darf zur Zeit nicht verkauft werden und die Fläche ich abgetrennt.

Mein Verkaufsgespräch lief mehrfach so ab das ich mit dem Meterstab auf die entsprechende Gummipackung gezeigt hab… Mit dem Meterstab rum fuchteln und den Kunden etwas deuten wäre früher totalen no go gewesen! Und jetzt ist das plötzlich normal.

Normal ist es seit neuesten auch das ich den Kunden sage „gehen sie etwas zurück, wir müssen Abstandhalten“ oder „bleiben sie dort stehen“

Kurzfristig musste ich sogar die Kunden die Gummiband wollten auseinander schicken! Dabei viel mir auf das der Meterstab dabei ganz hilfreich ist. „Abstand halten! Das hier ist ein Meter!“

So, jetzt muss ich aber für heute Schluss machen, denn ich muss vor der Arbeit noch ein paar Masken nähen!

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Morgen geht es wieder los!

Ab morgen darf ich wieder zur Arbeit. Nach 5 Wochen unfreiwilligem „arbeitsfrei“ geht es endlich wieder weiter. Zwar nimmt unser Geschäft den normalen Betrieb noch nicht vollständig wieder auf, wir Mitarbeiter dürfen aber kommen und vorbereitende Arbeiten machen.

Ohne Zweifel ich freue mich darauf! Endlich wieder die Kollegen sehen und mit dem einen oder anderen Quatschen. Endlich wieder was sinnvolles machen und endlich wieder eine richtige Tagesstruktur.

Ich bin Single und wohne alleine. Das bedeutet „Stay at home“ heißt vorallem viel alleine sein. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit mal paar Tage alleine zu sein, doch spätestens nach 2-3 Tagen muss ich mindestens Telefonieren, ober am liebsten gleich mit mehreren Personen per Whats-App oder E-Mail komunizieren.

Das Reden mit anderen Menschen fehlt mir besonders, denn ich bin es beruflich gewohnt viel zu reden. Aber wenn keiner da ist zum reden…

Der allgemeine „Shut Down“ hat dafür gesorgt das ich 5 Wochen fast nur in meiner Wohnung zugebracht habe.

Die ersten Tage bin ich in Aktionismus ausgebrochen und habe Dinge gemacht wie Balkon reinigen und Schränke aufräuen. Und ich hab ständig geputzt… dann habe ich mich selbst etwas gebremst und habe mir jeden Tag absichtlich Arbeit für den nächsten oder übernächsten Tag aufgehoben… also Tätigkeiten die mir einfielen absichtlich verschoben, damit ich noch irgendwelche Ziele habe.

Fernsehen war für mich die erste Woche sehr wichtig, doch dann wurde mir das sehr schnell zu doof… dazu muss ich anfügen das ich unter normalen Umständen vielleicht einmal pro Woche oder alle 2 Wochen was im Fernsehen angucke. So wenig das ich schon vor Jahren das TV-Gerät abgeschafft habe und nur noch hin und wieder über das Internet mit dem Laptop gucke.

Anfänglich habe ich die Berichterstattung über Corona auch verfolgt und mir sehr viele Reportagen darüber angesehen und Berichte gelesen habe… aber irgendwann kam der Punkt wo ich nix mehr über Corona lesen oder hören wollte.

Gott sei dank hatte ich noch meinen „Nebenjob“ wobei dort ja auch kein ganz normaler Betrieb mehr herrscht. Ich hatte dort keine festen Arbeitszeiten sondern war der Springer der angerufen wurde wenn es irgendwo knapp ist. Uih und ich war froh wenn ich angerufen wurde. Für paar Stunden Arbeit hab ich mich geduscht und Haare gewaschen und freudig her gerichtet als wenn ich zu nem Date gehe… Einfach nur weil ich mich darauf gefreut habe das ich von Menschen wahrgenommen werde.

Mal ein paar freie Tage ohne Termine und Verpflichtungen zuhause im Pyjama rum gammeln kann zwar ganz erholsam sein. Aber wenn man das plötzlich ständig machen kann ist es dann auch nicht mehr schön.

Man verliert den Biss… und die Ordnung. Irgendwann ist es egal ob das dreckige Geschirr noch rum steht, ob das Wollknäul von der Couch gerollt ist, oder ob der Berg mit der Wäsche im Bad immer höher wird. Ich hatte ein paar Tage so eine „ist doch alles egal“-Haltung. Was eigentlich gar nicht gut ist. Plötzlich wird alles so … egal…

Ganz ehrlich da hat mir dann dieser Blog geholfen, weil er irgendwie für mich das Tor zur Außenwelt war und ich irgendwas schaffen und schreiben wollte das eben nicht egal ist. Nun ja, nicht gerade einfach wenn der Blog „Unterwegsistdasziel“ heißt in einer Zeit in der das erklärte Ziel ist das man eben nicht unterwegs ist. #bleibzuhause, #lörrachbleibtzuhause, #stayathome … meine Unterwegs Themen interessieren gerade niemanden und die Besucherzahlen gehen in den Keller.

Also habe ich mich darauf besonnen was ich gerne tue wenn ich zu hause bin und mich entschlossen jetzt einfach darüber zu schreiben. Aus dieser Idee heraus sind ein paar Häkelanleitungen entstanden, die ich auch bald noch um weitere erweitern werde…

Aber seit Ostersamstag komm ich fast nicht mehr dazu! Statt nix tun hab ich auf einmal richtig viel zu tun. Ich nähe Behelfsmasken!

Nachdem meine Mutter (80) mich dazu überredet hat das ich ihr ein paar dieser Mund-Nase-Masken nähe hab ich mich dann endlich mal an die Nähmaschine gesetzt. Und vor allem habe ich mal mein Stoff-Fundus nach geeigneten Stoffen durchforstet. Zu meinem Entsetzten fand sich dort weit weniger als ich dachte das sich wirklich gut für einen Mundschutz eignet. Ich hab dann damit angefangen für meine Mutter, meine Schwester und eine Freundin diese Dinger zu fertigen und hab festgestellt das das ja ganz gut von der Hand geht.

Erst danach habe ich mich bei “ Lörrach hilft“ gemeldet und seit Ostersamstag habe ich bereits 150 Behelfsmasken für das Projekt genäht! Mehr dazu unter Masken nähen für Seniorenheim

Diese Aufgabe hat mir gut getan, endlich etwas sinnvolles tun. Und endlich wieder Ziele stecken und erreichen! Ich hab mich richtig rein gesteigert und richtig Spaß daran gefunden. Je mehr man näht umso schneller und leichter geht es von der Hand.

… und plötzlich wollen alle etwas von mir!

Und spätestens seit gestern, als bekannt wurde das ab Montag Masken-Pflicht im öffentlichen Verkehr und im Verkauf gilt, wollen ganz viele Leute was von mir.

Immer mehr Freunde und Bekannte fragen mich nach Behelfsmasken. Gut das ich jetzt so viel Übung und Routine habe. Ich fertige die Dinger momentan fast wie am Fließband…

… aber jetzt gerade schreibe ich diesen Artikel… und warum?

Ich habe kein Material mehr!!! Ich habe keine Gummibänder mehr, und es gibt gerade keine zu kaufen!

Morgen darf ich wieder zur Arbei ! Ratet mal womit ich dort zu tun habe?!

Stoff und Gummiband !

Ich freue mich also morgen im doppelten Sinne auf meinen Arbeitsplatz. Wenn es stimmt dürfen wir Mitarbeiter morgen auch einkaufen, dann wäre mein Gummiband-Problem gelöst. Bis dahin muss ich etwas von der Nähmaschine pausieren.

In diesem Sinne genieße ich jetzt den letzten freien Abend von 5 Wochen Zwangsurlaub.

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Do-it-Yourself Häkeln

Häkeln: Fäden vernähen für Anfänger

Heute möchte ich Euch hier ganz Anfängertauglich zeigen wie man bei gehäkelten Grannysquares am besten und einfachsten die Fäden vernäht. Mit vielen Bildern habe ich dokumentiert wie ich es bei bei meiner Grannysquaresdecke gemacht habe. Schritt für Schritt erkläre ich Dir wie man den Faden so vernäht das er hält und unsichtbar bleibt.

Wie ich die einzelnen Grannsquares gehäkelt habe erkläre ich unter Decke aus Grannysquares.

Was Du dazu brauchst:

Du brauchst eine dicke und stumpfe Nadel, diese werden Stopfnadel oder Wollnadel genannt. Zum einen muss sie groß genug sein das die verwendete Wolle gut durch das Nadelöhr passt aber sie sollte auch nicht viel zu dick sein.

Stopfnadeln zum Fäden vernähen
Hier eine Auswahl an Stofpnadeln, für diese Wolle nehme ich die zweite von links

Auf dem oberen Bild siehst Du mal alle in Frage kommenden Nadeln die ich auf die Schnelle gefunden habe. Ich habe mich für die zweite von links entschieden, weil sie am besten zu meiner Garnstärke passt.

Wenn Du nicht so viel Auswahl hast wie ich, kannst Du ohne Probleme auch eine dickere Nadel nehmen, das geht auch, nur nicht ganz so gut.

Solche Nadeln findest Du überall wo es Wolle und Kurzwaren gibt. Bei den Nähnadeln. Oder bei Buttinette . Hier der direkte Link zu den geeigneten Nadeln :Buttinette DE

Häkeln: Fäden vernähen für Anfänger Schritt für Schritt erklärt
So chaotisch sieht meine Decke vor dem Fäden vernähen von der Rückseite aus

Auf dem oberen Bild seht ihr wie chaotisch es aussehen kann bevor man alle Fadenenden vernäht hat. Je mehr Farben Du verwendest desto mehr Fäden bleiben zum vernähen.

Einfädeln

Das Einfädeln der am Häkelstück hängenden Fäden finden die meisten sehr nerfig und aufwändig. Leichter ist es wenn die Reststücke nicht zu kurz sind, deshalb immer mindestens 10 cm hängen lassen.

Einfädeln in die Nadel

Das obere Bild ist zwar nicht sonderlich scharf, aber es zeigt wie ich den Faden in die Nadel bekomme. Nicht mit dem Ende durch das Nadelöhr fummeln sondern mit einem Bogen. Das funktioniert viel besser.

Dazu nehme ich den Faden als U zusammen geknickt in die rechte Hand und die Nadel in die linke. Ich fasse das U so knapp das nur ein kleines Stück raus guckt und „Stülpe“ das Nadelöhr darüber. Sobald dann auf der anderen Seite der Nadel etwas mehr Faden zu sehen ist wie auf dem Bild, dann kann man schon von der anderen Seite ziehen…

Klingt kompliziert, und ist auch die ersten paar mal kniffelig… aber Du wirst sehen nach kürzester Zeit ist das Routine und geht fast von alleine. Hier ist es wie bei allem beim Handarbeiten, mit der Übung wird es immer einfacher.

Nadel einfädeln zum Fäden vernähen
der Rosa Faden wird eingefädelt
Fäden vernähen bei Grannysquares

Auf dem oberen Bild siehst Du wie ich den ersten Stich durch die Fuss-Schlaufen der nächsten Reihe mache, da dort sowieso schon Rosa ist, wird man diesen Stich später nicht sehen. Dies alleine würde aber niemals halten, denn hier liegt der Faden nur locker in einem Tunnel

Deshalb müssen wir jetzt, wie auf dem Bild oben gezeigt, durch die eigene Farbe. Also durch eine Rosa Masche. Dieses mal aber direkt durch die Masche. Dabei aber darauf achten das man nicht den Faden durchsticht, sonst wird es schwierig den doppelten Faden auf der Nadel durch zu ziehen.

Fäden vernähen bei Grannysquares. Häkeltipps auf unterwegsistdasziel.blog

Auf diesem Bild oben: Nochmal durch eine Rosa Masche, dabei sehr gerne in eine andere Richtung als eben. Je mehr Richtungswechsel umso besser der Halt später

Fäden vernähen bei Grannysqares

Wieder auf das Bild oben bezogen. Nach 2-3 Stiche durch Rosa Maschen gehen wir durch einen Tunnel der folgenden Farbe. Einfach glatt durch. Es liegt dann wieder Rosa auf Rosa und ist deshalb nicht zu sehen.

Fäden vernähen bei Grannysquares

Wieder oberes Bild: Danach gehen wir wieder mit Richtungswechsel durch Rosa Maschenköpfe. Hier seht ihr wie ich von unten nach oben steche. Ruhig paarmal durch Rosa Maschen in unterschiedliche Richtung stechen.

Fäden vernähen bei Grannysquares

Wieder bezogen auf das Bild oben: Danach gehen wir wieder „zurück“, also stechen in den Tunnel durch den wir vorhin gekommen sind… diesmal aber nur halb durch und kommen mitten in der „falschen Farbe“ wieder raus. Diesen Faden schneiden wir ganz kurz ab.

Faeden vernaehen bei gehaekelten Grannysquares
Den Faden Abschneiden, noch ist er sichtbar

Im Kreis oben zu erkennen ist das Rosa Fadenende im Grünen noch sichtbar. Doch das ist ist nicht weiter schlimm. Durch etwas bewegen des Grannysquares „verschlupft“ sich dieses von alleine.

Faeden vernaehen bei Grannysquares

Die Gleiche Stelle nachdem ich das Häkelstück etwas bewegt habe. Wie Du siehst, siehst Du nix… Und genau so soll es ja sein.

Auf diese Art und weise kannst Du alle Fäden unsichtbar vernähen. Dabei kommt es nicht darauf an das Du alle exakt gleich führst, nein im Gegenteil wenn Du auch mal unterschiedliche Richtungen einschlägst verhinderst Du das unerwünschte Muster entstehen.

Ich hoffe diese Erklärung hilft Dir!

Ich hoffe das Dir meine Beschreibung weiter hilft und das Du vielleicht was dazu gelernt hast. Wenn Dir mein Artikel gefallen hat freue ich mich über ein Like oder Kommentar. Und Gerne darfst Du diesen Artikel weiter teilen.

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Allgemein Do-it-Yourself

Masken nähen für Seniorenheim und co.

Die offiziellen Schutzmasken werden immer knapper, aber gerade Seniorenheime und ähnliche Einrichtungen haben nun einen erhöhten Bedarf. Um diesen wenigstens mit waschbaren, mehrfach verwendbaren Masken aus Stoff abzudecken wurde zum Nähen aufgerufen.

Die Badische Zeitung berichtete „Masken nähen fürs Seniorenheim“

Da ich augenblicklich in der „Kurzarbeit Null“ bin und viel Zeit habe, habe ich mich freiwillig gemeldet. Seit ein paar Tagen nähe ich fleißig Mund-Nase-Abdeckungen aus gespendeten Materialien.

genähte Mund-Nase-Maske aus Bettwäsche

Mir war es freigestellt nach welcher Nähanleitung ich arbeite. Zwar gab es Vorschläge, doch ich hab mich für eine schnellere Variante entschieden. Denn ich denke das es vor allem wichtig ist schnell viele Masken zu nähen.

Wie ich nähe habe ich in unter „Behelfsmaske Nähen“ detailiert beschrieben.

Da ich momentan gespendete gebrauchte Bettwäsche verarbeite, ist es manchmal ganz überraschend wie die fertigen Masken dann aussehen…

Ich finde das mehrfach gewaschene Material ist gut zu verarbeiten und auch im Gesicht beim Tragen angenehm weich.

Zur Auflockerung hier ein paar witzige Selfies, die beim Passform kontrollieren entstanden sind.

Ich schwöre das war nicht so geplant … das der Punkt auf der Nase landet! Ich habe die Zuschnitte ohne das Muster zu beachten fortlaufend gemacht. Mit diesem Stoff werden die Masken wenigstens etwas fröhlich.

Wenn Du mithelfen oder spenden willst

Wenn Du im Raum Lörrach wohnst und auch nähen helfen willst, oder Material spenden möchtest melde Dich bei mir, und ich stelle den Kontakt her. Leider bin ich nicht sicher ob ich weitere Kontaktdaten veröffentlichen darf und deshalb lieber auf diese Art.

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Do-it-Yourself

Eine Decke aus Granny-Squares

Als Granny-Squares werden bunte Häkelquadrate genannt, die einfach zu machen sind. Sie eignen sich ideal als Resteverwertung oder für Anfänger. Oder für Leute wie ich, die kleine schnell erreichbare Etappensiege brauchen um sich zu motivieren.

Heute möchte ich Euch mit vielen Bildern erklären wie ich die Grannysquares für meine Decke gemacht habe. Das schöne an dieser Technik ist, das man erst mal loslegen kann und beliebig viele bunte Quadrate fertigen kann und erst später diese zu einem großen Projekt zusammenführt. Ideal also als Beschäftigung wenn man nicht genau weiß wie lange man Zeit hat…

Eine Situation in der wir momentan fast alle sind !

Welches Material wird benötigt?

Nun Du kannst nehmen was auch immer Du in größeren Mengen zu hause hast. Wenn Du lieber mit Baumwollgarn häkelst, kannst Du hierfür alle Qualitäten die in etwa zusammenpassen verwenden. Baumwollgarn das der Schachenmayr Catania entspricht mit einer Lauflänge von etwa 125m/50 gr wäre für so ein Projekt denkbar.

Ich hatte mich jedoch für Polyarcylgarn entschlossen, das in etwa der Bravo von Schachenmayr entspricht. Von dieser Garnstärke hatte ich viel verschiedene Farben im Haus und ich verarbeite sie ausgesprochen gerne. Aus Polyacryl wird die Decke leichter und volumiger. Die einzelnen Grannysquares sind größer, dadurch kommt man schneller voran und sieht schneller Erfolge. Für Ungeduldige und Anfänger also idealer als Baumwolle.

Bei der Schachenmayr Bravo ist die Nadestärke 3-4 angegeben. Ich habe fast alles mit einer 3er Nadel von Prym gehäkelt, welche jedoch während dieses Mamutprojekts kaputt gegangen ist (6-7 Stunden Häkeln am Tag, da hat sich irgendwann der Softgriff aufgelöst). Deshalb habe ich später mit einer uralten Hartgriff Nadel weitergemacht.

Genauso geeignet ist dieses Garn: Basic Soft Acryl

Ganz ehrliche Garnempfehlung!

Nimm das was Du zu hause in Deinem Fundus hast. Granny Squares eignen sich super um auch kleine Reste und angefangene Knäule aufzubauchen. Schnappt Dir paar Farben die zusammen passen und los gehts!

Die Technik die ich hier zeige benötigt keinerlei Planung oder gar ausrechnen wie viel Garn man braucht. Als ich angefangen habe wusste ich nicht wie groß meine Decke werden würde und wie viel von welcher Farbe ich brauchen werde. Welche Farben und Qualitäten ich nehme habe ich für jede Reihe neu entschieden.

So wird gehäkelt:

erste Runde: 12 Stäbchen in einen Fadenring
zwölf Stäbchen in einen Fadenring (Magicring)

Die erste Runde:

12 Stäbchen in einen Fadenring oder Magic Ring. Alternativ dazu kann man auch 2 Luftmaschen machen und die 12 Stäbchen in die 2.von der Nadel aus häkeln. Aber ich finde es sieht mit dem Magic Ring ordentlicher aus und hat man den einmal gelernt geht das sogar viel schneller.

Wenn Du nicht weißt wie das geht sieh Dir dazu ein paar Video an. Ganz extrem langsam erklärt wird es hier. Ich selber habe es bei Elizzza gelernt, deren Videos ich sehr empfehlen kann. „Magic Ring von Elizzza“.

Nachdem man den Ring zusammengezogen hat sieht es dann so aus. Die Runde mit einer Kettmasche schließen und den Faden durchziehen, Also beenden, die Masche nicht mitnehmen in die nächste Runde.

Dadurch sparen wir die Hebeluftmaschen, die unter Umständen später unschön aussehen. Ausserdem geht es so viel schneller.

Für meine Decke habe ich immer 10 gleiche Grannysquares gemacht, hier seht ihr 10 mal Runde eins

Zweite Runde

Irgendwo beginnen, am besten nicht am Rundenbegin von der Vorrunde, dann sieht man am wenigsten. In jeden Zwischenraum zwischen den Stäbchen 2 Stäbchen häkeln. Nicht in die Masche, sondern immer dazwischen.

Wenn Du auf 24 Maschen (also 12 Zweigerguppen) kommst, hast Du es richtig gemacht. Die Runde mit einer Kettmasche schließen und den Faden durchziehen.

noch sind unsere „Squares“ rund. Aber das ist korrekt so

Die Dritte Runde

Die Dritte Runde wieder irgendwo anders beginnen, damit man später keinen Rundenanfang sieht. Dazu ein „Stehendes Stäbchen“ anschlagen, wenn Du diesen Trick noch nicht kennst, dann findest Du dazu hier ein gutes Erklärungsvideo.

In jeden Zwischenraum 3 Stäbchen häkeln.

Auch nach der dritten Runde ist unser Häkelquadrat noch ein Kreis

Die Runde wieder mit Kettmasche in das erste Stäbchen schließen und den Faden durchziehen. Es müssen nun 12 Dreier-Gruppen sein

Die Vierte Runde

Lass Dich nicht durch meine Fotos irritieren, ich habe nun plötzlich andere Farben, das kommt weil ich nicht alle Fotos gleichzeitig gemacht hatte.

Wieder mit stehendem Stäbchen die neue Farbe anschlagen. Wir häkeln dabei auch wieder immer nur in die Lücken zwischen die 3-er-Gruppen.

Jetzt wird es endlich eckig! Wir häkeln in 2 Zwischenräume je 3 Stäbchen und dann in den Dritten 3 Stäbchen eine Luftmasche 3 Stäbchen. So entsteht die Ecke.

Zwei Gruppen, dann in eine Lücke eine Gruppe eine Luftmasche und eine zweite Gruppe… dann wieder zwei Gruppen usw.

Wenn Deine Maschenanzahl stimmt müsste es genau aufgehen und ein 4 Eck entstehen.

Mir selber ist es allerdings auch schon mal passiert das ich mich irgendwo verzählt hatte und mir erst hier der Fehler aufgefallen ist. Wenn Du hier plötzlich auf 5 Ecken kommst, musst Du leider wieder auf machen. Eventuell geht es schneller die ersten drei Reihen neu zu häkeln.

Aus dem Kreis wird langsam ein Viereck
Das Grannysquare ist fertig

Auch diese Runde mit einer Kettmasche schließen.

Die Fünfte Runde

Die Fünfte Runde wird im Grunde genau wie die vierte gehäkelt. Leider hab ich davon kein Bild gespeichert.

Runde 6 bis …

Du kannst auf diese Art und weise jetzt die Squares beliebig größer machen. Für meine Decke habe ich diese Größe 5 Runden gewählt und immer 10 gleiche in einer Reihe zusammen gehäkelt.

Die Schwarze Runde ist gleichzeitig die, mit der die Grannys zusammen gehäkelt werden.

Die „Schwarze“ Runde

wird bei dem ersten Grannysquare ganz normal wie bei Runde vier und fünf gehäkelt. Ab dem zweiten wird es allerdings etwas kniffeliger. An der aneinandergrenzenden Seite wird nach jeder 3-er-Stäbchengruppe mit dem Nachbar verbunden.

Hierzu habe ich ein gutes Video von Carolines Welt gefunden.

Die Grannysquares werden Reihe für Reihe angefügt
Die Decke wächst!

Als ich die Decke begonnen habe, hätte ich niemals damit gerechnet das sie so groß wird. Logischerweise habe ich später Material nach gekauft. Aus diesem Grunde hatte ich mich entschieden hauptsächlich die Qualität Schachenmayr Bravo zu verwenden, weil es diese langfristig nachzukaufen gibt. Dennoch sind auch viele „Sonderposten“ und „Schnäppchen“ mit in der Decke gelandet.

Bei meinen Fotos oben, das Rosa und hellila sind beides „Bravo“ von Schachenmayr, das Hellgrün ist „Nebraska“ von Schewe und das meiste andere irgendwas älteres ohne Banderole…

Nur für die Umrandungsfarbe sollte man sich für eine Qualität und Farbe entscheiden die man auch viel Später noch nach kaufen kann. Ich hatte mich für neutrales Schwarz entschlossen. Weis oder Creme ist auch schön, nur Vorsicht bei Grau !!! Da gibt es besonders leicht Farbabweichungen die zu sehen sind. Das wäre sehr ärgerlich wenn man später sehen würde das es nicht exakt der gleiche Grau Ton ist. Deshalb bleib lieber bei Schwarz oder weiß.

Fäden Vernähen

Je mehr Farben Du verwendest umso mehr einzelne Fadenenden entstehen auf der Rückseite des Grannys. Ich empfehle dringend die Enden nicht zu kurz abzuschneiden, denn dann wird es sehr fummelig beim vernähen. Ich empfehle so etwa 10-20 cm hängen zu lassen.

Wie das mit dem Vernähen am besten funktioniert habe ich in einem neuem Blogbeitrag mit sehr vielen Bildern beschrieben. Fäden Vernähen

Meine Decke ist noch nicht fertig!

Ich habe meine Decke bis zum heutigen Tag noch nicht ganz fertig gestellt. Mein Problem war, das ich sie begonnen hatte als ich mit einem entzündeten Bruch am Mittelfussknochen krank zuhause saß. Weil das so langwierig und schmerzhaft war, hatte ich danach ein „Schmerzsyndrom“ entwickelt, das heißt mein Fuß war zwar wieder heil aber der Schmerz war noch hin und wieder da… Noch über 6 Monate nach der Entzündung tat es wieder weh wenn ich nur Fotos der Decke angeschaut habe… völlig gaga… was im Kopf durch Erinnerung passieren kann.

Doch jetzt anderthalb Jahre später kann ich endlich diesen Blogpost fertig schreiben und mich gedanklich mit der Decke befassen ohne danach Schmerzen zu empfinden!

Das Häkeln an dieser Decke hat mir durch die bis dahin schlimmste gesundheitliche Krise in meinem Leben geholfen. Ich hoffe ich konnte Dir Lust machen auch so ein Projekt zu beginnen und Du kommst damit gesund durch die Corona-Kriese.

Viel Spaß beim Häkeln