Vor längeren Zugfahrten gehört für mich nicht nur das Packen des Koffers zur Vorbereitung, sondern auch die Frage: Was nehme ich unterwegs zum Essen mit?
Gerade auf langen Reisen habe ich schon oft erlebt, dass Bahnhöfe früh morgens noch geschlossen waren, Anschlüsse zu knapp wurden oder das Bordrestaurant ausgerechnet dann nicht verfügbar war.
Als Zugbegleiterin im Fernverkehr weiß ich zu gut was alles dazu führen kann, dass das Bordbistro nichts mehr verkaufen kann oder darf.
Deshalb stelle ich mir meinen Reiseproviant inzwischen immer selbst zusammen. Mit der Zeit habe ich dabei gelernt, welche Snacks im Zug wirklich praktisch sind – und welche eher für klebrige Finger oder schlechte Laune sorgen.
Als aus sieben Stunden plötzlich vierzehn wurden
Grundsätzlich nehme ich immer etwas mehr mit, als ich eigentlich brauche. Das ist jedoch Absicht. Gerade auf der Strecke zwischen Basel und Hamburg habe ich im März 2014 einen absoluten Extremfall erlebt.
Damals tobte in ganz Deutschland ein schweres Sturmtief. Bei Sturmwarnung dürfen selbst die schnellen Züge nur 80 kmh fahren, damit sie bei Hindernissen wie umgestürzten Bäumen rechtzeitig anhalten können.
Genau das passierte auf dieser Fahrt sogar mehrfach. Statt der üblichen sieben Stunden waren wir am Ende ganze vierzehn Stunden unterwegs. In diesem Moment war ich wirklich froh, dass ich noch zusätzlichen Proviant im Koffer hatte.
Besonders Getränke werden in so einem Extremfall schnell knapp. Seit dem habe ich im Koffer immer eine große Flasche Mineralwasser!
Natürlich rechne ich nicht damit, dass dieses Mal wieder eine solche Odyssee wird. Dennoch packe ich grundsätzlich mehr ein als ich in 7 Stunden essen würde.

Das sieht sehr viel aus! Ich nehme natürlich nicht alle Packungen ganz mit.
Die große Mineralwasserflasche kommt in den Koffer, oft wird sie nur „im Notfall“ rausgeholt. Aber ich war schon oft froh darum.
Grundsätzlich benutze ich keine Dosen oder Tetrapaks, nur wiederverschließbare Flaschen!

Obst ist immer dabei!
Naturgemäß ist Banane am praktischsten, verzeiht aber gar nicht wenn sie mal in der Tasche oder Koffer vergessen wird. Mit hat eine vergammelte Banane eine Tasche derart versaut, selbst nach mehrfachen Waschen in der Maschine war der Gestank nicht wegzukriegen.
Apfel oder Birne nehme ich lieber klein geschnitten in einer Tupperdose mit. Alternativ im Sommer auch gerne klein geschnittene Paprika oder Salatgurke, da diese weniger Insekten anziehen.
Im Dienst als Zugbegleiterin im Fernverkehr habe ich in meinem Dienstgepäck mindestens ein Obst oder Gemüse dabei. Meistens Apfel, Birne, Kohlrabi oder Paprika. Ich wechsle da gerne mal ab.

Etwas Süsses
Auf längeren Fahrten brauche ich immer etwas „Süsses“. Möglichst ohne Schokolade, denn diese kann schmelzen und schmieren.
Diese Waffeln links haben sich als sehr ergiebig erwiesen. Selbst wenn ich nur eine wirklich esse, und den Rest der Packung nur hin und her schleppe, sie bleiben genießbar. Selbst in den Koffer quetschen verzeihen sie, ohne zu bröseln. Deshalb sind sie fast immer dabei.
Der Grund warum die Dinger rechts mit dürfen ist nur die Tatsache, dass sie einzeln verpackt sind. Für längere Fahrten habe ich eines in der Handtasche und 1-2 im Koffer (für Notfall).

Etwas Neutrales
„Was Neutrales“ die Milchbrötchen sind nicht so ganz ideal, verzeihen gut verpackt aber auch mal 2 Tage im Koffer. Sie sind leicht süß und fluffig dazu braucht man keinerlei Aufschnitt.
Die Kräcker rechts nehme ich nur 3-4 Scheiben mit, sie sind ganz trocken und geschmacklich neutral. Diese hole ich vor, wenn mir Sodbrennen oder Übelkeit droht. Das kommt vor, wenn der Zug oder Bus stark rüttelt oder vibriert.
Außerdem sind sie gut, wenn man Lust auf etwas Knuspriges hat. Was die Brötchen absolut nicht sind.

Manchmal muss es unterwegs etwas Salziges sein
„Etwas Salziges“ auf jeder längeren Fahrt brauche ich irgendwas Herzhaftes, denn von ständig süß kann es einem auch übel werden.
Solche abgepackten Salami sind ganz praktisch, weil sie nicht gekühlt werden müssen und vor allem riechen sie nicht so extrem wie manche Wurst.
Ich finde es etwas unangenehm, wenn am anderen Ende der Wagon jemand ein Wurstbrötchen auspackt und man das weit riecht. Das ist auch der Grund,warum ich keinen Käse mitnehme.
Ich liebe Käse, aber je nachdem wie warm es ist, entwickelt ein paar Stunden altes Pausenbrot unangenehmen Duft. Deshalb wähle ich mein Reiseproviant für eine lange Zugfahrt möglichst geruchsneutral.

Mein ICE Kaffeebecher
Wenn ich mit dem ICE privat unterwegs bin , ist er immer dabei. Mit diesem Mehrwegbecher spart man im Bordrestaurant bzw. Bordbistro den Pappbecher und bekommt dem Kaffee günstiger.
Es passt ein klein wenig mehr Kaffee rein und der Becher isoliert besser, man verbrennt sich folglich nicht fast die Finger und der Kaffee ist länger heiß.
Kleiner Funfact am Rande: die Packung Almtaler Kaminwurzerl passt genau in den leeren Becher. Oder ein klein geschnittener Apfel.
Wenn ich umsteigen muss, kaufe ich mir auch mal was unterwegs am Bahnhof, aber wenn dann eher eine Butterbretzel oder Käsebrötchen. Und ess die dann auch recht zeitnah.
Wie Ihr seht, habe ich keine klassische Stulle Brot dabei, denn diese hat sich für mich nicht wirklich als sinnvoll erwiesen.
Erfahrung als Zugbegleiterin
Zu meinen dienstlichen Reisen habe ich immer Proviant mit, denn es ist nicht immer gegeben das wir in einem Bahnhof Pause machen wo man etwas kaufen kann. Oder manchmal fehlt einfach die Zeit. Auch kann täglich irgendwo etwas kaufen ziemlich ins Geld gehen.
In der Regel habe ich mehr mit als ich tatsächlich an dem Arbeitstag esse. Aber eine Reserve für Verspätungen und Unregelmäßigkeiten hat sich schon oft als sinnvoll erwiesen.
Klar trage ich auch immer wieder Proviant wieder mit nach hause, deshalb sollten es stehts nicht leicht verderbliche Dinge sein.
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