Samstagsplausch „Auslandseinsatz“

In meinem heutigen Samstagsplausch möchte ich von meiner Übernachtungsschicht in Zürich berichten. Dieser Text wird dann wieder wie gewohnt bei Karminrot und im Lesezimmer verlinkt.

Zürich Hauptbahnhof

Wie schon im Samstagsplausch „Eine normale Woche“ erwähnt, bin ich auch hin und wieder beruflich in der Schweiz unterwegs. Allerdings dürfen wir im Ausland nicht die normalen Tätigkeiten als Zugbegleiter ausüben. Ich glaube, die Bezeichnungen sind in der Schweiz auch andere, eventuell Abfertigungshelfer und Fahrgastbetreuer oder so ähnlich.

Wir von Deutschen Bahn übernehmen lediglich den Gastronomischen Service in den IC Zügen. Im Speziellen auf der Strecke zwischen Schaffhausen und Zürich.

Die Stadt Zürich kannte ich bisher eigentlich nur vom durchfahren. Als Kind hatte ich paarmal Verwandte in der Nähe besucht. Aber die Metropole am Zürichsee selbst hatte ich noch nie besucht.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich diese Schicht in meinem Dienstplan entdeckt habe.

ICE nach Zürich

Ganz anders als ich bei „eine normale Woche“ erwähnt habe, begann meine Schicht nicht mit dem Nahverkehrszug nach Schaffhausen. Auf der Strecke finden gerade Bauarbeiten statt und man möchte uns den Schienenersatzverkehr ersparen. Also wurde die Schicht von Zürich ausgehen geplant, wo ich mit dem gewohnten ICE als Fahrgast fuhr. (also Zeit zum Sockenstricken)

In Zürich Hauptbahnhof angekommen hatte ich eine etwas längere Pause, welche ich dazu nutzte, meinen Dienstkoffer mit den Übernachtungssachen schon im Hotel abzustellen. Denn, wenn ich als Gastro-Mitarbeiter unterwegs bin, brauche ich viel weniger Ausrüstungsgegenstände. Zum Dienst reichte mir der Rucksack, in dem ich unter anderem 4 Flaschen Wasser mit hatte. Bei dieser Hitze muss ich sehr viel trinken.

Den Rückweg zum Hauptbahnhof machte ich etwas Umweg und entdeckte Leute, die in der Limmat badeten. Manche sprangen sogar ganz kühn von der Fußgängerbrücke in den Fluss.

Im Laufe des Nachtmittags/Abends pendelte ich zweimal zwischen Zürich und Schaffhausen, um dann gegen 20:30 Uhr in Zürich Feierabend zu machen. Da war ich dann schon ziemlich fertig, denn die Temperaturen von 30-35 Grad strengen mich sehr an. Und dann mehrfach dieses „rein in die Klimaanlage“ und kaum ist man daran gewöhnt wieder „raus in die Hitze“. Das schlaucht noch mehr.

Ich hab mich gefühlt wie ein Durchlauferhitzer! Jede freie Minute war ich am Wassertrinken und ich war eigentlich permanent klatschnass geschwitzt. Ich glaube ich war tagsüber nur einmal auf der Toilette… habe aber Minimum 2 Liter getrunken…

Also war ich sehr froh, dass ich nach getaner Arbeit nur mit dem leichten Gepäck ganz gemütlich zum Hotel schlendern konnte.

Schattiger Fussweg an der Limmat

Hotel in Zürich

Das Hotel ist in etwa 10 Minuten vom Bahnhof aus erreichbar. Man überquert den Fluss und dann geht es ein wenig bergauf. Wohl haben Kollegen schon darüber gejammert, aber ich fand das jetzt gar nicht schlimm. Es ist das Ibis Styles City Center, in der Stapfenbachstrasse, ich habe gerade entdeckt, dass es gleich mehrere Ibis Styles in Zürich gibt.

Die Zimmer sind sehr klein, aber modern und sauber. Überraschend fand ich nur, dass es praktisch kein Badezimmer gibt, man kommt rein und steht gleich neben Waschbecken und Dusche, zum Schlafraum gibt es nur einen Vorhang, den man schließen könnte, wenn man das möchte. Nur die Toilette ist hinter einer Türe.

Dafür, dass dieses Hotel so zentral an einer viel befahrenen Straße ist, ist es sehr ruhig. Den Straßenlärm habe ich nicht gehört und andere Hotelgäste auch nicht.

Direkt im Hotel gibt es eine Bar mit einem kleinen Speisenangebot, alles Klimatisiert. Und eigentlich hatte ich mich auf ein Feierabendgetränk dort gefreut, doch als ich am Abend im Hotel ankam, war dort sehr voll und laut. Ich zog die Ruhe allein im Zimmer vor.

Dienstbeginn kurz nach 6

Ich bin um 5 Uhr aufgestanden und kurz vor 6 Uhr hat mir ein freundlicher Hotelmitarbeiter gezeigt wo ich mir kostenlos einen Kaffee hohlen darf. Das fand ich toll, denn ohne Kaffee am morgen bin ich nur ein halber Mensch.

Es wurde gerade Tag als ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof machte. Wieder nahm ich den Fußweg am Fluss, dabei sind auch ein paar Fotos entstanden.

Als ich dann am Bahnhof ankam, die Meldung „Der Zug fällt aus“. Statt dem IC verkehrte nur ein kürzerer Ersatzzug ohne Bistro. Ich konnte also nichts tun… wieder nutzte ich die Zeit zum Stricken. Denn ich musste ja nach Schaffhausen kommen um von dort wieder im IC Richtung Zürich tätig zu werden.

Wenn Du jetzt den Eindruck hast, ich fahre nur hin und her. Das ist so, meine Hauptaufgabe ist es meine Arbeitskraft dort hin zu bringen wo ich gebraucht werde.

Zurück in Zürich hatte ich im Grunde Feierabend. Denn es folgte nur noch die Gastfahrt im ICE nach Basel. Die Zeit bis dahin nutzte ich für einen ausgedehnten Spaziergang bis zum See und zurück zum Hotel. Es ist echt was Schönes, wenn man bereits um kurz nach 8 Uhr seine Arbeit erledigt hat.

Statt Frühstück gab es morgens um 9 Uhr einen Becher Eis, den ich mir auf dem Weg zum See bei Coop geholt habe. Den Löffel habe ich immer für alle Fälle im Rucksack. Da fällt mir ein, den habe ich beim „Wochenende in Wien“ gekauft.

So früh morgens war am Ufer und auf dem See noch nicht viel los.

Wieder an der Limmat entlang ging es Richtung Hotel. Hier erkennst Du meine Arbeitskleidung… denn es war ja irgendwie noch mein Heimweg von der Arbeit. Alles was ich hier fotografiert habe, ist nicht weit weg vom Hauptbahnhof Zürich.

Das Licht war perfekt für Fotos und es latschen auch noch nicht zuviele Touristen ins Bild.

Und das ist der Züricher Hauptbahnhof! Oder sagen wir mal der älteste Teil davon. Ähnlich wie Frankfurt oder Wiesbaden handelt es sich hierbei um einen Kopfbahnhof. Die Züge verkehren hier auf mindestens 3 Ebenen und im Zwischengeschoss gibt es einen riesigen Einkaufsbahnhof. Das historische Bahnhofshallengebäude ist beinahe nur „die Spitze des Eisbergs“. Mehr darüber auf Wikipedia Zürich Hauptbahnhof.

Wenn alles klappt habe ich nächste Woche nochmal eine Zürich Übernachtung und vielleicht finde ich wieder Zeit zum Fotos machen.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

5 responses to “Samstagsplausch „Auslandseinsatz“”

  1. […] Und am Freitag ging es mal wieder nach Zürich. Diese Schichten gefallen mir besonders, weil es da viele längere Umstiegszeiten gibt. Mehr dazu unter „Auslandseinsatz“. […]

  2. […] Dieses Bild stammt aus meinem Beitrag „Auslandseinsatz“ […]

  3. […] schnell zwischendurch, bevor noch weitere Fotos von Zürich folgen, mache ich beim Schreibimpuls von „Kreative Schreiberei“ […]

  4. Avatar von Andrea Karminrot

    Ach, nach Zürich wollte ich auch schon immer mal fahren.
    Liebe Grüße
    Andrea

  5. Avatar von Ilka

    Danke fürs mitnehmen

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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