Bei den aktuellen Temperaturen mit über 30 Grad denkt man bei dieser Überschrift zuerst an das Planschen im kühlen Nass, aber hier ist eigentlich die Stadt Baden-Baden gemeint.
Der Name dieser Stadt wird mit einem Bindestrich geschrieben. Die Geschichte dazu ist sehr lang und reicht bis in die Römerzeit zurück, wenn es Dich genauer interessiert kannst Du es unter Baden-Baden bei Wikipedia nachlesen. Für alle anderen, weil es so viele Orte, die Baden heißen gibt, war dieses irgendwann das Baden in Baden.
Baden-Baden liegt in Baden-Württemberg südlich von Karlsruhe an der Rheintalbahn Strecke, einer der wichtigsten Trassen für den Personen und Güterverkehr in Richtung Schweiz und Italien. Diese wichtige Strecke wird momentan aufwändig saniert und ausgebaut. Das Projekt ist so groß und umfangreich, das es sogar eine Webseite dazu gibt. Siehe dazu Bauprojekt Karlsruhe-Basel oder Baustellenblog. Selbst bei Instagram kannst Du Karlsruhebasel folgen.
In der Vergangenheit habe ich diese Stadt schon paarmal erwähnt, weil ich bei einer Ausstellung im Museum Frieder Burda mit gewirkt habe. Mehr darüber unter „Das Baden-Baden Satellite Reef“
Im Zuge dieser umfangreichen Erweiterung der Strecke wird zwischen Baden-Baden und Karlsruhe nahe Rastatt ein Tunnel gebaut. Während der Bauarbeiten gab es 2017 Verschiebungen von Erdreich und Betonteilen so, dass die darüber liegende Bahntrasse aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Und nun 7 Jahre später muss an dieser Stelle wieder für voraussichtlich 3 Wochen gesperrt werden.
Eine solche Vollsperrung hat fatale Folgen für den gesamten Zugverkehr. Der Güterverkehr wird komplett umgeleitet und die Personenzüge können jeweils nur bis Rastatt oder Baden-Baden fahren.
Der ICE nach Baden-Baden
Da dieses Mal die Sperrung lange vorher geplant ist, sind alle Fahrpläne dementsprechend angepasst und unsere ICEs ab Basel verkehren alle nur bis nach Baden Baden.

Alle Fahrgäste die nach Karlsruhe oder weiter wollen, müssen in Baden-Baden auf den Schienenersatzverkehr umsteigen. Mit Bussen geht es entweder nach Kalrsruhe oder nach Rastatt.
Rastatt war bis zu der Havarie bei den Tunnelbauarbeiten 2017 gar nicht wirklich für den Halt eines ICEs vorgesehen. In den letzten Jahren wurde hier jedoch viel investiert und der Bahnhof barrierefrei ausgebaut.
Deshalb verkehren auch ein paar ICEs ab Rastatt. Doch die meisten Fahrgäste werden mit Bussen bis nach Karlsruhe gebracht. Selbst innerhalb meiner Schicht, in der gleich zweimal nach Baden-Baden gefahren bin, lauteten die Fahrkarten der Fahrgäste unterschiedlich. Die einen mussten mit dem Bus bis Rastatt weiter fahren und die anderen bis Karlsruhe.
Kein Chaos in Baden-Baden
In der Presse war von Chaos und schlechter Organisation in Baden-Baden berichtet worden. Wie die Situation vor bzw hinter dem Bahnhof wirklich war kann ich nicht beurteilen. Aber ich kann hier berichten, wie es im Zug und auf dem Bahnsteig war.
Die letzten Tage hatte ich dreimal die Schicht, in der ich zwischen Basel und Baden-Baden pendle. Keiner der Züge war wirklich voll! Im Gegenteil, es sind weniger Reisende unterwegs. Und da ich stets genügend Zeit für Fragen und Auskünfte hatte, konnte ich erfahren, dass die meisten Fahrgäste bereits gut informiert sind und wissen, dass sie in Baden-Baden auf einen Bus müssen. Diesen Reisenden konnte ich dann auch genau sagen, wann und wo ihr Bus fahren soll.
Allerdings war ich morgens und in den Vormittagsstunden unterwegs. Bei diesen Wetterprognosen bin ich dafür auch sehr dankbar. Denn ich mag die sommerliche Hitze nicht besonders. Wäre ich bei diesem Wetter als Fahrgast unterwegs, würde ich meine Reise auch so früh wie möglich planen.
Alle Fahrgäste, mit denen ich gesprochen habe, waren entspannt und zufrieden und nur vereinzelte jammerten, dass der Weg weit wäre. Doch was die Menschen als weit empfinden ist sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie viel Gepäck man mit schleppt.
Es waren übrigens auch Reisende mit Fahrrad, Kinderwagen und Rollstuhle unterwegs. Und genau diese Personen jammerten nicht…

Aus dem Fenster gucken?
Im Gegensatz zu letzten Woche sind durch die Sperrung unsere Züge viel leerer. Viele Reisende wählen wohl lieber andere Routen, wo sie nicht so oft umsteigen müssen. Für uns Zugbegleiter bedeutet das viel weniger Arbeit und zwischendrin immer mal wieder etwas Zeit, um sich zu setzen und aus dem Fenster zu sehen.
Gerade am frühen Vormittag liebe ich das. Ausnahmsweise hatte ich mal etwas Zeit um ein paar Fotos zu machen, allerdings sind solche Aufnahmen nie wirklich gut, denn durch die Bewegung und die Verschmutzung der Fensterscheibe werden sie nie wirklich scharf.

Ein schöner Arbeitstag
Diese Schicht morgens um 6 Uhr hatte ich diese Woche gleich dreimal hintereinander und ich muss sagen, sie gefällt mir. Früh beginnen und um 14:30 Uhr Feierabend, liegt mir sehr. Durch die dreiwöchige Sperrung werde ich genau dies die kommenden Wochen noch paarmal machen. Für so einen absehbaren Zeitabschnitt ist das ganz okay, aber für immer wäre mir das schon fast zu langweilig.
Heute jedoch starte ich zu einer beruflichen Abwechslung. Diesmal geht es erst am Nachmittag los und ich fahre zu einer Übernachtung in Stuttgart. Da meine Route gleich mehrmals von Streckensperrungen betroffen ist, fahre ich etwas „mit der Kirche ums Dorf“… mal sehen, was ich danach darüber berichten kann.
Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog





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