Krampfadern ziehen lassen: Was ich nach der OP erlebte

Vor ein paar Jahren habe ich mir die Krampfadern ziehen lassen. Es war 2021 noch während des Corona Lokdown. Das war der Hauptgrund warum ich es ambulant habe machen lassen. Beide beine wurden in einer Tagesklinik einzeln ambulant operiert.

Ich bin 49 Jahre alt und arbeite in als Verkäuferin im Warenhaus (viel stehen) . Eigentlich habe ich keine blauen „Krampfadern“ oder Besenreiser. Oberflächlich sahen meine Beine gut aus. Aber:

Doch in den letzten Jahren hatte ich immer bei sehr hohen Temperaturen Probleme mit den Beinen. Regelmäßig hatte ich bei über 30 Grad dick geschwollene Füße und hässlich hervortretende Adern. Besonders über dem Knie, was mich optisch sehr störte, dann wenn schönes Wetter war, waren meine Beine potthässlich. Seit drei Jahren trage ich bei Wärme lange Röcke und Kleider und Kniestrümpfe mit Kompression (Klasse 3 vom Arzt verschrieben)

Dieses Foto zeigt mein „besseres“ Bein vor dem Krampfadern ziehen lassen. Das hintere Bein war bereits operiert und verheilt.

Diagnose schon vor 3 Jahren

Schon vor über 3 Jahren hatte meine Hausärztin mich zu einem Phlebologen überwiesen. Dieser untersuchte meine Beine mit Ultraschall und diagnostizierte Varizen und schlug damals schon eine Operation vor.

Allerdings hatte ich große Angst vor der OP und habe es deshalb immer wieder vor mir her geschoben. Da bisher meine Beschwerden in der kalten Jahreszeit von alleine besser wurden, ging das auch eine Weile gut.

Bisher hatte ich eine Operation und damit eine Krankmeldung von etwa 14 Tagen und Stützstrümpfe für mindestens 4 Wochen verhindern wollen… Doch nun ging das nicht mehr.

Dieses Jahr, während des langen Lockdown wurden meine Beine im tiefsten Winter schlimm. Die Symptome, die sich sonst nur im Sommer einstellten, waren jetzt bei winterlichen Temperaturen dauerhaft da.

Meine Symptome waren:

  • geschwollene Füße
  • schwere Beine
  • heraustretende Adern am ganzen Bein (am Knie beginnend und bis zu Fuß ausbreitend)
  • Abendliche/Nächtliche Schmerzen
  • Druckgefühl in Fuß und Wade (dadurch Albträume, dass meine Beine eingeklemmt seien)

Wo wird operiert?

Ein Varizenstripping (Krampfadern ziehen) kann entweder stationär im Krankenhaus gemacht werden (beide Beine gleichzeitig) oder ambulant in einer Tagesklinik. Die Stripping-Methode benötigt fast immer eine Vollnarkose.

Angesichts der Corona-Situation hatte ich mich für ambulante OPs entschieden. Ich wurde in der Tagesklinik Weil am Rhein behandelt.

Wie wird „ein Krampfadern ziehen“ gemacht?

Eine sehr gute Erklärung findest Du unter Leading Medicin Guide. Auch gibt es auf Youtube Videos, die solche Operationen zeigen. Diese sind nichts für schwache Nerven und ich muss zugeben das ich froh, bin das, ich sie nicht vor der ersten OP gesehen habe. Denn das hätte mir evtl. mehr Angst gemacht.

Nur so viel: Es ist nicht so gruselig und schlimm, wie man es bei dem umgangssprachlichen Begriff „Krampfadern ziehen“ erwarten würde. Wobei dies den eigentlichen Vorgang sehr gut beschreibt. Die erkrankte Ader wird wirklich herausgezogen. Wobei das lange nicht so blutig ist, wie ein Leihe sich das vorstellen würde.

Die Operation ist minimalinvasiv, also die Wunden sind sehr klein, aber eben über das ganze Bein verteilt. Es gibt keine großen Schnitte und die Wunden heilen recht schnell zu. Nach einer Woche können die Fäden gezogen werden.

Allerdings passiert das meiste innerlich, im Bein, denn das Blut muss sich ja neue Wege suchen und das führt zwangsläufig zu Blutergüssen.

Blutergüsse sind normal nach dem Krampfadern ziehen

Krampfadern ziehen so sah mein Bein nach der OP aus

Die Blutergüsse am Oberschenkel hatten sich in den darauf folgenden Tage über die gesamte Fläche verteilt. Mein Oberschenkel war also ein paar Tage komplett Blau/Lila. Allerdings hatte ich keine starken Schmerzen.

Beim zweiten Bein war dies jedoch nicht so viel.

Krampfadern ziehen: Verbandswechsel am 2. Tag nach der OP

Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt, war bei mir beim zweiten Bein das hauptsächliche OP-Gebiet weiter unten als beim ersten. Wo genau geschnitten wird, ist sehr individuell.

Auf dem oberen Bild kann man es nur erahnen, dass ich der Wade unten links zwei Wunden hatte. Bei dem anderen Bein war nichts an der Wade und stattdessen mehrere Löcher am Oberschenkel.

Hat das Krampfadern ziehen lassen sehr weh getan?

Das fragt mich jeder, und jeder der diese Bilder sieht denkt, dass es fürchterlich weh tun muss. Aber Nein! Die Schmerzen waren weit nicht so schlimm, wie es aussieht.

Die einzelnen kleinen Wunden tun kaum weh. Wenn Du Dir in den Finger geschnitten hast, tut es danach ja eigentlich auch nur weh, wenn Du mit dem Finger etwas berührst. Mit dem Oberschenkel oder der Wade berührst Du normalerweise sehr wenig. Empfindlicher ist da der Bereich um das Knie, ins Besondere weil hier die Wunden durch die Beugung etwas gespannt werden. Das tut die ersten 2-3 Tage etwas weh. Dadurch kann man das knie kaum anwinkeln, hinsetzen und aufstehen ist ein wenig schmerzhaft. Die ersten zwei Tage ist es etwas umständlich in ein Auto ein zusteigen. Selber Autofahren darf man dann noch nicht.

Nach der Operation sollte man nicht alleine sein

Nach der Operation sollte man mindestens 24 Stunden nicht alleine sein. Denn sollte es zu Komplikationen kommen, muss jemand da sein, der einen in die Klinik bringt.

Außerdem ist man die ersten 1-2 Tage etwas hilfsbedürftig. Denn aufstehen und setzen tut weh, sich beugen und stecken ebenso. Da ist es ganz angenehm, wenn jemand der einem hilft.

Diese Person muss vielleicht auch mal beim Strümpfe an und ausziehen helfen, denn man kommt durch die Wunden am Knie und in der Leiste zeitweise nicht an den Fuß.

Wie es mir einen Tag nach der ersten (schlimmeres Bein) OP ging, habe ich hier beschrieben.

Welche Nebenwirkungen kann es beim Krampfadern ziehen geben?

Wie bei jeder Narkose bestehen die bekannten Risiken. Je nach Schwere der Erkrankung dauert die Operation 30-120 Minuten. Für mein linkes Bein, das zuerst operiert wurde, lag ich etwa eine Stunde in der Narkose. Und ich brauchte danach über 4 Stunden, um wieder einigermaßen „normal“ zu sein. Zu Hause habe ich dann den ganzen Nachmittag ebenfalls geschlafen.

Beim zweiten Bein war die Narkose viel kürzer und ich war nach 2 Stunden schon viel orientierter. Auch am Nachmittag fühlte ich mich besser und wacher. Eigenartigerweise konnte ich in der Nacht nicht einschlafen (also genau das Gegenteil wie nach der ersten OP)

Nachblutungen möglich

Wie nach jeder Operation kann es auch hier zu Nachblutungen kommen, das ist selten und nicht lebensbedrohlich. Aber mich hat es extrem erschreckt! Mehr dazu kannst Du unter „12. Mai Varizen Operation“ nachlesen.

Wie lange kann man nicht arbeiten?

Selbstverständlich hängt das individuell davon ab, wie viel Adern betroffen sind. Mindestens jedoch 10 Tage. Meistens 2-3 Wochen. Sicherlich hängt das auch von der beruflichen Tätigkeit ab. Sicher kann jemand, der nur am Schreibtisch sitzt, eher wieder arbeiten als Mitarbeiter, die viel hin und her laufen oder gar Leitern oder ähnliches bedienen.

Was man noch wissen muss

Nach der OP kannst Du Dich etwa eine Woche lang nicht richtig duschen. Zwar werden die Wunden am Bein nach dem Verbandswechsel mit wasserfesten Pflastern versorgt, dies ist aber bei der Wunde in der Leiste nicht möglich.

Die Wunde in der Leiste ist die größte und unangenehmste. Dadurch kannst Du Dich tagelang nicht richtig bücken. Schuhe binden usw. geht ein paar Tage nicht.

Nach der Operation soll man möglichst schnell wieder gehen. Aber am Anfang strengt das über die Maßen an, und man geht sehr, sehr langsam. Trotzdem ist genügend Bewegung ganz wichtig, damit sich das Bein schneller regeneriert und die Blutergüsse zurückgehen. Zu viel Schonung ist hier also kontraproduktiv.

Wenn man sitzt, immer Beine hochlegen!

Stützstrümpfe tragen nach der Varizen-Stripping-OP

Nach dem Varizen Stripping / Krampfadern ziehen muss man mindestens 4 Wochen Stützstrümpfe tragen! Und das sind leider die langen hässlichen Dinger. Das Anziehen dieser angepassten Strümpfe erfordert etwas Übung.

Mein dringender Tipp daher: gewöhne Dir die Dinger ein paar Tage vor der Operation schon an, denn die ersten Tage nach dem Eingriff ist das an und ausziehen der Strümpfe leicht schmerzhaft und wenn Du Dich dann noch ungeschickt anstellst erst recht. Also unbedingt vorher üben.

Für die Zeit nach der OP empfehle ich Dir Schuhe, in die man hinein schlüpfen kann und bequeme Hosen, die nicht zu eng am Bein liegen.

Man sollte auch die Tage nach dem Eingriff viel Wasser trinken, und am besten auf Alkohol und Rauchen verzichten. Wer an Globuli glaubt, kann den Heilungsprozess mit Arnika Kügelchen unterstützen.

Mein persönlicher Ratschlag

Bevor Du Dich für diese oder eine andere Operationsmöglichkeit entscheidest, hole Dir unbedingt den Rat von mehreren Ärzten ein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Meinungen über die Notwendigkeit einer OP auch bei den Fachleuten sehr weit auseinander gehen können.

Hier noch ein paar Eindrücke wie es mir an den folgenden Tagen erging: Zweiter Tag und erster Tag. Oder etwas später: „Spontaner Spaziergang hinter der Grenze“

Update 2025:

Bis heute sind die Krampfadern nicht zurück gekommen. Ein kleinerer Blauer Fleck am oberen Oberschenkel ist geblieben, macht aber keine Beschwerden. Mehr über mein Empfinden nach den Eingriffen auch unter „Neue Schöne Beine“.

18 Kommentare zu „Krampfadern ziehen lassen: Was ich nach der OP erlebte“

  1. […] Mehr darüber auch unter „Krampfadern Ziehen lassen, was ich nach der OP erlebte“ […]

  2. […] Mehr über meine Krampfadern-Op Hier […]

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  10. Avatar von Enalena
    Enalena

    Danke für die Mitteilung deiner Erfahrungen! Hat mich gerade etwas aufgebaut. Fühle mich noch total schlapp am vierten post-op Tag und hatte mir Sorgen um die Menge an Hämatomen an meinem Bein gemacht.

  11. […] über meine körperlichen Erfahrungen berichten und war überrascht das mein Text über “Erfahrungen mit dem Krampfadern ziehen” bis heute einer der meist gelesenen Beiträge […]

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ich bin Uschi

Meine Leidenschaft „unterwegs sein“ habe nun endlich durch einen Quereinstieg zu meinem Beruf gemacht. Mit über 50 habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt. Hier im Blog berichte ich von meinen Leben als Zugbegleiterin im Fernverkehr, meinen Konzertreisen und allem was mich sonst noch so bewegt.

Da ich mich auch gerne mit Handarbeiten beschäftige, findest Du auf meiner Seite auch einige Handarbeits-Anleitungen aus verschiedenen Bereichen.

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